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Modularer Solar-Batteriespeicher mit oder ohne Balkonkraftwerk, robusten Akkus und bis zu 10,8 kWh bzw. 32,4 kWh Kapazität

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Kompakt, stark und clever

Das System SolidFlex 2000 von Indevolt setzt zur Stromspeicherung auf robuste „halbfeste“ Lithum-Eisenphosphat-Akkus und ein intelligentes Plug-and-Play-Konzept. Der von Absolventen der TU München gegründete Hersteller bietet ein modulares System an, aus dem sich jeder Interessent genau die gewünschte Speicherlösung plus optionale Photovoltaik zusammensetzen kann. Auch ein späterer Ausbau ist mit wenigen Handgriffen möglich. Hier unser Test.

Autor: Hannes Rügheimer • 18.12.2025 • ca. 6:15 Min

Online-Siegel
Sehr gut
IndevoltSolidFlex 2000
Modularer Solar-Batteriespeicher
Dezember 2025 Zum Produkt
Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Kompakt, stark und clever
Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Kompakt, stark und clever
© Indevolt
Frag’ die KI

Wie vielseitig die SolidFlex-2000-Serie ist, zeigt schon der Konfigurator auf der Website des deutschen Anbieters Indevolt: Basis ist der „Home Energy Hub“ SolidFlex 2000, der 1,8 kWh Speicherkapazität sowie vier MPPT-Eingänge bietet (Maximum Power Point Tracking – Anschlüsse für Solarpane...

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Pro

  • + Integrierter Wechselrichter für bis zu vier Solarmodule und bis zu 200 Watt Peak-Einspeisung + Auch für Betrieb mit vorhandenem Balkonkraftwerke, PV-System oder ganz ohne Solarmodule geeignet
  • Sicherstellung der 800-Watt-Einspeisegrenze
  • Einzelne Verbraucher können bis zu 2400 Watt über AC-Steckdose gesetzeskonform entnehmen
  • Eigenverbrauchs-Priorisierung durch Integration von smartem Stromzähler
  • Schon im Erprobungsbetrieb umfangreiche Unterstützung variabler Stromtarife
  • Modulares Konzept, einfache Integration von Zusatzspeichern
  • Notstrombetrieb mit schneller Umschaltzeit von 10 ms
  • Kompaktes Gehäuse, Tragegriffe, durchdachtes Design
  • Umfangreiche App-Funktionen, übersichtliche Benutzerführung
  • Batterie-Heizung für Outdoor-Betrieb

Contra

  • Nur 2,4-GHz WLAN
  • nur eine Ausgangssteckdose pro Home Energy Hub
  • In höheren Ausbaustufen recht hohe Gesamtinvestition

Fazit

Das modular aufgebaute SolidFlex-2000-System ist durchdacht und maximal flexibel – ob mit oder ohne Balkonkraftwerk, ob mit integriertem oder externem Wechselrichter und ob als kleiner ausgelegter Zwischenpuffer-Akku oder riesige Batteriespeicheranlage bis zu 32,4 kWh Gesamtkapazität – die Konfigurtation lässt sich an jeden Bedarf anpassen. Eine gut gemachte App dient dabei als zentrale Schaltstelle und unterstützt mit unterschiedlichen Betriebsarten alle relevanten Einsatzszenarien. Auch hier ist von Maximierung des PV-Eigenverbrauchs bis zum Ausnutzen variabler Stromtarife alles dabei – Letzteres zum Testzeitpunkt allerdings noch im Probebetrieb. Zudem überzeugt das Indevolt-System als Notstrom-Speicher mit schneller Umschaltzeit von 10 ms. connect-CHECK!-Testurteil: sehr gut

Wie vielseitig die SolidFlex-2000-Serie ist, zeigt schon der Konfigurator auf der Website des deutschen Anbieters Indevolt: Basis ist der „Home Energy Hub“ SolidFlex 2000, der 1,8 kWh Speicherkapazität sowie vier MPPT-Eingänge bietet (Maximum Power Point Tracking – Anschlüsse für Solarpanels). Dieses lässt sich mit bis zu fünf Erweiterungsakkus vom Typ SFA1800 ergänzen, von denen jeder 1,8 kWh Kapazität hinzufügt. So ergibt sich pro Speichersystem ein Maximalausbau von sechs Mal 1,8 kWh, also 10,8 kWh.

Welche Akkutechnologie wird beim Indevolt SolidFlex 2000 eingesetzt?

