Top-Smartphones von Google

Google Pixel 7 und Pixel 7 Pro im Test

21.12.2022 von Andreas Seeger und Wadim Herdt

Die neuen Top-Smartphones von Google sehen den Vorgängern zum Verwechseln ähnlich, und auch technisch betreibt Google vor allem Feintuning. Lohnt sich der Kauf trotzdem? Wir haben den Test gemacht.

ca. 6:50 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Google Pixel 7 und Pixel 7 Pro im Test
  2. Google Pixel 7 und Pixel 7 Pro im Kameratest
Google Pixel 7 und Pixel 7 Pro
Das Pixel 7 kommt in den Farben Obsidian, Snow und Lemongrass für 649 Euro in den Handel, das Pixel 7 Pro kostet 899 Euro und ist in den Farben Obsidian, Snow und Hazel erhältlich.
© Google

Für seine Pixel-Smartphones hat Google 2021 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mit frischem Design, eigenem Prozessor und einer neuen Premium-Strategie wurde die Serie von Grund auf neu aufgestellt. In diesem Jahr geht es vor allem darum, das gelegte Fundament auszubauen. Anders formuliert: Pixel 7 und Pixel 7 Pro sind stark an den Vorgängern orientierte Weiterentwicklungen.

Das Design mit dem markanten Kamerastreifen auf der Rückseite wurde von den 6ern übernommen, genauso wie die exzellente Haptik und Verarbeitung: Die Phones sind wieder wasserfest nach IP68 und bestehen vorne und hinten aus Gorilla Glass Victus, das von einem Aluminiumrahmen zusammengehalten wird.

Der Rahmen des Pro ist glänzend poliert, der des Pixel 7 matt. Gut gefiel uns, dass der Kamerastreifen nicht mehr aus Glas besteht, sondern wie der Rahmen aus Aluminium. Google lässt beide Elemente nahtlos ineinander übergehen, sodass der Kamerastreifen nicht mehr aufgesetzt wirkt, sondern mit dem Gehäuse eine organische Einheit bildet.

Aluminium ist zudem der stabilere Werkstoff, der für einen solch exponierten Bereich die bessere Wahl ist. Denn nach wie vor ragt der Streifen 2 Millimeter hervor – an dieser Stelle sind die Phones satte 11 Millimeter dick. Wir empfehlen, direkt beim Kauf ein Case mit in den Warenkorb zu legen. Das schützt das Phone und nivelliert die Rückseite. Zudem stimmen Qualität und Haptik, allerdings sind die Preise mit 30 Euro (Kunststoff) und 55 Euro (Leder) relativ hoch.

Die Smartphones sind dagegen zurückhaltend bepreist, trotz Inflation und starken Dollarkurses hält Google das Niveau des Vorjahres. Das bedeutet: Das Pixel 7 kostet 649 Euro, das Pixel 7 Pro 899 Euro. Wie man es nicht machen sollte, zeigt dagegen Apple mit der neuen iPhone-Generation, die im Schnitt um 200 Euro teurer geworden ist.

Das Pixel 7 ist etwas kompakter und leichter geworden als sein Vorgänger, deshalb schrumpft das Display minimal von 6,4 auf 6,3 Zoll. Dafür liegt es viel besser in der Hand als das große Pro-Modell, das mehr als 200 Gramm wiegt. Ein weiterer Unterschied ist das plane Display, das nicht ganz so nah an den Rand reicht wie beim Pro mit seinem an den Längsseiten leicht gekrümmten OLED-Display.

Doch auch das Pixel 7 hat schmale Ränder, außerdem ist die punktförmige Aussparung für die Selfie-Kamera relativ klein und stört kaum. Die Qualität der 10,8-Megapixel-Optik ist außerordentlich gut und unterstreicht Googles Kamera-Expertise. Positiv fällt auch auf, dass endlich eine Gesichtsentsperrung unterstützt wird. In Verbindung mit dem Fingerabdrucksensor unter dem Display, der sehr zuverlässig arbeitet, lassen sich die Phones schnell und bequem entsperren.

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Die Displays liefern eine sehr gute Darstellung, im Vergleich mit den Vorgängern wurden die Leuchtkraft und die Kontrastausbeute etwas verbessert. Das Pro-Modell erfüllt mit 120 Hertz und dynamischer Regulierung (LTPO) alle Anforderungen in seiner Preisklasse, beim Pixel 7 müssen dagegen 90 Hertz reichen. Das genügt für sehr weiche Animationen, ist aber weniger, als etwa das Xiaomi 12T (599 Euro) zu bieten hat.

Auch mit Blick auf die Performance bekommt man bei anderen Herstellern mehr, zumindest wenn klassische Maßstäbe angelegt werden. Denn in synthetischen Benchmarks schneidet Googles SoC Tensor 2 schlechter ab als die Konkurrenz von Apple, Mediatek, Samsung und Qualcomm.

