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Plattenspieler mit System

Rega P6 mit Neo PSU & Ania im Test

Der Rega P6 kommt fertig montiert und justiert - für 1800 Euro samt Tonabnehmer und Netzteil. Wie klingt der Plattenspieler im Test?

Rega Planar P6

© Josef Bleier

Rega P6

Pro

  • exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • sehr guter Arm
  • dynamischer Klang

Contra

  • erstklassige MC-Vorverstärker sind Pflicht

Fazit

AUDIO Klangurteil: 98 Punkte; Preis/Leistung: überragend
Hervorragend

Das „Glück des Tüchtigen“ be­schwören die Tugendwächter mit schöner Regelmäßigkeit, wenn einem hart arbeitenden Zeitge­nossen vermeintlich der Zufall auf die Sprünge, zu Erfolg oder zu irdi­schen Gütern verhilft. Nun ist der Plattenspielerbau, so er denn seriös betrieben, wahrlich kein Glücksspiel, und guter Analog­klang alles andere als Glücks­sache. Tüchtige Hersteller wie Rega werden das bestätigen.

Die Engländer bauen seit 1973 Platten­spieler, haben ihr damals aufgestelltes Bauprinzip beharrlich beibehalten und doch stetig weiterentwickelt. Auch der P6 ist ein Rega, wie er im Buche des Gründers Roy Gandy steht: Ein möglichst leichtes Chassis soll klangstörende Resonanzen möglichst leicht ableiten. 

Dem Pflichtenheft folgten alle Mitglieder der neuen Rega­-Generation. Und wie die er­folgreich in AUDIO getesteten P3, P2 und P1 tritt auch der P6 als unprätentiöser Brettspieler auf. Wie beim P3 ist an ihm mit dem RB 330 ein hauseigener Radialtonarm (Einzelpreis 580 Euro) montiert, der mit spielfreien Lagern, geschickt sich zum Kopf hin ver­jüngenden Wandstärken und manier­licher Innenverkabelung zu den Shooting Stars der Szene zählt. 

Rega Planar P6 - Seite

© Josef Bleier

TRIPLE: lm Rega P6 vereinen sich ein ausgereiftes Leichtbau-Laufwerk, ein tadelloser Tonarm und ein exquisiter MC-Tonabnehmer zu einem überzeugenden Plattenspieler. Im Profil sieht man den unten ans Chassis angeflanschten Antriebsmotor und die Lagerbuchse des Subtellers.

Doch damit, mit dem 24­-Volt­-Synchronmotor und mit der ge­lochten Aluminiumstrebe zwi­schen Teller­ und Tonarmlager enden schon die Gemeinsamkei­ten. Die Zarge des P6 besteht nicht aus schnödem MDF, sondern aus einem Sandwich, ähnlich dem teuren RP 8 (2500 Euro). Zwei sehr dün­ne, aber steife Kunststoff-­Laminatschei­ben hegen eine Schicht aus geschäumten Polyurethan ein – auf seine Kosten dürf­te wirklich nur ein Bruchteil des Gesamt­gewichts von 5,2 Kilogramm gehen.

Schon stärker dürfte der aus einem Stück Aluminium gedrehte Subteller (P3: Kunst­stoff) zu Buche schlagen, der über den beim P3 nur im Tuning Kit erhältlichen Rundriemen zum Rotieren in seinem patentierten, hochpräzise gefertigten Bronzelager getrieben wird.

Der unter Rega­-Fans endgültige Aufrüst­-Tipp ist beim P6 schon im Preis von 1300 Euro (ohne System) enthalten: Das Netzteil Neo PSU, früher TT PSU­R (380 Euro), versorgt den Motor nicht nur mit von einem DSP akkurat aufbereiteter, saube­rer Sinus-­Energie, sondern enthebt den Benutzer dank an der Front umschaltba­rer Frequenz auch von der lästigen Pflicht, die Drehzahl durch Umlegen des Riemens manuell vorzunehmen.