Zum Einsatz kommt die Akkutechnologie LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat), die auf ein „halbfestes“ (gel-artiges) Elektrolyt setzen und mit hohen Ladeströmen, hoher Leistungsdichte, hoher Zyklenfestigkeit und geringer Empfindlichkeit überzeugt. Auf diese Technologie bezieht sich auch der Produktname „SolidFlex“.

Das Basismodul, der „Home Energy Hub“, gibt es zur UVP von 1199 Euro – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Tests in der Vorweihnachtszeit 2025 wurde sein Preis auf 649 Euro reduziert. Jede SFA1800-Ergänzungsbatterie hat eine UVP von 699 Euro, zum Testzeitpunkt gesenkt auf 499 Euro.

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Kombi-Konfiguration
Im Webshop lässt sich genau die Konfiguration zusammenstellen, die für den eigenen Bedarf benötigt wird.
© Indevolt

Zusätzlich liefert der Anbieter auf Wunsch bis zu vier bifaziale Solarpanels, die es in Versionen mit 445 Watt (299 Euro pro Stück) oder 500 Watt Peak-Leistung gibt (399 Euro pro Stück, zum Veröffentlichungszeitpunkt 349 Euro pro Stück). Alternativ bietet der Indevolt-Onlineshop alternativ auch flexible, also biegsame Panels (Vierer-Pack mit 225 W Peak-Leistung für 599 Euro, zum Veröffentlichungszeitpunkt 499 Euro).

Je nach gewünschtem Aufstellungsort für die Solarmodule liefert Indevolt ohne Aufpreis Halterungen für Schräg- oder Flachdächer oder Balkonbrüstungen mit. Dafür müssen, abhängig vom Standort der Module und des Home Energy Hubs jedoch unter Umständen noch MC4-(Solarpanel-) Verlängerungskabel hinzugekauft werden.

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Screenshots 1-3
Links: Beim Setup weist die App deutlich darauf hin, dass nur 2,4-GHz-WLANs unterstützt werden. Mitte: Die konfigurierbare Statusanzeige zeigt alle wichtigen Kenndaten auf einen Blick. Rechts: Die gewünschte Betriebsart lässt sich unter „Energiemodus“ auswählen.
© Hannes Rügheimer

Wie schaut eine flexible Konfiguration aus?

Aus diesem Baukasten lässt sich individuell zusammenstellen, wie die heimische Energie-Infrastruktur bestückt werden soll – mit Balkonkraftwerk oder ohne. Wer vier Solarpanels direkt an dem im Home Energy Hub integrierten Wechselrichter anschließt, kann gesetzeskonform bis zu 2000 Watt maximale Panelleistung installieren.

Das SolidFlex-2000-System sorgt dann dafür, dass wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben nicht mehr als 800 Watt ins Hausnetz eingespeist werden. Eventuelle Überschüsse landen im Batteriespeicher. Für größere Ambitionen unterstützt der Hersteller auch, mehrere Balkonkraftwerksysteme in mehreren Bereichen zu koppeln. Auch so ein Verbund sorgt dann dafür, dass die maximal zulässige Einspeiseleistung von 800 Watt nicht überschritten wird und Solar-Überschüsse in den Batterien landen.

Werden elektrische Verbraucher direkt an der Ausgangssteckdose angeschlossen, kann jeder Home Energy Hub direkt bis zu 2400 Watt abgeben. Für das Maximum von drei gekoppelten Systemen nennt Indevolt daher bis zu 7200 Watt AC-Ausgangsleistung – bei einer maximalen Speicherkapazität von beeindruckenden 32,4 kWh.

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: MPPT-Eingänge
In der Standardversion mit integriertem Wechselrichter bietet das SolidFlex 2000 insgesamt vier MPPT-Eingänge.
© Indevolt

Kann ein bestehendes Blakonkraftwerk mit dem Indevolt-System kombiniert werden?

Ebenso ist aber auch möglich, das Indevolt-System mit einem bereits bestehenden Balkonkraftwerk zu kombinieren. Dabei kann der vorhandene Wechselrichter weiter verwendet werden, die Einspeisung des Solarstroms erfolgt dann über das Haus-Stromnetz.

Oder aber man verzichtet ganz auf den Solar-Teil und nutzt den Speicher, um von variablen Stromtarifen zu profitieren – sprich: Strom günstig einzukaufen, um den Heim-Batteriespeicher aufzuladen, und die gespeicherte Energie dann zu Zeiten höherer Strompreise wieder zu verbrauchen.