Das liegt daran, dass Google den Schwerpunkt auf KI-Algorithmen legt, die von den meisten Benchmarks gar nicht erfasst werden. Im Alltag ist man mit dem Tensor 2 pfeilschnell unterwegs, und auch bei anspruchsvollen Anwendungen bleibt die Performance sehr gut.

Google Pixel 7

Pro

  • tolle Verarbeitung mit sehr hochwertigen Materialien samt IP68
  • leuchtstarkes OLED-Display
  • Chipsatz mit starker Grafikleistung und umfangreicher Connectivity (Wi-Fi 6E)
  • aktuelle Software mit einzigartigen KI-Funktionen von Google und langem Support
  • Hauptkamera mit exzellenter Fotoqualität auch bei Dunkelheit
  • überragende Akkulaufzeit
  • sehr gute Funkeigenschaften

Contra

  • App Cloning und ein Tresor fehlen, AoD kaum anpassbar
  • sparsamer Lieferumfang

Fazit

connect-Urteil: gut (418 Punkte)

Online-Siegel
gut
Google Pixel 7
Smartphone
Januar 2023 Zum Produkt

Wie iOS in seinen besten Zeiten

Google hat nicht nur das Android-System sehr gut auf die Hardware abgestimmt, auch für alle Google-Dienste ist die Pixel-Serie erste Wahl. Android-Updates werden sehr früh bereitgestellt, und der Software-Support läuft über einen langen Zeitraum: Google verspricht drei neue Systemversionen und fünf Jahre Sicherheitspatches.

Uns gefällt zudem die zurückhaltend-moderne Optik der Oberfläche, die in Kontrast zum verspielt-bunten Look von asiatischen Herstellern wie Samsung oder Xiaomi steht. Gegenüber diesen haben die Pixel aber auch einige Nachteile, die wir nicht unterschlagen wollen: Bei Google gibt es kaum Anpassungsmöglichkeiten für das Always-on-Display, zudem fehlen Features wie App Cloning oder ein Tresor.

Wer von anderen Herstellern kommt, wird daher vielleicht das eine oder andere vermissen. Belohnt wird man dafür mit einigen Funktionen, die es nur auf Pixel gibt: Eine Musikerkennung blendet Künstler und Titel auf dem Sperrbildschirm ein, wenn ein Song in der Nähe abgespielt wird.

Ein Live-Widget auf dem Homescreen zeigt automatisch eine von der KI als besonders relevant erachtete Information an, zum Beispiel einen anstehenden Termin oder eine Unwetterwarnung. Google hat eine Oberfläche entwickelt, deren gut abgestimmte und konsistente Benutzerführung an die besten Tage von iOS erinnert.

Die neuen Pixel unterstützen alle aktuellen Funkstandards von 5G bis NFC. Der Nahfunkstandard Ultra Wide Band, dem eine große Zukunft vorhergesagt wird (unter anderem als elektronischer Schlüssel fürs Auto) ist dagegen nur beim Pro-Modell mit an Bord.

Eine besondere Erwähnung verdient Wi-Fi 6E, das das 6-GHz-Band erschließt. Die Antennen des Pixel 7 Pro sind aber nicht gut eingestellt, wir messen Probleme beim Upload, die wohl auf Reflexionen im Gehäuse zurückzuführen sind – dafür sollte Google demnächst ein Update nachschieben. Ein Novum ist die Unterstützung von zwei eSIM-Profilen, die im kommenden Jahr per Update freigeschaltet werden soll.

Momentan kann man die Phones auf dem klassischen Weg mit zwei SIM-Karten nutzen, also mit einer Nano-SIM und einer eSIM. Beim Speicher sind die Auswahlmöglichkeiten begrenzter, denn es werden mit 128 GB und 256 GB nur zwei Varianten angeboten. 128 GB sind für ein Top-Smartphone eigentlich zu wenig, zumal eine Speicherweiterung nicht möglich ist.

Google Pixel 7 Pro

Pro

  • tolle Verarbeitung mit sehr hochwertigen Materialien samt IP68
  • leuchtstarkes OLED-Display mit 120 Hz und sehr guter Qualität
  • Chipsatz mit starker Grafikleistung und umfangreicher Connectivity (Wi-Fi 6E)
  • aktuelle Software mit einzigartigen KI-Funktionen von Google und langem Support
  • vielseitiges Kamerasystem mit 3 Brennweiten und Top-Qualität
  • überragende Akkulaufzeit

Contra

  • App Cloning und ein Tresorfehlen, AoD kaum anpassbar
  • sparsamer Lieferumfang

Fazit

connect-Urteil: sehr gut (425 Punkte)

Online-Siegel
Sehr gut
Google Pixel 7 Pro
Smartphone
Januar 2023 Zum Produkt

Klare Empfehlung

Die Laufzeit hat Google verlängert: von 9:58 Stunden auf 11:13 Stunden (Pro) und von 10:46 Stunden auf 12:18 Stunden. Das sind mehr als alltagstaugliche Werte, durch den Tag kommt man mit beiden Pixel locker. Eine Enttäuschung ist erneut der magere Lieferumfang, denn Google legt weder ein Netzteil noch eine Hülle oder Schutzfolie bei.

