Komplettanlage

Audiolab Omnia im Test

4.3.2022 von Andreas Eichelsdörfer

Komplettanlagen stehen als moderne HiFi-Fünfkämpfer im Ruf, nicht in sämtlichen Disziplinen Topleistungen zu bringen. Der Audiolab Omnia räumt jetzt mit diesem Vorurteil auf, und zwar gründlich.

ca. 2:30 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Audiolab_30694_Omnia-silver-1-
Das Multitalent von Audiolab ist eine Empfehlung für alle All-in-One-Fans.
© Audiolab

Pro

  • Superklang
  • Top-Verabeitung
  • sehr gute Phonovorstufe

Contra

  • Play-Fi-Datenstrom läuft über Smartphone oder Tablet

Fazit

AUDIO-Klangurteil: 105 Punkte; Preis/Leistung: überragend

Bereits von außen fällt die massive Verarbeitung des Audiolab Omnia auf: Schweres Metall, saubere Spaltmaße, Schrauben sind nur an der Rück- und Unterseite zu sehen. Den matten Strukturlack gibt es in Weiß oder Schwarz. Dieses Gerät verströmt den Charme der 4000-Euro-Klasse, doch der Blick auf das Preisschild verrät uns, dass wir sogar 200 Euro unter der 2000er-Marke liegen! Wo wurde gespart?

An der Vorderseite schon mal nicht. Hier sehen wir ein 4,3 Zoll großes Farbdisplay, ausgeführt als wertiges IPS-Panel. An der Rückseite finden wir drei Antennen, viele digitale und analoge Ein- und Ausgänge und einen Anschluss für Plattenspieler. Eine große Fernbedienung gibt es obendrein. Im Inneren sitzt ein sauberer Aufbau mit dickem Ringkerntrafo und fetten Kondensatoren.

Das Laufwerk kommt uns bekannt vor, als hätten wir es schon in deutlich teureren Komponenten angetroffen. Bis hierher hat Audiolab den Rotstift in der Schublade gelassen – wir haben keinen Makel gefunden, ganz im Gegenteil. Wir fühlen uns immer noch in der falschen Preisklasse. Vielleicht gibt es im Klang oder im Betrieb den einen oder anderen Pferdefuß?

Audiolab_30694_Omnia-in-1-
Außen hui, innen auch: Die hochwertige äußere Anmutung setzt sich im Inneren nahtlos fort.
© Audiolab

Liebe zum Detail

Beim Einschalten zaubert eine kleine Animation das Audiolab-Logo auf das große Farbdisplay. Wer streamen will, muss die Play-Fi-App von DTS installieren. Audiolab hat sich die Entwicklungskosten für eine eigene App gespart und setzt auf diese bewährte Lösung mit all ihren Vor- und Nachteilen. Wir streamen via Amazon Music HD. Hier begeistert uns erneut das Display, das wahlweise ein analoges VU-Meter, die Aussteuerbalken eines Tapedecks (unser Favorit) oder die Funktion mit Titeln etc. anzeigt.

Alternativ kann es abgeschaltet werden, was aber sicher niemand tun wird. Zum Hören entschieden wir uns für Pauls Simons „50 Ways To Leave Your Lover“ in Ultra HD. Und der Omnia lieferte eine äußerst überzeugende Vorstellung ab. Das Solo-Schlagzeug in den ersten Taken kam glasklar und mit tollen Impulsen aus den Lautsprechern, der Bass bei der Kickdrum und der Standtom tönten satt und mit Nachdruck. Der Omnia gab der Bühne viel Raum und ermöglichte eine derart exakte Ortung, wie wir sie in dieser Preisklasse ganz sicher nicht erwartet hätten.

Audiolab_30694_Omnia-app-1-
Bekanntes Bild: Die übersichtliche Oberfläche der Play-Fi-App.
© Screenshot und Montage: connect

Mit dem lässigen Swing eines Profi-Jazzers arbeitete der Omnia die flotteren Refrain-Parts des Songs ab. Paul Simons Stimme blieb herrlich natürlich und überzeugend. Wir waren etwas geplättet. Erst knifflige Songs wie „Creep“ von Radiohead zeigten, dass Verstärker, die auch wesentlich teurer sind, bei der Passage mit der stark verzerrten Gitarre das musikalische Geschehen etwas besser aufdröselten, aber das waren Peanuts. Die Räumlichkeit und die Basswiedergabe überzeugten vollkommen.

Ab zur nächsten Überraschung: Die integrierte Phonovorstufe kann nur MM, aber das überragend. Wir schlossen einen Transrotor Max mit dem Ortofon Concorde Century an. Testplatte war die „Burmester Selection Vol. 1“ (180g, 45 rpm). Kari Bremnes mit „Spor“ bescherte uns einen Gänsehautmoment: die Präzision im Bass, diese Staffelung in den Raum – einfach fantastisch. Eine bessere Phono-Stage in einem All-in-One existiert in dieser Preisklasse nicht. Chapeau, Audiolab! Der Omnia ist ein Multitalent mit feinen Manieren, der in jeder Disziplin auftrumpft.

Fazit

Man wirft uns HiFi-Journalisten gerne den Blick durch die rosarote Brille vor. Aber beim Omnia von Audiolab sehen wir glasklar einen Siegertypen vor uns. Verarbeitung, Design, das Display mit den hübschen Gimmicks, der exzellente DAC, die hochwertige Phonovorstufe – und das alles zu einem günstigen Kurs von 1800 Euro! Das ergibt auf jeden Fall eine ganz dicke Empfehlung für alle All-in-One-Fans.

Canton Townus 90 im Test

Dreiwege-Bassreflex-Standbox

Canton Townus 90 im Test: Urbaner Lifestyle

Die Townus 90 ist das Spitzenmodell einer neuen Boxenserie von Canton. Sie richtet sich an Stereo- und Heimkino-Fans und will mit ihrem zeitlosen Chic…

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Magnat Signature 707

Standlautsprecher

Magnat Signature 707 im Test

Ist das die Renaissance der 4-Wege-Box? Können zwei Hochtöner im Tandem harmonisch spielen? Die Antwort ist: Ja!

Q-Acoustics-Concept-30_lifestyle1-1-

Kompaktlautsprecher

Q Acoustics Concept 30 im Test

Die Concept 30 von Q Acoustics erzielt ein erstklassiges Klangpanorama. Ein echter Künstler mit Kraft, aber ohne Effekthascherei.

Pol-R600-Aufmacher-1-

Standlautsprecher

Polk Reserve R600 im Test

In den USA steht Polk auf einer gewaltigen Fan-Basis. Das Rezept: guter Klang mit richtig Drive aber ohne Schnickschnack zum kleinen Preis.

Dynavox-TC-5B

Phonoverstärker

Dynavox TC-5B im Test

Der günstige Dynavox bietet einen MM Phonovorverstärker, der sogar mit Batterie laufen kann. Aber bringt der 9-Volt-Modus überhaupt etwas?

Magnat-MR750-anlage

Röhren-Hybrid-Reciver

Magnat MR 750 im Test

Selten konnten Preisbewusste so in Nostalgie und Wohlklang schwelgen wie beim Magnat MR 750, den wir in unserem Labor selbst testen durften.