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Multiroom-Aktivbox

Teufel Stereo M im Test

Teufel präsentiert mit der Stereo M eine kompakte Lösung mit Multiroom- und Streaming-Fähigkeiten. Überzeugt der Klang des Lautsprechers im Test?

Inhalt
  1. Teufel Stereo M im Test
  2. Teufel Stereo M: Steuerung mit Raumfeld-App
Streamig Stereo M

© Teufel

Teufel Streamig Stereo M: Sieht nicht nur schick aus, sondern klingt auch hervorragend und lässt sich mühelos bedienen.

Pro

  • hervorragende Bedienung
  • fundamentstarkes, ausgewogenes, weiträumiges Klangbild
  • superfeine Auflösung

Contra

Fazit

stereoplay-Testurteil: 78 Punkte; Klang: Spitzenklasse (55 Punkte); Preis/Leistung: überragen
Gut

Die neue Stereo M von Teufel wird als Erbe des gleichnamigen Raumfeld Stereo M auf den Markt gebracht, und damit verschwindet der Markenname Raumfeld von den Streaming-HiFi-Boxen der Berliner, während die zugehörige App nach wie vor den Namen der Multiroom-Pioniere tragen darf. Stereo M stand und steht für eine relativ kompakte, aktive Drei-Wege-Box, deren Mittelhochtoneinheit als koaxialer Punktstrahler ausgelegt ist und die mit ihrem WLAN-fähigen Streamer erstaunliche Multiroom- und Streaming-Fähigkeiten bietet. 

Technologisch hat die neue Generation allerdings außer Größe und Bedienkonzept praktisch nichts mehr mit den alten gemein, vielmehr hat man nun den Sprung zu einem ernsthaft vollaktiven Lautsprecher mit audiophiler Chassis-Bestückung gewagt.

Von Konzept auf Neu 

Das zeigt sich am deutlichsten beim koaxialen Mittelhochton-Chassis, das nicht mehr pseudokoaxial mit auf einer Brücke vorgesetztem Hochtöner ausgelegt ist, sondern einen Flachmembrankoax mit kohärent (auf einer Ebene) eingelassenem Tweeter beruht. Die anspruchsvolle Konstruktion ist bereits aus den passiven Definion-Modellen bekannt, umso erstaunlicher der moderate Preis für das neue Stereo M.

Unsichtbar für den Benutzer, aber technologisch nicht minder anspruchsvoll und aufwendig ist der interne Umstieg von Passiv- auf Vollaktivtechnologie. Zwar enthielt auch die Masterbox der alten Raumfeld zwei Verstärkerzweige, aber die Auftrennung der Frequenzbereiche erfolgte durch eine Passivweiche, die abhängige passive „Slave“-Box hing an einem simplen Lautsprecherkabel.

In der Teufel-Generation wurde die passive Weiche durch eine digital-aktive ersetzt, die für beide Kanäle die drei Wege noch vor der D/A-Wandlung auftrennt und dann auch an spezielle Verstärkerkanäle gibt, die jeweils nur ein Chassis mit besserer Kontrolle antreiben. 60​ Watt stehen dabei dem Karbon-Tieftöner zur Verfügung, 15 dem Flachmembran-Mitteltöner und fünf genügen der Gewebekalotte für den Hochton.​​

stereoplay Testsiegel Highlight 02/2018

© WEKA Media Publishing GmbH

stereoplay Testsiegel Highlight 02/2018

Intern digital 

Von den Amps befinden sich sechs in der Masterbox, die verstärkten Signale für Tief-, Mittel- und Hochtöner werden getrennt über sechsadriges Spezialkabel nebst einem entsprechenden proprietären Canon-Stecker (der an einen XLR mit sechs Pins erinnert) übertragen. Das proprietäre Kabel lässt sich verlängern bis auf 10 Meter, was auch für komplizierte Aufstellungsfälle ausreichen dürfte.

Die neue Frequenzweiche ist dabei nicht nur vollaktiv, sondern auch digital mit einem DSP ausgelegt, was Klangverluste vermeidet und optimal auf die Chassis angepasste Filter ermöglicht. Insbesondere beim diffizilen Übergang zwischen dem Ring-Mitteltöner und der Kalotte bei rund 2700 Hz griffen die Teufel-Entwickler in die Trickkiste, um das Abstrahlverhalten zu harmonisieren.

Natürlich hilft der DSP auch untenrum: Mit dem rückwärtigen Bassreflexschlitz entzerrt er die Bassabstimmung und sorgt so für einen Tiefgang, der bei vergleichbar voluminösen Passivboxen unmöglich ist.

Das kostet natürlich Verstärkerleistung, da diese aber nicht unendlich zur Verfügung steht, sorgt der digitale Signalprozessor auch für ein intelligentes Limiting, bevor eine der Komponenten in den Verzerrungsbereich fährt.

Stereo M Aufbau

© Teufel

In der 3D-Grafik sieht man gut den ineinander verschachtelten Aufbau des Flachmembran-Mitteltöners mit innenliegender langer Spule und wiederum eingekapselter Hochtoneinheit.

Hörtest: Rundum überzeugend

Was in der Praxis des Normalpegelhörers kein Thema ist: Die ersten Töne von Verdis „Traviata“ (dirigiert von Mehta) erklangen, und die versammelten Tester erstarrten in Ehrfurcht. Was die Kleine an Tiefbassgewalt und Größe mobilisierte, war jeder Standbox würdig und schlicht beeindruckend. Nicht weniger erstaunlich der sehr weit gefächerte, plastische Raum, in dem Orchester und Chor mit hervorragender Durchzeichnung und wahrhaft audiophiler Klangfarbenvielfalt atmeten, wenn auch nicht bis auf den letzten Millimeter genau positioniert.

Der hervorragende erste Eindruck setzte sich auch bei Kari Bremnes „Norwegian Moods“ fort, bei dem die Teufel zu ihrer perlenden Feinauflösung noch eine gehörige Portion Spielfreude mobilisierte und eine sehr geschlossene, zugleich homogene und entspannte Vorstellung gab. Wunderbar schmelzig zeichnete sie die Stimme und gab ihr Luft zum Atmen, fand ein Ideal zwischen Transparenz und Detailauflösung, ohne den Hörer zu überfordern. Allenfalls der minimal übertriebene Tiefbass wich etwas vom Ideal der Natürlichkeit ab, aber das ließ sich mit einem Dreh am Bassregler der App schnell korrigieren. Sofern die Box halbwegs frei stand, eine echte Regalaufstellung empfiehlt sich nicht.

Das setzte sich quer durch alle Musikrichtungen von Barock bis Metal fort, die Stereo M empfahl sich stets als audiophiler Spezialist, solange sie nicht von hohen Pegeln überfordert wurde, was sich in etwas gepresstem Spiel äußerte. Spielte das Vorgängermodell noch etwas dreckig-direkt und kümmerte sich weder um Raumtiefe noch um audiophile Vorstellungen von Transparenz, kann man der Neuen nicht nur einen klangcharakterlichen Richtungswechsel, sondern explizit highendige Klangqualitäten bescheinigen. Mit der Stereo M wird Multiroom-Streaming audiophil.​

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