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Mobilfunk-Discounter-Test-2019: So testen wir

Für den vorliegenden Check von Mobilfunk-Discountanbietern (im Branchenslang: MVNOs – Mobile Virtual Network Operators) hat connect mit seinem bewährten Partner für Mobilfunknetztests zusammengearbeitet, der seit Herbst 2019 unter dem neuen Namen umlaut firmiert. Das Unternehmen mit Stammsitz in Aachen zählt rund 4300 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 400 Millionen Euro.

Ausgefeiltes Crowdsourcing

Bei der Bewertung der getesteten Mobilfunk-Discounter setzt umlaut auf sein ausgefeiltes und aufwendiges Crowdsourcing-Verfahren. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen in mehreren Hundert mitunter recht populären Smartphone-Apps Messfunktionen integriert, die während der App-Nutzung im Hintergrund die Geschwindigkeit aller Datenübertragungen und weitere Parameter erfassen.

So entsteht ein Netzverfügbarkeits- und Netzqualitätsprotokoll im Sekundenraster, das einmal täglich an den umlaut-Server übertragen wird. Diese Datenprotokolle sind vollständig anonymisiert und umfassen nur wenige Bytes. Das benötigte Datenvolumen beträgt weniger als 2 MB im Monat und verursacht somit keine nennenswerte Belastung des Datentarifs der Nutzer.

Mitmachen auch per connect-App

Leser, die uns bei unseren Analysen unterstützen möchten, können dies am besten durch die Installation und Nutzung der connect-App tun. Die App bietet News aus dem Telekommunikationsmarkt und ermöglicht überdies eine aktive Überprüfung der aktuellen Netzgeschwindigkeit. 

© connect

Mehrfachnutzen: Die connect-App bietet News zur Telekommunikation, erlaubt eigene Speed-Tests und protokolliert zudem Messwerte für Crowdsourcing-Analysen.

Nur wenn Sie der Teilnahme zustimmen, führt die App zusätzlich im Hintergrund anonyme Verbindungstests durch. Die connect-App ist aber nur eine von vielen Apps mit der beschriebenen Hintergrundfunktionalität.

Detaillierte Analysen möglich

Auf dem umlaut-Server analysieren dann durchdachte Algorithmen die Rohdaten. Anhand der in den Datenpaketen mit übertragenen Kennungen lassen sich auch der Anbieter der SIM-Karte und das verwendete Mobilfunknetz erkennen. 

Auf dieser Basis hat umlaut die für die vorliegenden Analysen verwendeten Messwerte aus dem gesamten Datenpool herausgefiltert. Für den aktuellen Mobilfunk-Discounter-Check wurde der Zeitraum vom 8. April (Kalenderwoche 15) bis zum 22. September (KW38) 2019 berücksichtigt.

Bewertung der Netzabdeckung

Zur Bewertung der Netzabdeckung legt umlaut ein Raster von 2 x 2 Kilometern über die gesamte Bundesrepublik. Die so entstandenen Quadrate ("Evaluation Areas") werden dann noch einmal in 16 kleinere Kacheln unterteilt. 

Um statistisch belastbare Aussagen treffen zu können, setzt umlaut sowohl für die Kacheln als auch für die Evaluation Areas eine bestimmte Mindestanzahl an Nutzern und an Messwerten pro Operator voraus. Wird diese bei einem der von uns betrachteten Anbieter unterschritten, werten wir den entsprechenden Ausschnitt der Landkarte der Fairness halber für keinen von ihnen.

Um noch praxisrelevantere Ergebnisse darstellen zu können, wird jedoch nicht nur die reine Netzabdeckung ermittelt, sondern auch deren Qualität betrachtet. Der Parameter "Qualität der Netzabdeckung" (Quality of Coverage) gibt an, ob die Telefonie oder Datendienste in der entsprechenden Evaluation Area auch tatsächlich funktionieren. Denn nicht überall, wo man vermeintlich Empfang hat, ist die Mobilfunknutzung dann auch wirklich möglich. 

Bewertung der Datenraten

Zusätzlich analysiert umlaut die Datenraten, die den einzelnen Nutzern tatsächlich zur Verfügung standen. Dabei wird für jeden Nutzer in jeder Evaluation Area der beste erzielte Datendurchsatz im Testzeitraum ermittelt und anschließend ein Mittelwert dieser Werte gebildet. 

Statistisch exakt handelt es sich um den "Median" oder P50-Wert – den Wert, über beziehungsweise unter dem 50 Prozent aller Samples liegen. Er gibt Auskunft über die den Nutzern typischerweise zur Verfügung stehende Übertragungsgeschwindigkeit und macht 70 Prozent der für die Datendurchsätze erzielbaren Punkte aus. 

Zusätzlich fließt der sogenannte P90-Wert mit 30 Prozent in die Bewertung ein – er gibt bei einer statistischen Verteilung den Grenzwert an, unterhalb dessen 90 Prozent der Werte beziehungsweise oberhalb dessen 10 Prozent der Werte liegen. Der P90-Wert stellt dar, wie schnell das Netz unter günstigen Bedingungen ist.

Gesamtwertung

Von insgesamt 500 erreichbaren Punkten vergibt connect maximal 250 Punkte für die so ermittelten Datendurchsätze und 250 Punkte für die Netzabdeckung und deren Qualität. Bei den Datenraten vergeben wir 60 Prozent der erzielbaren Gesamtpunkte für die in städtischen Bereichen erfassten Messwerte und 40 Prozent für Werte, die in ländlichen Regionen (methodisch betrachtet: alle Messwerte, die nicht aus städtischen Gebieten erfasst wurden) erhoben wurden. 

Die Download-Datenraten gewichten wir mit 70 Prozent, die Upload-Datenraten mit 30 Prozent. Somit spiegelt das Ergebnis sowohl die Leistung der Netze als auch deren grundsätzliche Verfügbarkeit wider. Zudem berücksichtigt diese Gewichtung die typische Nutzung von Mobilfunkangeboten – mit Schwerpunkten im städtischen Umfeld und beim Download von Daten.

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