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Multiroom-Standlautsprecher

Teufel Stereo L im Test

Die neue Streaming-Aktivboxen Stereo L von Teufel setzt auf ein ausgeklügeltes Koaxial-Chassis. Wir haben den Multiroom-Standlautsprecher getestet.

Teufel Stereo L

© Teufel

Teufel Stereo L

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EUR 1.499,99

Pro

  • ausgereiftes Bedienkonzept
  • stattliches Klangbild

Contra

Fazit

stereoplay Testurteil: 78 Punkte, Klang: absolute Spitzenklasse (56 Punkte), Preis/Leistung: überragend
Hervorragend

Vor acht Jahren akquirierte der Berliner Lautsprecherhersteller Teufel das Streaming-Startup Raumfeld und erschuf unter dessen Namen eine ganze Multiroom-Produktpalette, die als ebenbürtige Alternative zu den Geräten von Branchenprimus Sonos gilt. Jetzt soll der Name Raumfeld zwar aus dem Teufel-Portfolio verschwinden, die Produkte aber werden bleiben. 

Vor Kurzem stellte Teufel die neueste Generation seiner Streaming-fähigen Aktivboxen vor, die jetzt nicht mehr Raumfeld, sondern Teufel Stereo heißen. Auch die Raumfeld-App trägt nun ein unübersehbares Teufel-Logo und wurde in Teufel Raumfeld-App umbenannt. Technisch machen die neuen Modelle einen großen Sprung nach vorne. Genau wie die kompakte Stereo M​ setzt auch die große Stereo L auf ein ausgeklügeltes Koaxial-Chassis, das aus Teufels klanglich ambitionierter Definion-Reihe stammt. 

Synchronized Coaxial Acoustics nennt der Hersteller die patentierte Mittelhochtonkonstruktion. Bei dieser ist eine 1-Zoll-Gewebekalotte von einer Flachmembran aus eloxiertem Aluminium umgeben, die rückseitig durch eine Wabenstruktur stabilisiert und mit einer Kevlarschicht bedämpft ist. Das akustische Zentrum der beiden Treiber liegt dabei nicht nur auf derselben Achse, sondern auch in derselben Ebene, was das Zeitverhalten optimiert sowie einen nahtlosen Übergang zwischen Mittel- und Hochton garantiert. 

Unter dem Koax hat Teufel bei der Stereo L ein beeindruckendes Bass-Array aus drei 15-cm-Tieftönern mit Karbonmembran installiert, die von einem am Gehäuseboden austretenden Bassreflexrohr unterstützt werden. Damit erreicht die Stereo L beeindruckende Werte beim Tiefgang: Im Messlabor ermittelten wir für den Lautsprecher eine untere Grenzfrequenz von 26 Hz.

Testsiegel  stereoplay 4/18 Highlight Teufel Stereo L

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel stereoplay 4/18 Highlight Teufel Stereo L

Master und Slave 

Bei Aktivlautsprechern greift Teufel gerne auf das Master-Slave-Prinzip zurück. Das bedeutet, dass in einer der beiden Boxen die gesamte Elektronik untergebracht ist. Sie ist der Master, also der Gebieter, der die Signalverarbeitung komplett übernimmt und das gesamte System steuert. 

Die zweite Box empfängt dagegen nur Signale vom Master und wird deshalb als Slave (Diener) bezeichnet. Das ist auch bei der Teufel Stereo L der Fall. Das System besteht aus einem aktiven Lautsprecher, der neben der ganzen Streaming-Elektronik auch sechs Class-D-Verstärker mit einer Gesamtleistung von 280 Watt beherbergt. Eine aktive Weiche trennt die zwei Stereokanäle in je drei Wege, insgesamt also in sechs Signale auf, die einzeln verstärkt werden und dann Hoch-, Mittel- und Tieftöner der beiden Boxen jeweils separat ansteuern. 

Die drei Signale für den passiven Slave werden also bereits im Master erzeugt und über ein sechsadriges Spezialkabel übertragen. Auch das ist ein großer technischer Sprung, da die neue Stereo L vollaktiv arbeitet und die einzelnen Chassis dadurch präziser kontrolliert werden.

Teufel Stereo L Explosion

© Teufel Stereo L Explosion

Die Teufel Stereo L ist mit hochklassigen Schallwandlern bestückt. Für den Mittel- und Hochtonbereich ist ein Koaxialsystem zuständig, das Teufels Definion-Serie entlehnt ist. Der Hochtöner, eine 1-Zoll-Gewebekalotte (1), sitzt im Zentrum eines Mitteltöners, der mit einer Flachmembran aus eloxiertem Aluminium spielt (2). Darunter befinden sich gleich drei 15-cm-Tieftöner mit Karbonmembran in „Wok-Form“ (3).

