Highend-Smartphone

Sony Xperia Pro-I: Kamera im Test

10.1.2022 von Andreas Seeger und Wadim Herdt

ca. 2:40 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. Sony Xperia Pro-I im Test
  2. Sony Xperia Pro-I: Kamera im Test
  3. Sony Xperia Pro-I: Details, Apps & Interview

Drei optische Kameramodule, ein 1-Zoll-Sensor und eine Optik mit variabler Blende – die Fotoausstattung des neuen Sony-Smartphones kommt nicht von der Stange und macht neugierig.

Sony Xperia Pro-I Kameraqualität Siegel
In unserem camera quality benchmarkt erhält das Sony Xperia Pro-I die Note "Gut".
© Weka Mediapublishing GmbH

Das Weitwinkelmodul

Die Hauptkamera setzt auf den 1 Zoll großen Exmor-RS-Sensor aus der Sony RX100 VII. Allerdings nutzt das Smartphone nur den mittleren Bereich des Sensors, was zwölf Megapixeln entspricht. Die Hauptkamera arbeitet mit großen Pixeln statt mit hoher Auflösung, um die Bildqualität bei schwachem Licht zu optimieren. Beim Pro-I geht das Konzept auf, denn die Verluste bleiben selbst bei Dunkelheit moderat.

Gegenüber dem Vorgängermodell verbessert sich das Pro-I auf allen Helligkeitsstufen. Bei viel Licht erreichen die Aufnahmen eine sehr gute Bildqualität. Die Auflösung stimmt, und weder Artefakte noch Rauschen sind ein Thema. Bei wenig Licht baut die Bildqualität nur geringfügig ab; selbst bei Dunkelheit sind die Verluste zwar stärker, aber noch moderat. Sie betreffen vor allem Strukturen mit niedrigeren Kontrasten. Die Werte für hohe Kontraste bleiben stabiler. Rauschen ist nur in Nachtaufnahmen auffällig.

Sony Xperia Pro-I: Kamera im Test - Weitwinkel Bild 1u2
Die Optik der Hauptkamera hat eine variable Blende mit F2 oder F4. Bei viel Licht bringt Blende 4 durchaus Vorteile für die Auflösung. Aber da die kleine Öffnung weniger Licht durchlässt, sind die Vorteile dahin, sobald es dunkler wird. Doch grundsätzlich liefern die großen Pixel des Sensors selbst bei schwachem Licht eine stabile Leistung (2). Die Aufnahmen sind nur moderat detailärmer als die, die unter guten Lichtbedingungen entstehen (1).
© connect

Blende 4 ist eine empfehlenswerte Option fürs Fotografieren bei viel Licht: Sie macht die Bilder noch etwas detailreicher. Bei nachlassendem Licht bedingt Blende 4 aber höhere ISO-Empfindlichkeiten, was die Vorteile der kleineren Blendenöffnung wieder zunichtemacht. Über unsere je drei Messungen bei 5000, 200 und 5 Lux gemittelt, verdienen sich die Testreihen mit Blende 2 und Blende 4 jeweils die gleiche Gesamtwertung.

Dank des Stacked-Sensors liegt das Serientempo der Hauptkamera bei 20 B/s inklusive AF-/AE-Nachführung. Augenerkennung und Motivverfolgung stehen nicht nur fürs Fotografieren, sondern auch fürs Filmen bereit. Der Augen-AF unterscheidet zwischen Menschen und Tieren.

In der Praxis legte das Pro-I den Fokus zwar nicht immer punktscharf auf das Auge, doch der Ausschuss war klein und die Geschwindigkeit beim Fokussieren hoch. Das Serientempo der Hauptoptik beeindruckt – genau das Richtige für dynamische Motive.