Die nötige Backend-Unterstützung für dieses Szenario befindet sich aktuell allerdings noch in einer Erprobungsphase – wir kommen darauf weiter unten nochmal zurück.

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Screenshots 4-6
Links: Bis zu vier PV-Module lassen sich anschließen, die App zeigt die Einspeisung pro MPPT-Eingang an. Mitte: Wie alle Einspeise- und Verbrauchsdaten lassen sich auch die Solarerträge pro Tag, pro Woche, pro Monat oder pro Jahr kumulieren. Rechts: Die Ladestände von Grundmodul und Zusatzbatterie(n) werden einzeln angezeigt.
© Hannes Rügheimer

Für entsprechende Einsatzszenarien bietet der Hersteller unter der Bezeichnung „SolidFlex 2000 Eco“ auch eine Variante seines Home Energy Hubs ohne integrierten Wechselrichter an (UVP 1199 Euro, zum Veröffentlichungszeitpunkt 599 Euro).

Wie lässt sich das Hauptmodul erweitern?

Werden ein oder mehrere Erweiterungsspeicher installiert, lassen sich diese einfach stapeln. Dazu schraubt man eine Gummiabdeckung an der Unterseite des Hauptmoduls ab, die den entsprechenden Erweiterungsstecker freigibt – der passt dann wiederum ins Gegenstück auf der Oberseite der Zusatzbatterie. Dasselbe Spiel lässt sich nach Bedarf für weitere gestapelte Akkus wiederholen.

Damit ein in die Höhe wachsender Turm nicht instabil wird, zählen passende Befestigungswinkel und Schrauben zum Lieferumfang. Außerdem lässt sich das unterste Modul mit variabel einstellbaren Standfüßen bestücken, um eventuelle Unebenheiten des Bodens auszugleichen.

Mit 21,5 Kilogramm beim Hauptmodul und 19,5 kg bei den Zusatzbatterien sind die Module keine Leichtgewichte, lassen sich dank im Gehäuse integrierter Griffe aber gut transportieren.

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Screenshots 7-9
Links: Die App zeigt alle Stromflüsse im Gesamtsystem an. Mitte: Die Berichts-Funktion liefert darüber hinaus detailliert aufgeschlüsselte Statistiken und Verlaufskurven. Rechts: Bei den Last-Einstellungen lassen sich smarte Zähler und Steckdosen einbeziehen.
© Hannes Rügheimer

Lässt sich das Indevolt SolidFlex 2000 System auch im Freien aufstellen?

Das Hauptmodul und die Zusatzakkus sind nach IP65 zertifiziert und vertragen laut Hersteller einen breiten Umgebungstemperatur-Bereich von -20 bis +60 °C. Somit ist eine Outdoor-Aufstellung möglich – wie bei allen Batteriesystemen empfiehlt sich aber, dies in einem wettergeschützten Bereich wie etwa unter einem Vordach zu tun.

Die insgesamt kompakte Bauweise der Module ist bei der Suche nach einem geeigneten Standort auf jeden Fall hilfreich. Bei winterlichen Temperaturen unterstützt eine Akkuheizung das Aufladen und einen möglichst batterieschonenden Betrieb. Ganzjährig sorgt eine Batterieoptimierungs-Elektronik für Akkupflege und -konditionierung sowie ein Ausbalancieren der einzelnen Akkuzellen (das Prinzip beschreibt der Hersteller in diesem Blog-Eintrag)

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Gestapelt
Der Home Energy Hub und seine Zusatzbatterien werden einfach aufeinander getürmt.
© Indevolt

Wie läuft die Einrichtung, Steuerung und die Integration ins heimische WLAN ab?

Zur Einrichtung und Steuerung des Systems und dessen Integration ins heimische WLAN dient die Indevolt-App. Sie findet sich problemlos in den App Stores von Google und Apple, zur weiteren Erleichterung hat der Hersteller aber auch einen QR-Code auf die Oberseite des Home Energy Hubs aufgedruckt, der direkt zum Download führt.

Die App verlangt das Anlegen eines Benutzerkontos, was nachvollziehbar ist, um auch von unterwegs auf das System zugreifen zu können. Den Home Energy Hub findet das Smartphone dann per Bluetooth, die App führt durch die Anmeldung am WLAN. Letzteres ist auf Wi-Fi 5 auf 2,4 GHz beschränkt – auf die Einschränkung auf diese untere WLAN-Frequenz wird in der App aber zumindest grafisch deutlich hingewiesen.

Wird der maximaler Eigenverbrauch gut unterstützt und priorisiert?

