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Streaming-Receiver

Onkyo TX-8390 im Test

Längst hat modernes Streaming Einzug in vielerlei HiFi-Geräte gefunden. Jetzt kommt Onkyo mit einem kraftvollen Stereo-Receiver, der Analogtechnik nebst Phono mit Musik-Streaming bis hin zu Roon verbindet. Lesen Sie unseren Test hierzu.

© Onkyo

Der Onkyo TX-8390 überzeugt durch umfangreiche Ausstattung sowie durch sein dreigleisig ausgelegtes Bedienkonzept.

Pro

  • umfangreiche Digital-/Streaming-Ausstattung
  • Roon-Anbindung
  • Vollmetall gefertigt
  • Video-Unterstützung

Contra

Fazit

Stereoplay Gesamturteil: 70 Punkte; Klang (analog/Streaming/USB): 46/47/47 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Auf den ersten Blick ist der Onkyo TX-8390  nicht von Receivern der reinen Analog- Ära zu unterscheiden. Kein Wunder, nehmen doch Analog-Endstufen, Anschlüsse, Display und Bedienelemente ihren üblichen Platz ein. 

Moderne Streaming-Technik hingegen ist diesbezüglich sehr genügsam, kommt meist mit wenigen Chips aus und lässt sich bequem in Verstärker integrieren. Der Preis für den Onkyo beträgt 900 Euro, was allein angesichts der üppigen Ausstattung mit modernsten Features günstig erscheint. 

Doch auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen, und bereits beim Anheben weckt das 12 Kilogramm schwere, in Vollmetall gefertigte Gerät gewisse Erwartungen. Die – soviel gleich vorweg – werden mühelos erfüllt, denn Dank 2 x 225 Watt Sinusleisung an vier Ohm und gutmütigem Impedanzverhalten lassen sich die meisten Lautsprecher mit genügend Power versorgen. 

Möglich ist der Betrieb eines zweiten Lautsprecherpaars, alternativ dazu auch Bi-Wiring. Außerdem gibt es Ausgänge für eine externe Endstufe sowie für Subwoofer.

Als analoge Programmquellen akzeptiert der TX-8390 Phono MM, normgerecht ausgelegt, rauscharm und klanglich ausgewogen. Dazu kommen vier Hochpegeleingänge sowie im Digitalbereich zweimal per Toslink und einmal Koaxial. 

Die einfachste Möglichkeit, selbst gerippte Musik wiederzugeben, bietet sich per Festplatte bzw. SSD. Dazu enthält der TX8390 auf der Rückseite eine USB-Buchse mit 1-Ampere-Stromversorgung, die sicher für den Betrieb von 2,5-Zoll-HDDs ausreicht.

© Onkyo

Am TX-8390 lassen sich sechs Videogeräte nach neuesten 4K-HDMI-Standards betreiben. Ein Vorstufenausgang sowie Phono-In sind ebenfalls vorhanden.

Beliebige HDDs nutzbar

Durch Unterstützung des NTFS-Dateisystems sind auch sehr große Speicherkapazitäten anschließbar. Der Receiver selbst arbeitet geräuschlos, eine 2,5-Zoll-HDD – etwa die Back-up Plus Portable von Seagate – ist selbst mit 4 Terabyte auch im Nahbereich fast unhörbar und bereits für ca. 120 Euro erhältlich. Darauf passen in FLAC 1600 Stunden HiRes-Musik mit 24/192 oder 10.500 Stunden in CD-Qualität. 

Die Stromversorgung über die USB-Buchse ist leider dauernd eingeschaltet, sodass die HDD auch im Stand-By-Modus läuft. Eine zweite USB-Buchse gibt es noch auf der Frontplatte, die ist geschaltet, reicht aber vom Strom her bestenfalls für SSDs. Solche Dinge dürften sich per Firmware korrigieren lassen.

Der Netzwerkzugriff ist per LAN und WLAN-ac möglich, und zwar über das Protokoll UPnP/DLNA. Zur Steuerung und Bedienung gibt es eine Reihe von Apps fürs Smartphone, die größte Funktionalität bietet aktuell aber der Onkyo Controller. Er ist für die Einrichtung von Google Chromecast erforderlich und damit auch für die von UPnP unabhängige Bedienung über das ultimative Roon-Musiksystem. 

Wer auf das nicht gerade günstige Roon verzichten möchte, kann die App Bubble UPnP nutzen, die – bei flüssigem Ablauf – für die Wiedergabe der selbst gerippten Musik-Schätzchen mehr Informationen und Komfort bietet als die Onkyo-App. In der Praxis empfiehlt sich eine Kombination der genannten Apps.


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Neben der Steuerung per Apps hat der Onkyo noch zwei weitere vollwertige Bedienkonzepte zu bieten. Zum einen finden sich auf der fünf Millimeter dicken Frontplatte fast alle nötigen Knöpfe wie Eingangswähler, Lautstärke- und Klangsteller, aber auch Pfeil- und Entertasten, was in Verbindung mit dem guten Display eine Direktbedienung per Gerät erlaubt. 

Zum anderen liefert Onkyo eine schicke Fernbedienung mit, die in Korrespondenz zum anschließbaren Fernseher als On Screen Display nutzbar ist. Beim TX-8390 kommt also jeder auf seine Kosten.