Flexibel 

Das Master-Slave-Konzept hat auch noch den Vorteil, dass man nur eine Box mit Strom versorgen muss, während man die zweite Box unabhängig von einer Steckdose aufstellen kann. Der linke und der rechte Kanal lassen sich den Lautsprechern dabei beliebig zuweisen und das fünf Meter lange Verbindungskabel bietet genügend Reichweite, sodass sich das System recht flexibel installieren lässt. 

Sonst muss man an die Boxen nicht mehr viel anschließen: Es gibt zwar einen AUX-Eingang, über den man eine analoge Quelle zuspielen könnte, aber davon abgesehen ist die Stereo L als reiner Streaming-Lautsprecher konzipiert und benötigt nur noch eine Netzwerkverbindung, die man entweder über Ethernet-Kabel oder über WLAN herstellen kann. 

Als Quellen kommen neben einem direkt angeschlossenen USB-Stick oder der privaten Musikbibliothek im Heimnetzwerk noch eine ganze Reihe von Internet-basierten Diensten in Betracht, darunter Spotify, Tidal und Napster. Natürlich ist auch das simple Zuspielen per Bluetooth möglich. Bedient werden die Streaming-Funktionen mit einer logisch strukturierten und reaktionsschnellen App, die auch die Lautstärkeregelung und das Equalizing kontrolliert sowie die Konfiguration und Bedienung von Multiroom- Systemen übernimmt. 

Hat man die App gerade nicht zur Hand, kann man die Stereo L auch mit den Bedienelementen auf der Front des Masters rudimentär steuern. Die drei wichtigsten Quellen lassen sich auf Knopfdruck über drei frei belegbare Presets aufrufen.

Teufel Stereo L - Anschlüsse

© Teufel

Sechs hochwertige Class-D-Endstufen treiben jeweils einzeln den Hoch-, Mittel- und Tieftonzweig der beiden Stereokänale an. Die Verstärker sind alle in der Masterbox untergebracht, in der auch die gesamte Signalverarbeitung stattfindet, der Slave wird durch ein Spezialkabel über den Master betrieben. Das Aktivsystem ist komplett auf Streaming ausgelegt und weist daher nur ein Minimum an Anschlüssen auf.

Klang gut gelungen 

Ebenso gut gelungen wie die Bedienung ist Teufel auch die klangliche Abstimmung des Lautsprechers, wenn man von dem etwas zu stark betonten Bassfundament absieht, das die Teufel Stereo L mit ihren drei Tieftönern erzeugt. Das kann mit der passenden Musik zwar richtig Spaß machen, entspricht aber nicht unbedingt dem Ideal eines klanglich neutralen HiFi-Lautsprechers. 

Zum Glück lässt sich das durch eine kleine Nachjustierung im Equalizer leicht korrigieren. Nimmt man den Bass etwas zurück, hat man einen sehr gut austarierten Lautsprecher vor sich, der nicht nur kontrastreich und detailliert, sondern auch äußerst lebendig spielt. Selbst mit so komplexem Material wie Moritz Moszkowskis Fackeltanz kam die Box erstaunlich gut zurecht. Sie konnte das Orchester bis in seine feinsten Bestandteile auflösen und legte auch bei den flotteren Läufen ein punktgenaues Timing an den Tag, das man in dieser hohen Präzision nicht bei jeder Box zu hören bekommt. 

Zwar ließ sie bei den lauteren Passagen und vor allem beim Finale einen Anflug von Brachialität durchblicken, die der Stimmung des Stücks aber nicht einmal schadete. Ganz im Gegenteil. Hier zeigte sich noch einmal eindrucksvoll, dass die Teufel Stereo L vor allem eines kann: Spaß machen. Mit diesem Lautsprecher hebt Teufel seine Streaming-Serie auf ein neues Niveau. Die hochklassige Chassis-Technologie aus der Definion-Reihe und das ausgereifte Raumfeld-System machen die Stereo L zu einer Komplettanlage, die keine Wünsche offen lässt. Ein einfach zu bedienendes Streaming-System mit hervorragenden Klangeigenschaften: So muss modernes HiFi heutzutage aussehen!

Fazit

Stattliche Multiroom-Aktivbox mit ausgereiftem Bedienkonzept und einem ebenso stattlichen Klangbild, das bei Abbildung und Feinstruktur auch höheren Ansprüchen genügt.

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