Rega Planar P6 - Netzteil

© Josef Bleier

TREIBER: Das externe Netzteil Neo PSU versorgt den Motor der größeren Rega-Plattenspieler mit sauberen Sinusspannungen für die richtige Drehzahl. Beim P6 gehört „The Kraftwerk For The Turntable“ – so der Platinenaufdruck – fest zum Lieferumfang.

Schließlich lässt man den zweilagigen Glasteller – eine Schicht klar, die andere mattiert – doch gerne dort liegen, wo er hingehört. Das semitransparente Ding sieht einfach toll aus, freilich sollte für den Spielbetrieb die beiliegende Filzmat­te aufgelegt werden. Genau wie die als Staubschutz wie leider auch als Schall­fänger fungierende Acrylhaube abge­nommen gehört. 

Schön dranlassen darf man das Tonabnehmersystem Rega Ania. Der Moving Coil Pickup kostet einzeln stolze 650 Euro, doch  das Komplettpaket mit dem P6 nur 1800 Euro. Der deutsche Vertrieb bietet zum gleichen Kurs für den P6 auch das haus­eigene TAD Excalibur Black (Einzelpreis 700 Euro), das im Test in AUDIO hervorragend abschnitt.

Für den Test beließen wir es beim Re­ga­-Pickup, denn erstens befreite Regas clevere Dreischrauben­-Arretierung von der Lotterie der exakten Montage in der Headshell, zweitens passte es mit emp­fohlener Abschlussimpedanz von 100 Ohm exakt auf den einstellbaren Wert an der überragenden Phonovorstufe Accu­stic Arts Tube Phono II, die den Vollver­stärker T+A PA 3100 HV versorgte, der seinerseits die Lautsprecher B&W 802 D3 befeuerte.

Rega Planar P6 - Tonabnehmer

© Josef Bleier

TREFFER: Das Rega Ania überlässt die korrekte Montage nicht dem Zufall. Dank drei Schrauben stimmt die Geometrie immer.

Hörtest

Bestens versorgt fühlte sich die Jury auch mit analogen Tugenden wie voll­mundiger Stimmwiedergabe und farbfro­her Klanggestaltung. Das wohlige Organ von Mützenträger Gregory Porter er­klang sehr frisch auf „In Fashion“ vom Doppelalbum „Take Me To The Alley“, Keyon Harrolds Trompetensolo flirtete smooth mit den Trommelfellen. Härte­grad rauf, Dynamikspanne runter mit der virtuosen Progrock­Truppe Flying Colors und ihrer Doppel­-LP „Second Nature“. 

Das Trio Ania, RB 330 und P6 behielt im komprimierten Getümmel bestens die Übersicht, machte sogar noch Details wie Splash­ und Chinatype-­Beckenschlä­ge transparent. Klar heftiger zappelten die Zeiger des T+A beim hochdynami­schen „Sgt. Pepper“ (MFSL-­Pressung). Sauber moduliert kamen die Bässe (Tu­ba und E­-Bass), sehr schön trennte das Rega-­Ensemble die Chorstimmen. Clara Haskils unerreichtes Mozartspiel etwa im d-­Moll­-Konzert (Japan­-Pres­sung) gab der Rega mit einer feindynamischen Finesse, einer sauberen Struktur und präzisen Räumlichkeit wieder, die auch sehr teuren Laufwerken gut zu Gesicht stünde. Beim Rega P6 schmiedeten Tüchtige das analoge Glück.

Testsiegel audio 1/18 Rega Planar P6 Empfehlung Preis/Leistung

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel audio 1/18 Rega Planar P6 Empfehlung Preis/Leistung

Fazit

Der Rega P6 ist ein Meister des Understatements. Ohne irgendwelche Protz-Insignien kommt er, spielt und siegt. Mit seinem dynamischen, akkuraten und recht brillanten Klang erweist sich der Sechser als ein Hauptgewinn in der Preis-Leistungs-Lotterie. Kein Glückslos, sondern sauberes Handwerk mit Sinn und Verstand.

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