Google zeigt kompakte Mittelklasse

Google Pixel 4a im ersten Test

Das Pixel 3a ist das bis dato meistverkaufte Smartphone von Google. Der Nachfolger Pixel 4a wird mindestens genauso erfolgreich, so unsere Einschätzung nach dem ersten Test.

© connect

Besonders leicht, kompakt und sehr gut verarbeitet: Das Google Pixel 4a ist ab Oktober für 349 Euro erhältlich.

Pro

  • besonders kompakt und leicht
  • Klinkenbuchse und Stereo-Lautsprecher
  • 3 Jahre Software-Updates von Google
  • für die Preisklasse sehr gute Fotoqualität
  • Dual-SIM

Contra

  • Hauptkamera mit nur einer Brennweite

Fazit

Wenn die Messergebnisse aus dem connect-Testlab genauso gut sind wie unser erster Eindruck, dann könnte das Pixel 4a ein Geheimtipp werden: Der Käufer bekommt die weit entwickelten Software-Funktionen von Google, aber er muss dafür nicht den Preis eines normalen Pixel-Smartphones bezahlen, sondern kommt viel günstiger davon.

In Zeiten von Randlos-Displays, die immer größer werden, sind Smartphones unter 6 Zoll nur noch selten anzutreffen, daher ist man beim Erstkontakt etwas überrascht. Das Pixel 4a gehört mit nur 69 Millimetern Breite und 143 Gramm Gewicht zu den kompaktesten und leichtesten Smartphones auf dem Markt. Man spürt das Phone weder in der Hand noch in der Hosentasche, ein Vergleich mit dem iPhone 11 Pro drängt sich auf.

Das Apple-Modell ist allerdings deutlich teurer. Google ruft nur 349 Euro ab (momentan 340,20 Euro aufgrund der aktuellen Mehrwertsteuersenkung), für ein Modell mit 128 GB Speicher und 6 GB RAM ist das ein guter Preis. Das Smartphone geht am 1. Oktober in den Verkauf, ab dem 10. September kann man es vorbestellen. Google hat auch die Netzbetreiber mit ins Boot geholt, Vodafone und o2 werden das Gerät verkaufen, zudem ist das Pixel 4a bei der MediaMarkt-Saturn-Gruppe erhältlich und natürlich über den Google-Shop.

Aufgrund der kompakten Abmessungen ist das Display „nur“ 5,8 Zoll groß, Google hat ein hochwertiges OLED eingebaut, das eine gute Leuchtkraft liefert und die für diese Technologie typische hohe Blickwinkelstabilität bietet.

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Die Rückseite mit der quadratischen Kameraeinheit und dem Fingerabdrucksensor, der nahezu fugenlos eingearbeitet ist.

Tolle Haptik trotz Kunststoff!

Dass man bei diesem Preis keinen Edelstahlrahmen (und IP68) bekommt, ist klar. Aber wir waren doch überrascht von der wertigen Haptik, die das Phone trotz Kunststoffgehäuse bietet. Die Unibody-Bauweise vermittelt eine hohe Stabilität, die Rundungen an den Ecken und Rändern sind genau richtig proportioniert, die matte Oberfläche fühlt sich samtig an und ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Mit Blick auf Design und Haptik ist das Preis-Leistungsverhältnis schon mal überragend.

Hier stellt sich die Frage, wo man gegenüber einem Pixel 4 (das nur noch 530 Euro im Google-Shop kostet) Abstriche machen muss. Aus technischer Perspektive gibt es vier wesentliche Unterschiede:

  1. Die Hauptkamera hat nur eine Brennweite
  2. Das Display hat keine Wiederholrate von 90 Hertz
  3. Kein kabelloses Aufladen via Qi
  4. Keine Sensorphalanx über dem Display, also keine mit Apples Face ID vergleichbare Gesichtserkennung

Punkt 2 bis 4 lassen sich gut verkraften, diesen Luxus bekommt man fast ausschließlich in der Oberklasse jenseits von 500 Euro. Schwerer wiegt dagegen der Verzicht auf eine zweite und dritte Optik – die Mittelklasse-Smartphones der Konkurrenz sind entsprechend ausgestattet. Deren Bildqualität ist zwar grenzwertig, vor allem beim Ultra-Weitwinkel, aber man hat immerhin die Wahl zwischen unterschiedlichen Bildausschnitten. Google versucht, dieses Manko mit Verweis auf seine starke Software-Kompetenz zu kompensieren.

