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KEF LSX im Test

KEFs neue kleine LSX wird als farbenfrohes Design-Gagdet vermarktet. Doch der Streaming-Client darin ist erwachsen und verspricht Updates für Roon und AirPlay 2. Erstaunlich groß ist auch der Klang der Kleinen. Lesen Sie unseren Test hierzu.

KEF LSX im Test

© KEF

KEF LSX im Test

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EUR 1.199,00

Pro

  • vielseitig
  • ausgewogen un transparent
  • ersetzt Kompletanlage für Einsteiger

Contra

Fazit

stereoplay-Testurteil: 74 Punkte; Klang: Spitzenklasse (53 Punkte); Preis/Leistung: überragend
Gut

Die Markteinführung der LS 50 Wireless war zweifelsohne ein Coup der Engländer: Quasi aus dem Nichts hatten sie vor zwei Jahren bei Funktionsumfang und Bedienung von vollaktiven Streaming-Boxen Maßstäbe gesetzt. Mit der LSX legen sie jetzt auf erstaunliche Art und Weise den Maßstab höher. 

Sieht die Box aus wie eine verkleinerte Variante, überrascht sie beim zweiten Hinsehen mit einem gefälligeren, stoffbespannten Außengehäuse und einem moderneren, Roontauglichen Streaming-Client, der demnächst auch für Spotify Connect und AirPlay 2 ein Update erhalten soll. Richtig spannend wird die Sache beim Preis: Mit 1200 Euro kostet sie kaum mehr als die Hälfte eines LS50-Sets (unser Test).

Vielfalt eingebaut 

Das grundsätzliche Konzept dabei blieb: Die beiden Boxen, ein Master und ein Slave, werden beide mit Strom versorgt und entweder drahtlos oder (für 24/96 obligatorisch) per Ethernet-Kabel miteinander verbunden. 

In jeder Box befinden sich zeitrichtig filternde DSP-Weichen und getrennte Verstärkerkanäle, 70 Watt treiben den Tiefmitteltonkonus und 30 Watt den Hochtöner an, die Kühlung erfolgt nicht über einen massigen Kühlkörper, sondern über Rückwand und Reflexrohr. 

KEF LSX im Test - Rückansicht

© KEF

Hightech auf engstem Raum: oben rechts der gebogene Reflexkanal, rechts der 11-cm-Koax mit Waveguide für den Hochtöner. Übersichtlich: das Terminal. Neben den Eingängen sitzt der Sub-Ausgang.

Das von KEF bekannte UniQ-Chassis ist eine Nummer kleiner als die LS-50-Variante, wobei neben dem – in mehreren Farbvarianten bombierten – Alu-Magnesium-Tiefmitteltöner auf 10 cm auch der Hochtöner auf 1,9 cm verkleinert wurde, was in Kombination mit dem innen feststehenden, kronenförmigen Waveguide auch den Abstrahlwinkel verbreitern soll. 

Bis das Paar wirklich Musik wiedergibt, ist ein kleiner Installationsprozess mit einer eigenen App notwendig. Diese wird zum Streamen nicht benötigt, beinhaltet aber auch die akustische Anpassung an Raum und Aufstellung sowie die integrierte Subwoofer-Weiche, sollte also auch nicht sofort deinstalliert werden. 

Musik zugespielt wird wahlweise über analoges oder optisches Kabel, per Bluetooth oder über LAN/WLAN per DLNA Streaming. Die proprietäre Streaming-App ist simpel, aber relativ schnell und zuverlässig, wenn man von einem Server im Netzwerk aus streamen will oder einen der integrierten Services nutzen will, etwa Tidal. Der Direktzugriff auf lokal gespeicherte Musik ist via Bluetooth (aptX 4.2) möglich.

KEF LSX im Test - App

© Screenshot & Montage: stereoplay

Die vom Streaming separate Control-App hilft bei der Installation mit Schritt-für-Schritt-Tipps, wenn es mal klemmt (links). Etwas versteckt enthält sie auch die vorbildliche Anpassung an Aufstellung und Raumakustik, wahlweise für Einsteiger oder Experten (rechts).

Große Abbildung

In unserem akustisch optimierten stereoplay-Hörraum wirkte die LSX optisch eine Spur zu kompakt, und kaum ein Tester traute ihr eine raumfüllende Vorstellung zu, als sie auf den Ständern Platz nahmen. 

Unkenrufe, die Box lieber als Schreibtischmonitor zu testen, strafte Anton Rubinsteins „Dämon“-Ballett (High End Reference Tracks) Lügen: Die KEF öffnete den Konzertsaal weit und tief wie eine große High-End-Anlage und gab bis zu mittleren Pegeln das Orchester auch mit sattem Fundament und vollwertigen Klangfarben wieder. 

Aus audiophiler Sicht überzeugend war dabei auch ihre Durchhörbarkeit und Transparenz, die in Kombination mit der distanzierten Orchesterabbildung ungeahnt hohe Klangweihen erreichte. John Lee Hookers „Boom Boom“ gab sie dynamisch-treibend mit sattem Fundament wieder, allerdings sollte man vom passablen Tiefbass keine Wunder erwarten. 

Sobald es lauter wurde, deutete die LSX Bassimpulse nur an. Wandnah plaziert, klang sie bei Dire Straits „Brothers in Arms“ voluminöser und feindurchzeichnet, wenn auch nicht allzu pegelstark. Die LSX ist kein Party-Lautsprecher, aber die wohl eleganteste Art, Streaming und audiophilen Klang in ausnahmslos jedes Wohnzimmer zu bringen.

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Fazit

Dieses vielseitige Streaming-Konzept ersetzt für Einsteiger die Komplettanlage. Bietet von allen bekannten Mini-Lösungen den wohl ausgewogensten, transparentesten und räumlich audiophilsten Klang, bei Bass und Pegel naturgemäß deutlich begrenzt.​

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