Gegen Rückenschmerzen

Upright Go im Praxistest: Körperhaltung verbessern per Gadget

Upright Go hilft, sich im Alltag bewusster mit der eigenen Körperhaltung auseinanderzusetzen. Wie gut das Gadget hilft, zeigt der Praxistest.

Haltungskorrigierendes Wearable

© Upright

Upright Go korrigiert falsche Haltung im Sitzen per Vibration und trackt die Haltung mit. Die Auswertung findet man in der App.

Upright Go soll die Haltung verbessern und kann so Schmerzen lindern, die eine Fehlhaltung auslöst. Der kleine Helfer gegen Rückenschmerzen arbeitet mit einer App zusammen, die sowohl für Android als auch iOS zur Verfügung steht. Wie genau das Gadget funktioniert, ob sich spürbar etwas verändert und was ein Experte von Upright Go hält, erfahren Leser im folgenden Artikel. 

Upright Go: Praxistest, Statistiken und Daten zur Haltung

Im Praxistest wirkt das Gadget gefühlt am besten, wenn die Trainingseinheiten am Morgen stattfinden. Der Körper "streckt" sich dann den restlichen Tag in eine aufrechtere Haltung. Praktisch ist es daher etwa, das Gadget im Büro zu tragen. 

In welchen Etappen man die Übungen bewältigt, hängt von den Daten ab, die man zu Beginn in der App einstellt. Für den Anfang beansprucht das Training etwa 10 Minuten, doch wird es tagesweise in Intervallen gesteigert. Wer länger trainieren möchte, kann die Voreinstellungen in der App manuell anpassen. 

Zur genauen Beobachtung hält die App fest, wie lange man gerade oder gekrümmt sitzt. Nutzer gelangen zu den Haltungs-Statistiken, indem sie auf die Fläche in der unteren rechten Ecke "Full Stats" tippen. In der Statistik findet man nicht nur den gesamten Trainingszeitraum aufgezeichnet, sondern auch das "Tracking". Auf dieses kann der Anwender nach den Übungen umstellen. Der Upright-Chip haftet während dem Tracking weiterhin auf der Haut, vibriert aber nicht mehr bei schiefer Haltung - er zeichnet lediglich auf.

Upright Go Statistiken

© Upright Go / Fotomontage connect

Upright Go zeigt in den Statistiken verschiedenste Werte auf, die Aufschluss über die am Tag eingenommene Haltung geben.

Upright Go: Erste Schritte, Platzierung, Tragegefühl und mehr

Die App führt den Nutzer durch alle nötige Schritte, um Upright Go nutzen zu können. Nachdem man das Gerät einschaltet und es per Bluetooth mit den Smartphone verbindet, zieht der Anwender die Schutzfolie vom Klebestreifen. 

Dieser besteht aus medizinischem Silikon, das gut hautverträglich ist. Laut Hersteller sollten Anwender das Silikonkissen alle 10 Übungseinheiten wechseln. Für diesen Zweck sind acht Klebestreifen im Lieferumfang enthalten. Nachschub an Klebestreifen kann sich jeder ANwender über die Webseite des Herstellers bestellen. 

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Bei aufrechter Haltung platziert man das Gerät auf der Wirbelsäule, mittig zwischen den Schulterblättern. Mit einem Tippen auf "Set Posture" und "Start" bestätigt man die aktuelle Haltung als ideal. Weicht man nun zu stark von der kalibrierten Haltung ab, vibriert Upright Go und erinnert den Träger daran, sich aufzurichten. 

Flach designt, kommt das Gadget in einer durchdachten Verpackung an, in der man es auch aufladen kann. Upright Go ist 227 Gramm leicht, wodurch Nutzer das Tragen leicht vergisst. Bei schiefer Haltung vibriert Upright Go und erinnert daran, sich gerade hinzusetzen. Wie stark das Gerät vibriert und in welchem Takt, kann jeder in den Einstellungen unter dem Punkt Vibration individuell anpassen.

Wie findet man die eigene aufrechte Haltung?

Es ist gar nicht so einfach die eigene aufrechte Haltung zu finden. Deshalb erklärt Physiotherapeut und Osteopath Alexander Pauls wie's geht: "Am besten setzte man sich locker auf einen Stuhl, die Hände auf den Oberschenkeln. Hier darf der Patient noch leicht nach vorne in sich zusammensacken. 

Anschließend stellt man sich vor, eine unsichtbare Kraft zieht am obersten Punkt des Kopfes, wie bei einer Marionette. Wichtig ist, die Schultern während des kompletten Aufrichtens entspannt auf der Seite zu lassen: kein Verkrampfen nach vorne oder  hinten.  

"Man richtet sich solange nach oben aus, bis die Pobacken oder der Beckenboden anspannt. Fast, als würde man abheben. Diese Pose halten wir mit Upright Go als ideal fest, die Schultern locker an der Seite. Krümmt sich der Nutzer leicht, befindet er sich zwar in inaktiver gekrümmter Haltung, ist aber in relativer aufrechter Haltung. Dadurch, dass die Schultern weiterhin locker sind, verspannt sich die Muskulatur in Nacken und Schultern nicht so stark, dass sie die Ergonomie behindert."

Upright Go Inhalt

© Alina Braun

Im Lieferumfang enthalten ist das Upright Go zusammen mit einem praktischen Case, Reinigungspads, Silikonstreifen und Ladekabel.

Fazit: Für wen lohnt sich Upright Go

Jeder, der aufrechter sitzen möchte, ist mit Upright Go gut beraten. Das Gadget lässt sich leicht im Alltag integrieren und lenkt das Bewusstsein immer wieder auf die richtige Körperhaltung, die im Alltag oft leidet. 

Wie Herr Pauls bemerkt, sei Upright Go durch die einfache Bedienbarkeit auch für Kinder geeignet. Diese könne man durch das Gadget zum Beispiel während der Schulstunden spielerisch an das Thema richtige Körperhaltung heranführen. Weiterhin würden besonders Musiker von Upright Go profitieren, da diese dazu neigen, sich "über ihre Instrumente zu hängen". 

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Für Patienten, die von Krankheiten wie zum Beispiel Morbus Bechterew oder stark fortgeschrittener Osteoporose betroffen sind, ist die Nutzung vermutlich zu anstrengend und nicht zielführend. 

Ebenso könnte das Anbringen des Gadgets Schwierigkeiten bereiten, wenn das Schultergelenk in der Mobilität eingeschränkt ist. Alternativ könnte eine zweite Person das Gadget auf der Wirbelsäule platzieren. Womöglich entwickeln die Hersteller noch eine Hilfe, mit der sich das Gerät auch einfacher selbstständig anbringen lässt.

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