Mobilfunk

Netztest Deutschland 2012: LTE

2.11.2012 von Bernd Theiss

Um das Potenzial von LTE einschätzen zu können, schickten P3 communications und connect im Rahmen des Netztests ein drittes Messfahrzeug auf die Piste.

ca. 1:45 Min
Ratgeber
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Netztest 2012
Netztest 2012
© connect

Netztest Deutschland 2012

Den neuen Mobilfunkstandart LTE für superschnelles Internet im Netztest mitzubewerten hätte dieses Jahr keinen Sinn gemacht. Denn bei dem spärlichen, regional unterschiedlichen Ausbau würden kleine Routenänderungen zu großen Verschiebungen im Ergebnis führen. Und bei der geringen Verbreitung von LTE-fähigen Endgeräten hätte das Netztestergebnis nicht die typische Nutzererfahrung widergespiegelt.

LTE-Messungen außer Konkurrenz

Welchen Geschwindigkeitsvorteil LTE jenseits aller Marketingversprechen bringt, ist natürlich trotzdem interessant. Deshalb schickten P3 communications und connect ein drittes Messfahrzeug los, um an LTE-versorgten Standorten mit aktuellen 4G-Modems der Netzbetreiber die Mobile-Broadband-Messungen zu wiederholen.  

Dass die Erfolgsraten meist nahe bei 100 Prozent lagen, ist kein Verdienst von LTE. Es ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass statt frei gewählter Routen gezielt Standorte mit bekannt guter Versorgung aufgesucht wurden.

Rasender Seitenaufbau, atemberaubende Downloads

Beim aus vielen einzelnen Ladeoperationen bestehenden Internet-Seitenaufruf zeigt sich die oft als Vorteil von LTE ins Feld geführte geringe Latenz. Sie ist ein Maß dafür, welche Verzögerungen bei der Kommunikation zwischen Endgerät und dem die Daten liefernden Server auftreten, also wie schnell etwa Anfragen an den entsprechenden Webserver vermittelt werden.

Sehr schnell offenbar, denn die schon extrem kurzen Ladezeiten der vier Internetseiten im gut ausgebauten DC-HSPA+-Netz der Telekom werden bei LTE noch einmal um etwa 33 Prozent verkürzt. Durchschnittlich ist jede der typischen Webseiten in etwa drei Sekunden aufgebaut - das ist atemberaubend.

Atemberaubend sind auch die Datei-Downloadgeschwindigkeiten, bei denen etwa die Telekom mit rund 33 Mbit/s im Mittel vorlegt. Das ist bei einer mit anderen geteilten Übertragungsstrecke nicht allzu weit von den theoretisch möglichen 100 Mbit/s entfernt.

Oftmals schneller als DSL

Noch mehr beeindruckt die Telekom beim Upload, denn mit im Mittel bis zu 17 Mbit/s sind hochaufgelöste Bilder in Sekunden verschickt und selbst gedrehte Videos extrem fix hochgeladen.

Auch wenn O2 erst später mit LTE durchgestartet ist und noch nicht viel Zeit zur Optimierung hatte, liegen 90 Prozent der Upload-Transfers über 4 Mbit/s. Das dürfte vielen DSL-Nutzern die Tränen in die Augen treiben.

Netztest Österreich 2012: LTE im Test

Bei so hohen, zuverlässig verfügbaren Geschwindigkeiten ist es kein Wunder, dass auch der Youtube-Download in HD zuverlässig wie nie funktioniert. Freuen wir uns also auf die weitere Verbreitung des neuen Funkstandards.

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