Klang verbessern

Schwingungen absorbieren

Naim fraim

© Naim

Naims edles, modulares „Fraim“-Rack setzt auf die Minimierung von Kontaktflächen, gehärtete Glasböden und Verbundmaterial.

Normalerweise sind irgendwie "gefederte" Füße oder gummigelagerte Basisplatten bei Analog-Laufwerken nicht hilfreich. Die Resonanzfrequenz ist viel zu hoch und liegt normalerweise genau im Tieftonbereich. Steht noch dazu ein Subchassis-Laufwerk obenauf, handelt man sich eine zweite Federkonstante und damit Chaos ein. Solide Unterbauten sind daher grundsätzlich vorzuziehen.

Mit einer großen Ausnahme: Die physikalisch optimale Lösung für einen Plattenspieler ist kein Hexenwerk und existiert so auch im Maschinenbau, etwa als Einbettung für Präzisions-Werkzeugmaschinen oder optische Apparaturen. Ein Schwingtisch mit extrem tiefer Eigenfrequenz von nur wenigen Hertz wirkt als mechanischer Filter und lässt nur Schwingungen unterhalb seiner Eigenfrequenz passieren. Genau deshalb werden Plattenspieler im stereoplay-Testlabor auf einem solchen Tisch gemessen.

Wer die Formel für Federsysteme kennt, weiß aber, dass so tiefe Eigenfrequenzen nach großer Masse verlangen, weshalb das Ganze aufwendig und vor allem schwer ist. Doch auch für private HiFi-Anwendungen existieren solche Lösungen, beispielsweise "Die Bank" oder der Laufwerkstisch TT100 von Lignolab. Der etwa 100 Kilogramm schwere Tisch kommt unter Belastung im Teamwork mit drei Niederfrequenzdämpfern D172 auf eine Eigenfrequenz von rund drei Hertz und stellt so eine physikalisch ideale Laufwerksbasis dar.

Der einzige Nachteil, wenn man von einem dem Aufwand angemessenen Preis absieht: Bei Veränderungen der Last müssen Schwingtische neu ausgerichtet und wieder "ins Wasser" gestellt werden.

Reags Wall Bracket

© Rega

Regas solides Wand-Rack „Wall“ bietet mit seinem Stahlrahmen kaum Angriffsflächen für Luftschall und ist deshalb goldrichtig gemacht.

Libellen und Waagen

Dass Plattenspieler exakt horizontal stehen sollten, leuchtet ein. Ein probates Hilfsmittel dazu ist eine leichtgewichtige, genaue Dosenlibelle, die den glatten Plattenteller und nicht etwa eine undefinierte, weiche Matte oder eine wellige Schallplatte als Bezugspunkt benötigt. Wer auch sein Rack oder einen ungefederten Massespieler mit absoluter Genauigkeit einrichten möchte, der kann auch auf Präzisionsinstrumente zurückgreifen: Diese heißen Rahmenwasserwaage oder Maschinenwasserwaage; man bekommt sie im Werkzeughandel für 50 bis 300 Euro).

Beim Austarieren sind verstellbare Laufwerksfüße nützlich. Aber nur, wenn sie nicht herumwackeln - andernfalls sollte man sie lieber festziehen und mit hartem, dünnem Unterlegmaterial arbeiten, etwa Kupfermünzen. Subchassis-Spieler sollten ungehindert schwingen können (auf aufstehende Tonarmkabel achten) und natürlich nur mithilfe leichter Dosenlibellen eingestellt werden. Denken Sie daran: Ein anderes Tonarm-Gegengewicht bringt solche Laufwerke schon wieder in Schräglage! Masselaufwerke ohne Federung kann man auch bequem austarieren, bevor schließlich der schwere Teller eingesetzt wird (Ausnahme: Schwingtische).

Bei ausgelagerten Motoren lohnt es sich womöglich, sie mithilfe von Sorbothane-Pucks extra vom Tisch zu entkoppeln oder sie zu beschweren. Apropos beschweren: Nicht jedes Laufwerkslager wird auf die Dauer mit kiloschweren Platten-"Pucks" oder "Plattenbeschwerern" fertig. Ganz abgesehen davon, dass die Gewichte ein gutes Subchassis-Konzept sprichwörtlich in die Knie zwingen können.

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