Streaming-Lautsprecher mit Sprachsteuerung

Amazon Echo Studio im Test

13.1.2020 von Monika Klein

Der neue Alexa-Lautsprecher Echo Studio klingt weit besser als seine Amazon-Kollegen – und kostet trotzdem nur 200 Euro. Im Labor konnte der Sound dennoch nicht ganz überzeugen.

ca. 3:05 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
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Neuer Premium-Speaker im Amazon-Kosmos: der Echo Studio.
© Amazon
EUR 199,99
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Pro

  • sehr ordentlicher Klang
  • Zigbee-Hub eingebaut
  • Alexa-Integration
  • gute Verarbeitung

Contra

  • Klang könnte noch besser sein

Fazit

Für Alexa-Anhänger stimmt das Gesamtpaket: Der Echo Studio bietet mit Abstand die bisher beste Klangqualität aus dem Hause Amazon, auch wenn er nicht in Hi-Fi-Regionen vorstößt. Zudem kann er dank Zigbee-Hub die Heimvernetzung steuern. In Kombination mit dem passenden Fire-TV-Produkt wertet er auch den Fernsehton deutlich auf. Für 200 Euro ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.


Gut

Amazon bedient mit seiner Smart-Speaker-Reihe Echo unterschiedliche Bedürfnisse: Vom Echo Show mit Display bis zum kleinen Dot für die Küche oder den Nachttisch gibt es viele Wege, die Sprachassistentin Alexa in den Alltag einzubinden. Jetzt greift Amazon auch klangtechnisch nach höheren Weihen. 

Der neue Echo Studio verspricht eine Menge: Dolby Atmos und Sonys 360 Grad Reality Audio sollen für raumfüllenden 3D-Sound auf Hi-Fi-Niveau sorgen – dazu braucht es aber ein Abo von Amazon Music HD (siehe unten). Ausgestattet ist der Echo Studio mit drei 51-mm-Mitteltonlautsprechern, einem 25-mm-Hochtonlautsprecher und einem 133-mm-Woofer mit Bassöffnung. Wie Apples Homepod analysiert der Echo Studio laut Hersteller zudem kontinuierlich den Raum, um das Klangbild zu optimieren.

Kein echtes Hi-Fi, aber ausgewogener Sound

Dass die Box technisch kein Leichtgewicht ist, dokumentiert auch ein Blick auf die Waage: Der Studio bringt es auf satte 3,5 Kilogramm. Unser Labor war angetan, aber nicht restlos überzeugt.

Wir zitieren das Messprotokoll: "Der Echo Studio liefert bei Zimmerlautstärke eine stereophone, breite und raumfüllende Abstrahlung mit tiefreichendem Bass, aber immer leicht bedecktem, etwas mattem Klang."

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Schlaue Abstimmung: Bei Zimmerlautstärke klingt der Studio mit tiefem, satten Bass wie ein Großer. Dreht man auf, werden die Bässe leiser, was Verzerrungen verhindert.​
© WEKA Media Publishing
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Das Messdiagramm zeigt einen sehr tiefreichenden Bass bei normaler Lautstärke. Der Frequenzgang ist leicht wellig, was zu Verfärbungen im Klang führt.​
© WEKA Media Publishing

Der Ritterschlag der Messtechniker bleibt dem Echo Studio also verwehrt. Doch die setzen die Latte naturgemäß sehr hoch. Im Praxistest hat uns der Speaker mit seiner bei nicht allzu hoher Lautstärke ausgewogenen Performance gefallen. Im Amazon-Echo-Sortiment bietet er die mit Abstand beste Klangqualität. 

Passend dazu hat Amazon kürzlich seinem Musikdienst ein Upgrade verpasst: Mit Amazon Music HD hat man Zugriff auf 50 Millionen Lieder mit einer Bitrate von bis zu 895 kbps (Standard bei Streaming-Diensten sind bis zu 320 kbps). Songs in Hi-Res (Amazon spricht von Ultra HD) kommen sogar auf 3730 kbps. Alternativ lassen sich auch Apple Music, Spotify und Deezer in die Alexa-App einbinden. Was im Test mit Apple Music aber nicht wirklich Spaß brachte. Musik kann man nur per Sprache aufrufen, nicht am Smartphone heraussuchen. Und auch das klappt nicht zuverlässig.

Echo Studio mit Zigbee-Hub und Alexa-Skills

Ein Pluspunkt: Der Studio lässt sich per Funk mit einem Fire TV Stick 4K, Fire TV Stick (2. Gen.) oder dem neuen Fire TV Cube (2. Gen.) koppeln und wertet dann auch den Fernsehton auf. Eine Kabelverbindung zum TV braucht es dazu nicht, nur eine Steckdose. Wer Stereosound möchte, kann auch zwei Echo Studios zusammenschalten und zusätzlich einen Echo Sub für 129 Euro einbinden. Dann steht man kostenmäßig allerdings bei knapp 530 Euro – da kann man auch über eine gute Soundbar nachdenken.

Smart-Home-Freunden bietet der Echo Studio einen weiteren Vorteil: Er hat einen Zigbee-Hub zur Steuerung von vernetzten Komponenten integriert. Über den lassen sich smarte Lampen etwa von Philips Hue, Heizungsthermostate, intelligente Steckdosen und mehr per Sprache steuern.

Wie alle Alexa-Speaker gibt auch der Echo Studio auf Anfrage Auskunft oder erledigt Aufgaben. So kann man nach dem Wetter fragen, sich die Nachrichten vorlesen lassen, einen Artikel auf die Einkaufsliste setzen, einen Timer oder Wecker stellen oder einen Kalendereintrag erstellen.

Alexa lässt sich übrigens mit einem Knopfdruck auf der Oberseite des Speakers abschalten. Ein roter Leuchtring zeigt, dass das Mikro aus ist. Ist Alexa nach Aussprache des Signalworts aktiv, leuchtet der Ring blau. Seit einiger Zeit hängt Amazon das Thema Privatsphäre ohnehin höher auf. So kann man die Sprachaufzeichnungen einsehen und jederzeit löschen.

Fazit: Stimmiges Gesamtpaket

Wenn es rein um Klang geht, gibt es Alternativen – die aber auch mehr kosten. So liefert Apples Homepod (330 Euro) die bessere Soundqualität, obwohl er deutlich kleiner ist. Auch der neue Sonos Move (399 Euro) ist dem Echo Studio klanglich überlegen.

Doch heutzutage stellt sich für den Käufer auch die Systemfrage. So kommt der Homepod ohnehin nur für iPhone- oder iPad-Besitzer in Betracht. Dabei dient er Apple-Jüngern analog zum Echo Studio auch als Hub für die Heimvernetzung. Wer dagegen auf Alexa schwört und sein Heim bereits mit kompatiblen Produkten ausgestattet hat oder ausstatten will, der findet im Echo Studio ein stimmiges Gesamtpaket. Die Vernetzung ist inklusive, der Klang besser als alles, was bisher aus der Echo-Kammer zu hören war – und der Preis mit 200 Euro sehr attraktiv. Zumal Amazon ohne Aufpreis auch den Kauf auf Raten anbietet: Mit fünf Mal 40 Euro ist man dabei.

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