Sony Xperia Pro-I: Kamera im Test - P-Modus Bild 3u4
Bei starker Dunkelheit und nachts zeigen sich die Vorteile der Mehrfachbelichtung. Verfügbar ist diese Funktion in den Basic- und Auto-Aufnahmemodi. Die automatische Szenenerkennung ermittelt dann die Belichtungszeit und setzt ein Bild aus mehreren Einzelbelichtungen zusammen. Das Basic-JPEG (3) zeigt wirklich dunkle Motive detailreicher als das JPEG-Bild des P-Modus, das als Einzelbild aufgenommen wird (4) und Strukturen verschwommener wiedergibt.
© connect
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Das Zweifachzoom

Statt eines Zooms wie im Xperia 1 III, dessen Tele mit den Brennweiten 70 und 105 mm KB fotografiert, hat das Pro-I eine optische Normalbrennweite: 2,4/6,6 mm (50 mm KB) mit Bildstabilisator. Ein langes Tele fehlt dagegen, was in der Endabrechnung durchschlägt. So sammeln zahlreiche konkurrierende Topmodelle mit vier Messungen für Superweitwinkel, Hauptkamera, kurzes Tele und langes Tele Punkte. Das Pro-I geht aber auf der Position „langes Tele“ leer aus.

Das Niveau der Hauptkamera erreicht das Zweifachtele nicht ganz. Doch für eine Kamera mit Zweifachzoom arbeitet dieses Modul insgesamt gut und ist den digitalen Lösungen vieler andere Smartphones überlegen – auch denen von Apples iPhone und Googles Pixel. Bei viel und bei wenig Licht bleibt die Abbildungsleistung auf gleichem Niveau – beide Ergebnisse überzeugen. Erst bei Dunkelheit gehen so viele Details verloren, dass der Wechsel zur Hauptkamera ratsam wird.

Sony Xperia Pro-I: Kamera im Test - Zweifachzoom  Bild 3u4
Auch mit dem Zweifachzoom lässt die Qualität beim Fotografieren mit wenig Licht (4) nur wenig gegenüber Aufnahmen nach, die bei viel Licht (3) gemacht wurden. Fotografiert man aus verschiedenen Distanzen mit gleichem Abbildungsmaßstab, reichen die Fotos aus dem Zweifachzoom nicht an die Weitwinkelaufnahmen heran. Bleibt der Abstand konstant, erhält man mit der Normaloptik die detailreicheren Bilder.
© connect

Die Superweitwinkelkamera

Die Eckdaten des Superweitwinkelmoduls sind die gleichen wie im Xperia 1 III. Auch die Ergebnisse sind vergleichbar, außer bei viel Licht, wo das Pro-I mehr Auflösung aus dem Modul herausholt und sehr knapp die „sehr gut“-Hürde nimmt. Die Gesamtleistung über alle drei Helligkeitsstufen ist gut – auch die Ergebnis bei wenig Licht. Erst bei Dunkelheit sackt die Qualität ab.

Sony Xperia Pro-I: Kamera im Test - Superweitwinkel Bild 1u2
Im Pro-I steckt die gleiche Superweitwinkelkamera wie in Sonys Xperia 1 III, doch gerade bei viel Licht liefert sie eine deutlich höhere Bildqualität (1). Auch das Superweitwinkelmodul lässt sich nur wenig durch schlechte Lichtverhältnisse beeindrucken – die Feinzeichnung lässt nur leicht nach (2). Erst in Nachtaufnahmen wird ein Qualitätseinbruch sichtbar.
© connect

Fazit

Mag der 1-Zoll-Sensor auch nicht komplett ausgelesen werden – ein Stacked-Modul dieser Größe ist eine Rarität. Vorteile bringt er vor allem in Situationen mit weniger Licht, weil die Leistung stabiler bleibt. Eine Spitzenposition besetzt das Pro-I noch nicht, da ihm ein langes Tele in der Endwertung fehlt.

Doch Sonys neues Smartphone fotografiert besser als sein Vorgänger, und alle drei Kameras liefern sehr homogen eine gute Bildqualität. Bei viel Licht verdienen sich das Weitwinkel- und das Superweitwinkelmodul sogar ein „sehr gut“. Gut gefallen haben uns die Kamera-App, das hohe Serienbildtempo und die gut abgestimmte Signalverarbeitung.

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