Beide Phones lassen sich mit maximal 30 Watt laden, was mit Blick auf den Preis zu wenig ist. Ein entsprechendes Netzteil kostet im Google-Shop 30 Euro, man kann jedoch auch andere Netzteile verwenden, sofern sie USB PD 3.0 unterstützen. Kabellos sind bis zu 23 Watt mit Googles Ladestand (79 Euro) möglich, wenn man andere Qi-Geräte nutzt, ist bei 12 Watt Schluss. Peripheriegeräte können über Reverse Charging aufgeladen werden.

Bei den Empfangseigenschaften macht das Pixel 7 mit durchweg guten bis sehr guten Werten eine bessere Figur als das Pro. Die Akustik ist dagegen bei beiden Modellen nur durchschnittlich, hier ist noch Spielraum für Optimierungen. Aber schon jetzt können wir das Pixel 7 und das 7 Pro empfehlen.

Es sind nicht die besten Android-Smartphones, aber diejengen mit der besten Anbindung an Google-Dienste. Die Software ist ausgesprochen gut mit der Hardware verzahnt, und die Fotoqualität spielt in bestimmten Situationen in der Extraklasse. Dabei bleibt der Preis moderat. Mit diesen gelungenen Weiterentwicklungen macht man nichts verkehrt.

Bilderkennung und Sprache: Diese Extras gibt es nur bei Pixel

KI ist ein Steckenpferd von Google, das zeigen einmal mehr die neuen Pixel-Phones.

Der rasante Aufstieg von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz, den man seit 10 Jahren beobachten kann, ruht auf zwei Säulen: der Erfassung und Speicherung immer größerer Datenmengen und immer leistungsfähigerer Computersysteme, um diese Daten zu sortieren und auszuwerten.

Es ist kein Zufall, dass ein datenbasiertes Unternehmen wie Google ein Pionier bei der Entwicklung von KI ist. Die Spracherkennung ist führend, genauso wie die Bilderkennung und -bearbeitung. Mit Tensor hat Google im letzten Jahr begonnen, eigene Prozessoren zu entwickeln, die maßgeschneidert für die speziellen Algorithmen von maschinellem Lernen sind.

Auf den Pixel-Modellen zeigt die Kombination aus Hard- und Software, wozu KI heute schon in der Lage ist: Ein Gespräch wird in Echtzeit im Phone übersetzt, ein Vortrag live transkribiert. Der „magische Radierer“ entfernt unerwünschte Objekte aus Fotos. Neu hinzugekommen ist der Scharfzeichner, der verwackelte Fotos nachschärft und dabei erstaunlich präzise ist. Das in den Pixeln gebündelte KI-Knowhow von Google ist ein starkes Kaufargument.

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Tensor 2: SoC mit Schwerpunkt auf maschinellem Lernen

Die zweite Generation von Googles eigenem System-on-Chip (SoC) bietet keine grundlegenden Neuerungen und setzt wieder eigene Schwerpunkte.

Mit dem Design des Tensor 2 unterscheidet sich Google von der Konkurrenz von Samsung, Qualcomm und Mediatek. Die setzen auf die neueste ARM-Architektur v9, die die in den letzten Jahren dominierende v8.1 ablöst und einen Schub für Performance und Effizienz bringt.

Google bleibt bei v8.1 und kann darum auch nicht die neuesten Kerne von ARM nutzen: Statt des Performancekerns X2 (Snapdragon 8+ G1, Exynos 2200, Dimensity 9000+) kommt noch der X1 zum Einsatz. Auch bei den mittleren Kernen und bei den Effizienzkernen hinkt Tensor G2 eine Generation hinterher.

Der eigentliche Star des SoC ist aber ohnehin die Recheneinheit, die für maschinelles Lernen zuständig ist: Die Tensor TPU G2 soll 60 Prozent schneller rechnen und dabei um 20 Prozent effizienter sein als der Vorgänger. Sie ermöglicht die Gesichtsentsperrung, die Google nun endlich bei der Pixel-7-Serie einführt.

Auch andere Features mit dem Schwerpunkt Objekt- und Sprachanalyse profitieren, unter anderem Nachtfotos oder der neue Scharfzeichner. Deutlich wird: Mit Tensor will Google keine Leistungsrekorde aufstellen, sondern die Performance speziell von KI-Berechnungen optimieren – hier spielt Tensor 2 ganz vorne mit.

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