Viele Netzwerk-Services Bezüglich moderner Netzwerk-Quellen und -Funktionen ist der TX-8390 vielfältig ausgestattet. So arbeitet er mit Spotify, AmazonMusic, TIDAL, Deezer und  TuneIn2 Webradio. Unterstützt werden weiterhin das Sonos Home Sound System 8, Google Chromecast, AirPlay 2 und FlareConnect. 

Sprachsteuerung ist mit Alexa3, Google Assistant und Siri-fähigen Geräten möglich, über  AirPlay 2 auch in Multiroom. Multiroom-Audio bietet der TX-8390 ebenfalls per DTS Play-Fi und Nutzung der Onkyo Control-App. Auch per Bluetooth ist das Streaming per Smartphone möglich, allerdings begrenzt auf Version 4.2 mit den Codecs SBC/AAC. 

Aus klanglichen Gründen wäre da DLNA etwa mit BubbleUPnP vorzuziehen. Per (Uralt-)Definition ist ein Receiver ein Verstärker mit Tuner, so auch der TX-8390, freilich mit FM und DAB+.

© Josef Bleier

Onkyo setzt beim TX-8390 auf eine Analogendstufe mit Trafo, großem Kühlkörper und 2 x 225 Watt Leistung. Der Digitalbereich (grüne Platine) wird über ein separates Schaltnetzteil mit Strom versorgt.

Neben der Verbindung zwischen Analog- und Digitalaudio vollzieht Onkyo einen weiteren Brückenschlag, und zwar zu Video. Genau genommen ist der TX-8390 sogar ein A/V-Receiver mit der Einschränkung, dass er statt Multikanal nur Stereo beherrscht. 

Auch für Video unterstützt er Top-Technik: HDCP 2.3, 4K/60p, 4:4:4:4/24-bit, BT.2020, Dolby Vision HDR10, HLG, 3D Video, DeepColor und Upscaling 1080p/4K. Als Anschlüsse stehen 6 HDMI-Eingänge und zwei Ausgänge bereit, einer mit Audio-Rückkanal. Somit lassen sich Bildinhalte wie Foto-Shows oder Konzerte aus vielen Quellen zum klangstarken HiFi-Ton genießen.

Im Audiobereich arbeitet der AK4458 von Asahi Kasei, ein Achtkanal-D/A-Wandler der Oberklasse, der 768 kHz/32 Bit beherrscht, obwohl Onkyo ihn nur bis 192/24  ausreizt.  Angewandt wird eine VLSC-Rauschfilterung, PLL-Anti-Jitter-Technologie für SPDIF-Audio, auch gibt es einen Pure Audio Modus für unverfälschten Analogklang.

Unterstützt werden hochauflösende Audioformate wie FLAC, WAV und AIFF bis 192 kHz/24 Bit sowie ALAC bis 96 kHz/24 bit. Dazu MQA und DSD bis 256-fach. Auch in diesem Punkt bietet der D/A-Wandler des TX-8390 noch reichlich Reserven. Beim Hörtest galt dann Power satt. 

Die Analog-Endstufe mit Trafo und 2x10.000 Mikrofarad-Elkos strotzte mit Top-Impulsbelastbarkeit, verkörpert in knallharten gezupften Bässen und tiefsten Paukenschlägen. Gepaart mit angenehm warmen Analogtönen und einer plastischen Tiefenstaffelung konnte der Onkyo überzeugen.

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Onkyo integriert Roon in Stereo-Receiver​

Mit dem TX-8390 bringt Onkyo den ersten konventionellen Receiver mit Roon-Anbindung. Allerdings ist dieser nicht „Roon Ready“ sondern nur „Roon Tested“. Mit diesen Zertifikaten macht Roon technische Vorgaben, nur so können die Geräte problemlos mit dem Roon Core kommunizieren. 

„Roon Ready“, bedeutet, dass so ausgestattete Geräte das Roon-eigene Netzwerkprotokoll RAAT enthalten und problemlos vom Roon-System gesteuert werden können. Das gilt insbesondere für die Lautstärkeeinstellung, die Roon in diesem Fall unmittelbar im Roon Endpoint vornimmt. 

Der Vorteil ist, dass dabei keine Dynamikverluste entstehen. Mit „Roon Tested“ wird die Pegeleinstellung nicht zwingend im Endpoint vorgenommen. Beim Onkyo funktioniert das zwar, doch sind lediglich Schritte von einem Dezibel möglich. Ohne Roon beträgt die Schrittweite ein halbes Dezibel. Außerdem ist der Roon-Zugriff nur über die im TX-8390 integrierte Chromecast-Anwendung realisierbar. 

Das erfordert allerlei Installationsaufwand, auch wird (nur) während der Pegeleinstellung per Roon zuweilen ein leichtes Knacken hörbar. Das dürfte sich aber per Firmware beheben lassen. Ohne Roon-Anbindung tritt der Effekt nicht auf.​

Fazit

Mit dem TX-8390 bringt Onkyo einen leistungsstarken Stereo-Receiver in analoger Endstufentechnik. Sehr umfangreich gibt sich die Digital-/Streaming-Ausstattung, bis hin zur Roon-Anbindung. Die Bedienung fährt Onkyo dreigleisig, sodass auch weniger App-affine User zum Zuge kommen.

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