Und in der Tat kann die Kamera-Oberfläche überzeugen, sie bietet unter anderem die Möglichkeit, RAW zu speichern, außerdem kann man über Schieberegler sehr bequem die Helligkeit von Vorder- und Hintergrund separat verändern, was besonders bei Gegenlicht-Aufnahmen hilfreich ist. Dieses „Double Exposure“ genannte Feature hat Google mit dem Pixel 4 eingeführt. Das 4a übernimmt dessen Kamerasoftware praktisch unverändert, bei der Foto- und und Videoqualität muss man allerdings Abstriche machen. Geboten wird hier gehobenes Mittelklasse-Niveau, was angesichts des moderaten Preises sehr positiv zu sehen ist.

© connect/google

Aufgeräumte Oberfläche mit Features wie "Doppelte Belichtung" und RAW.

Pixel 4a technische Daten

  • Preis: 349 Euro
  • Größe und Gewicht: 144 x 69 x 8 mm, 143 Gramm
  • Farben: schwarz
  • Display: 5,8 Zoll, OLED, 1.080 x 2.340 Pixel
  • Speicher: 128/6 GB
  • SoC: Qualcomm Snapdragon 730
  • Hauptkamera: 12,2 MP, F1.7, Dual Pixel, OIS, Videos mit 4K (30fps)
  • Frontkamera: 8 MP, Fixfokus
  • Akku: 3.040 mAh, 18-Watt-Netzteil mitgeliefert
  • Connectivity: Wlan ac, Bluetooth 5.1 mit aptX HD, NFC, LTE CAT 12
  • Besonderheiten: Dual-SIM (eSIM+Nano-SIM), Stereo-Lautsprecher, Klinkenbuchse

Der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 730 liefert eine solide, klassentypische Performance. Hervorheben möchten wir die guten Audio-Eigenschaften: Eine Klinkenbuchse sorgt für maximale Kopfhörer-Kompatibilität und die nach unten abstrahlenden Stereo-Lautsprecher sind druckvoll.

Google-Produktmanagerin Sherry Lin erklärte bei der Präsentation, dass das Pixel 4a die „core Pixel Performance and a new design at lower cost“ bietet, also sehr frei übersetzt: Der Käufer bekommt die weit entwickelten Software-Funktionen von Google, aber er muss dafür nicht den Preis eines normalen Pixel-Smartphones bezahlen, sondern kommt viel günstiger davon. So lautet denn auch unser vorläufiges Fazit. Man darf ja nicht vergessen, dass Google Sicherheits- und Betriebssystemupdates für einen Zeitraum von drei Jahren garantiert. Welches Smartphone für 350 Euro kann da mithalten? Abgesehen von der fehlenden zweiten und dritten Brennweite gibt es kaum etwas zu kritisieren.

Ausblick von Google

Lin gab zudem einen kleinen Ausblick auf das, was man in diesem Jahr noch von der Smartphone-Sparte von Google erwarten kann. Im Laufe des Jahres wird es ein Pixel 4a 5G für 499 Euro geben. Auch das Pixel 5 wird den neuen Mobilfunkstandard unterstützen. 2020 ist also ein ganz besonderes Jahr für das Pixel-Team: Man wird erstmals 3 neue Smartphones innerhalb eines Jahres auf den Markt bringen und man wird erstmals 5G unterstützen. Das ist eine vorläufige Bilanz, die sich sehen lassen kann.

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