In der App lässt sich die Betriebsart des Systems wählen, außerdem zeigt sie jederzeit den Status des Systems. Standardeinstellung für den Betrieb eines Balkonkraftwerks ist „Eigenverbrauch Priorisiert“. Damit das System über den aktuellen Verbrauch im gesamten Haushalt informiert ist, kann man einen Hutschienen-Stromzähler einbeziehen. Wer ihn gleich mit dem Home Energy Hub und eventuellen Erweiterungskomponenten mitbestellt, erhält ihn sogar kostenlos – die UVP beträgt 99 Euro.

Nachträglich kaufen kann man kompatible smarte Zähler von den Herstellern Solarman oder Shelly – im Indevolt-Onlineshop in beiden Fällen für 109 Euro. Da ein solcher Zähler im Sicherungskasten eingebaut werden muss, muss dies aber auf jeden Fall ein Elektriker durchführen, wofür entsprechende Kosten anfallen. Sollen bestimmte elektrische Verbraucher gezielt nur bei aktuellem Stromüberschuss eingeschaltet werden, lässt sich dies mit Smart Plugs von Solarman erreichen, die pro Stück 29 Euro kosten.

Indevolt SolidFlex 2000 im Test: Screenshots 10-12
Links: Im Modus „Echtzeit“ kann man Leistungsaufnahme und -abgabe nach Bedarf gezielt einstellen. Mitte: Der Smart-Modus für variable Stromtarife wird derzeit in einer Testphase angeboten. Rechts: Bei der Konfiguration steht eine Vielzahl von Stromanbietern und -Tarife zur Auswahl.
© Hannes Rügheimer

Welche Betriebsarten lassen sich einstellen?

Als weitere Betriebsart kann man einen rein zeitgesteuerten Lade-/Entladeplan definieren. Dies macht beispielsweise Sinn, wenn der Ertrag von Solarmodulen tagsüber gespeichert werden soll, während kein Bewohner zu Hause ist, und dieser Strom dann in den Abendstunden verbraucht werden soll. Im Vergleich zu einer zählergesteuerten Ein- und Ausspeisung ist diese Strategie zwar etwas unschärfer, kann für das verbreitete Nutzungsszenario „Tagsüber laden, abends verbrauchen“ aber doch recht effektiv sein. Die maximale Lade- und Entlade-Leistung lässt sich für Zu- und Ablauf zwischen 100 und 2400 Watt einstellen.

Überdies wird noch ein Echtzeit-Modus angeboten, der vor allem dafür gedacht ist, das Speichersystem gezielt als Energiequelle nach Bedarf (etwa für Kaffeemaschine, Ofen, Elektrogrill o.ä.) einzusetzen.

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Wie eingangs bereits erwähnt, steht darüber hinaus eine „Preisbasierte Strategie“ zur Wahl. Sie ist darauf angewiesen, tagesaktuelle Strompreis-Informationen aus dem von Indevolt betriebenen Backend zu beziehen. Der entsprechende „Smart“-Service befand sich zum Testzeitpunkt in einem kostenlosen Erprobungsbetrieb.

Nach Bestätigung, dass die Infos eventuell nicht aktuell sein könnten, lässt sich komfortabel nach Bundesland der genutzte Stromlieferant und dessen Stromtarif auswählen. Zur umfangreichen Liste zählen alle einschlägigen Anbieter wie Tibber, Octopus oder Nordpool sowie viele weitere regional aktive Energielieferanten.

Auch ein Stromverkaufspreis kann dabei berücksichtig werden, wobei Eigenverbrauch grundsätzlich das attraktivere Nutzungsmodul für selbst erzeugten Strom darstellt. Es ist anzunehmen, dass der entsprechende Infoservice nach Übergang vom Erprobungs- in den Regelbetrieb eine Abogebühr kosten wird – eine entsprechende Ankündigung hat der Hersteller aber bislang noch nicht gemacht.

Lohnt sich ein Indevolt SolidFlex-2000-System?

Insgesamt gilt: Bis sich die Investition vor allem in ein größer ausgebautes Gesamtsystem amortisiert, dürften eine ganze Reihe von Jahren ins Land gehen. Das ist aber bei anderen Photovoltaik- und Stromspeicherlösungen auch nicht anders. In jedem Fall profitieren Nutzer schon jetzt davon, je nach Ausbaustufe ziemlich energieautark zu sein und selbst erzeugten Solarstrom so weit wie möglich selbst verbrauchen zu können.