Nokia erobert die Mittelklasse

Nokia 7.1 im ersten Test

Während Apple mit dem iPhone stramm auf 1500 Euro zumarschiert und die Welt auf ein neues Highend-Phone von Nokia wartet, bleiben die Finnen ganz cool und stellen das Modell 7.1 ins Regal. Das hat es in sich, wie der erste Test zeigt.

Nokia 7.1

© connect

Das neue Nokia 7.1 ist deutlich kompakter als das Plus-Modell

Der Smartphone-Markt kennt viele Verlierer und nur wenige Gewinner. Nokia gehört zu den Gewinnern und allein diese Tatsache ist schon unerhört, wenn man bedenkt, dass die Marke nach dem Scheitern von Windows Phone nicht nur am Abgrund stand, sondern eigentlich schon hineingefallen war. Aber man hat sich 2016 mit Feature Phones und Android-Smartphones neu erfunden und eilt seitdem von einem Erfolg zum anderen. “Wir steigern kontinuierlich unsere Marktanteile - und das in einem Markt der schrumpft”, erklärt Deutschland-Chef Sebastian Ulrich im Gespräch mit connect.

Dass er und sein Unternehmen HMD, das hinter dem neuen Nokia steht, sich darauf nicht ausruhen, sondern weiter Vollgas geben, macht das neue Smartphone deutlich, dass zwischen uns auf dem Tisch liegt und nur 339 Euro kosten wird, wenn es am 18. Oktober in den Handel kommt.

Nokia 7.1 und Nokia 7 Plus

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Glas und Metall statt rustikalem Vollmetallgehäuse: Das 7.1 im Vergleich mit dem 7 Plus.

“Das Nokia 7 Plus war ein großer Erfolg und wir glauben, dass wir mit dem Nokia 7.1 noch mal eine Schippe drauf legen können”, erklärt Ulrich. Und wer das Phone in die Hand nimmt, möchte nicht widersprechen. Im Gegensatz zum Nokia 7 Plus, das mit seinem Vollmetallgehäuse einen sehr wertigen und robusten Eindruck hinterlässt, aber eben auch wie ein Klotz in der Hand liegt, verschwindet das neue Nokia 7.1 auch in engen Hosentaschen. Es ist mit 160 Gramm mehr als 20 Gramm leichter und zudem mit 150 x 71 Millimeter viel kompakter. Dabei ist das Display nur geringfügig geschrumpft, von 6 auf 5,8 Zoll. Möglich macht es die maximale Ausnutzung der Frontseite, deren hervorstechendes Merkmal die Notch ist, eine ins Display hineinragende Einkerbung für Kamera und Sensorik.

Nokia 7.1 und Nokia 7 Plus

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Kein optischer Zoom mehr, die zweite Linse dient nur noch dem Bokeh: Das 7.1 im Vergleich mit dem 7 Plus.

Trotz der neuen Glas-Metall-Bauweise ist das 7er sofort als solches erkennbar, denn am Markenzeichen der Modellreihe, einem den Rahmen umlaufenden Kupferstreifen, hält Nokia weiter fest. Design und Verarbeitung sind absolute Spitzenklasse und lassen das Smartphone viel teurer aussehen als es ist. Technisch wird solide Kost geboten, Nokia bewegt sich hier im Rahmen dessen, was man in dieser Preisklasse erwarten kann.

Die technischen Daten im Überblick:

  • LCD mit 5,8 Zoll, 2280 x 1080 Pixel, HDR10-Unterstützung
  • Qualcomm Snapdragon 636 mit 3 GB RAM
  • 32 GB Speicher + microSD oder zweite SIM
  • Hauptkamera mit 12 Megapixel und zweitem 5-Megapixel-Sensor für Bokeh
  • Frontkamera mit 8 Megapixel
  •  LTE Cat 6, WLAN ac, Bluetooth 5 + aptX, USB-C, Klinkenbuchse
  • 150 x 71 x 8 mm, 160 Gramm
  • Akku mit 3060 mAh, 18-Watt-Netzteil im Lieferumfang
Nokia 7.1

© connect

Auf dem Phone ist Android 8 in Reinform installiert. Ein Update auf 9 kommt in Kürze.

Das Nokia 7.1 ist, wie alle Android-Phones von Nokia, Bestandteil von Googles Android-One-Programm. Das bedeutet: Installiert ist ein natives Android-System ohne Zusätze. Zwei neue Android-Versionen sind garantiert, außerdem für drei Jahre monatliche Sicherheitsupdates. Verkauft wird das Nokia 7.1 mit Andoid Oreo, ein Update auf die aktuellste Version 9 “Pie” ist in Arbeit und wird noch in diesem Jahr an die Geräte ausgeliefert.

Der erste Eindruck ist top. Das Display ist leuchtstark, die Kamera reaktionschnell, so wie die gesamte Bedienoberfläche. Qualcomms nagelneuer Snapdragon 636, bei dem es sich um eine Version des 660er mit reduzierter Taktung und damit reduziertem Energieverbrauch handelt, bringt das System ordentlich auf Trab. Bei der Kamera setzt Nokia auf ein Doppel aus 12 und 5 Megapixel, dabei dient die 5er-Optik ausschließlich zur Abstandsmessung und damit zur Simulation von Hintergrundunschärfe (Bokeh).  Zur Qualität der Fotos möchten wir an dieser Stelle noch nichts sagen – was sich aber jetzt schon sagen lässt: Nokia ist hier ein tolles Smartphone gelungen. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse aus unserem Testlab.

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