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Sonoro Meisterstück im Test

7.8.2018 von Andreas Eichelsdörfer

Sonoro nennt seine große Komplettanlage selbst­bewusst „Meisterstück“, genau wie die Montblanc­ Edelschreiber. Ob Zufall oder Absicht: Da gibt es durchaus Ähnlichkeiten, wie der Test zeigt.

ca. 3:35 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Sonoro Meisterstück im Test
Sonoro Meisterstück im Test
© Sonoro

Pro

  • voller und satter Klang
  • schöne Verar­beitung
  • komplette Ausstattung

Contra

Fazit

AUDIO Klangurteil: 85 Punkte; Ausstattung: überragend; Bedienung: sehr gut; Verarbeitung: überragend; Preis/Leistung: überragend


Hervorragend

Es ist ein unbeschreibliches Ge­fühl, mit einem Montblanc Meis­terstück zu schreiben. Nicht nur die edle Haptik, die markante Optik und das weltbekannte Logo, es ist auch das Schreiben selbst, das einen Montblanc von anderen Füllern und Kugelschreibern unterscheidet. Wer in die Meisterstückklasse einsteigen möch­te, muss für Kugelschreiber und Füllfederhalter mit Goldfeder zusammen über 1000 Euro auf die Theke blättern. Sonor bleibt genau einen Euro unter dieser Marke und ruft für sein Meister­stück 999 Euro auf. 

Wie bei den Edel­schreibern hat der deutsche Hersteller bei seiner Komplettanlage Wert auf Haptik und Optik gelegt. Das sieht und spürt man spätestens beim in sieben Schichten aufgetragenen Klavier­lack. Das Design ist stimmig, die Verarbeitung sehr hochwertig. Die Frontplatte aus Alumi­nium, die Knöpfe und Tas­ten, die Gerätefüße – das fühlt sich alles sehr gut an. An Funktionen bietet das Meisterstück alles, was das Musik­-Herz begehrt. Man ist schwer versucht, von der eierlegenden Woll­michsau oder ganz einfach von einem Alleskönner zu sprechen. 

Aber wir tun das bewusst nicht. Ein aufmerksamer Leser monierte einst bei einem Test eines All-­In-­Ones, dass die Überschrift „Alleskönner“ nicht stimme, da das Gerät zum Beispiel keinen Kaffee kochen konnte. Das trifft auch auf den Sonoro zu – Kaffee kocht er nicht. Aber ansonsten ist alles komplett: CD, DAB+, UKW, Internetradio, WLAN, Multiroom, Spotify Connect und Bluetooth. Letzte­res funktioniert sogar in beide Richtun­gen. Vom Smartphone auf den Sonoro und vom Sonoro auf einen Bluetooth­ Kopfhörer. Wer sich lieber bindet: Kopf­hörer lassen sich auch per Kabel an­schließen. An der Rückseite findet sich eine Phalanx an Schnittstellen: Aux­-In als Miniklinke und Cinch, Line-­Out als Cinch, optischer Digitaleingang, USB, RJ-­45 für den LAN­-Anschluss.

Sonoro Meisterstück - von unten
Die Tiefentöne schickt der Meisterstück praktisch aus seinem Bauch direkt in den Bauch des Hörers. Links zu sehen ist der Woofer, rechts der aufwendig geformte Bassreflexport, der Strömungsgeräusche minmiert.
© Sonoro / Montage: AUDIO

Lautloses Laufwerk

Die Inbetriebnahme gelang uns ohne größere Probleme. Der vor allem den Herren der Schöpfung verhasste Blick ins Handbuch blieb uns erspart. Eigent­lich schade, denn auch dieses ist sehr gut gemacht. Aber notwendig ist es definitiv nicht. Selbst die Einbindung in unser WLAN gelang schnell und ohne besondere Nickligkeiten. Als erstes, weil am einfachsten, schoben wir eine CD in das Slot-­In­-Laufwerk. Leise und sanft verschwand die Sonoro­ Demo-­CD im Schlitz. Das Laufwerk arbeitet lautlos, hier wurde auf jedes Detail geachtet. Das ist echter Luxus. Ange­nehm füllig tönte die Stimme von Schmusesänger Gregory Porter mit „Don‘t Be A Fool“ aus den Lautspre­chern, die Bässe tief und samtig. Das war ganz großes Klangkino! 

Bevor uns die Nummer zu sehr einlullte, sprangen wir eins weiter zu Yello mit „Starlight Scene“ – Elektro-­Pop vom Feinsten. Die Bässe reichten jetzt noch tiefer hinab, was uns in Erstaunen versetzte. Die Stimme von Dieter Meier kam mit Tief­gang und faszinierendend rauchig, fast schon Cohen­like. Jazzsängerin Malia fügte kontrastreich den weiblichen Part hinzu. Nach 3:18 Minuten war das Ver­gnügen leider schon vorbei. Es folgten audiophile Gitarrenklänge aus den Stock­fisch-­Studios. Chris Jones umschmei­chelte unsere Ohren mit „Roadhouses & Automobiles“. Zugegeben: Dieser Song klingt auf beinahe jeder Anlage gut. Wir hätten noch stundenlang lauschen kön­nen, aber die Arbeit rief – es gab noch viele Funktionen zu überprüfen.

Kleiner Bruder Stream

Der kleine Bruder vom Meisterstück hört auf den Namen Stream. Er ist prädestiniert für Bad, Küche und überall, wo das Meisterstück zu groß oder zu teuer wäre. Der Stream ist klanglich und funk­tional so selbstbewusst, dass er auch ohne großen Bruder spielt. Einen voll­ständigen Test gibt es in der AUDIO 08/2018. Jetzt dient er vorrangig als Spiel­partner im Multiroom­-Betrieb. Sonoro hat sich erst gar nicht mit der Entwick­lung einer eigenen App aufgehalten, sondern clever ins Software-­Regal ge­griffen – zu Undok, einem alten Bekann­ten im Multiroom­-Universum. 

Andere Anbieter intelligenter Lautsprecher wie Hama oder Audioblock setzen ebenfalls auf die kostenlose App. Vorteil: Alle mit Undok kompatiblen Geräte können unab­hängig vom Hersteller mit dieser App im Heimnetzwerk kontrolliert werden. Unser Spotify-­Account war schnell eingerichtet. Meisterstück und Stream verfügen über Spotify­-Connect, ziehen sich also die Musikdaten direkt aus dem Netz. Leider, das will Spotify so, lässt sich immer nur über ein Gerät Musik wieder­ geben. Dafür ist auch hier der Klang ganz hervorragend. Achtung, Spoiler­Alarm: Auch der kleine Stream klingt gut. Noch ein Wort zum DAB+­Empfang: Dieser war trotz unseres schwierigen Standorts erstaunlich gut.

Fazit

Wer mit einer Musiktruhe liebäugelt, dem sei der Meisterstück empfohlen. Vielleicht wird der eine oder andere Tidal und Qobuz vermissen, aber Spotify Premium ist mit 320 kBit/s und dem Ogg-Vorbis-Codec für diesen Zweck mehr als ausreichend. Die Ausstattung ist komplett, das Finish perfekt und der Klang erstaunlich gut und voluminös. Vinylfreunde könnnen den Meisterstück sogar um einen Plattenspieler aus dem Sonoro-Programm ergänzen.

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