Testbericht

Endverstärker Vincent SP T 800

Die Monoblöcke SP T 800 von Vincent, für 4000 Euro das Paar, verdienten sich vom Start weg Zuspruch, obwohl es nach dem ersten Auspacken zu einer Art Metamorphose kam.

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Endverstärker Vincent SP T 800

© Archiv

Endverstärker Vincent SP T 800

Die Monoblöcke SP T 800 besitzen eine Röhren-Symmetriestufe - für die Fans, die sie partout über den Cinch-Eingang ansteuern wollen. Wer die Vincent-Vorstufe besitzt, verbindet jedoch symmetrisch und führt die einstreufeste Zweigleisigkeit unterbrechungsfrei fort.

Endverstärker Vincent SP T 800

© Julian Bauer

Endverstärker SP T 800: Die Symmetrierstufe, der Eingangs- und Spannungsverstärker sowie eine Stabi-Stufe arbeiten durchweg mit Trioden von Sovtec.

Für beide Signalauslenkungen gibt es eigene Verstärkerzüge, zunächst ausschließlich mit Röhren aufgebaut. Extra flinken Eingangstufen mit Spanngittertrioden (mit besonders geringen Elektrodenabständen und deswegen mit  hoher Impulsschnelligkeit und Rauscharmut) folgt nun aber eine SRPP-Doppelanordnung, die bereits soviel Schmackes aufbringt, dass sie relativ dicke Treibertransistoren zur Arbeit anhalten kann (siehe "Technik-Analyse).

Pro Symmetrieseite dürfen zwei dieser Vorarbeiter sowie vier nachgeschaltete Toshiba-Endtransistoren nicht mehr an der Spannungsgestalt rühren; sie haben je nach Bedarf einfach nur noch Strom draufzulegen. So durfte sich Vincent - während nur die Eingangstufe ein feines Gegenkopplungsschleifchen bekam - ausgangsseitig jegliche Korrektur-Rückführung sparen. Das hören erfahrene HiFiisten gern, denn bei Solid State mit Feedback erscheinen die Verzerrungen nur pro forma kleiner, in Wahrheit nimmt die spektrale Verteilung aber leicht unmusikalische Formen an.

Bei den Messungen deutete tatsächlich nur die Ausgangsleistung von beispielsweise 350 Watt an 4 Ohm auf die Mitwirkung kräftiger Halbleiter hin. Beim Klirrverlauf gab es allenfalls kleine Schlenkerchen zu bekritteln, im Großen und Ganzen sah das Diagramm - mit zu höherer Ordnung hin schnell abfallenden Oberwellen - ganz und gar nach einem kreuzbraven Trioden-Endverstärker aus.

Endverstärker Vincent SP T 800

© Julian Bauer

Blick in die Halbleiterabteilung eines SP T 800, die unter dem gekapselten Netztrafo sitzt: Die vier Endtransistoren je eines Brückenzweigs vermehren ausschließlich Ströme.

Die Monoblöcke SP T 800 verdienten sich vom Start weg Zuspruch, obwohl es nach dem ersten Auspacken zu einer Art Metamorphose kam. Stringent im Bass, bei der räumlichen Darstellung kompakt, in den Höhen gut sortiert, erinnerten sie - im Kontext mit der Thorens-Referenzvorstufe sowie mit den Thiel CS 3.7 oder den Vescovas von Isophon - zunächst an ordentliche Transistor-Amps. Um dann erst über Tage hinweg zu reifen, an Strahlungskraft und Klangfarben-Reichtum zuzulegen und schließlich über sich selbst hinauszuwachsen.

Selbst dem äußerst feinzeichnenden Linn C 2200 (10/05, 54 Punkte), der die Vincents zunächst noch am Aufstieg hinderte, blieb - etwas enger, blasser und unentschlossener - nichts anderes übrig als nachzugeben, während die SP T 800 in der 55-Punkte-Liga unter Ablösung der nicht mehr erhältlichen AVM M 5 den Highlights-Spitzenplatz einnahmen.

Zur Untermauerung des Erfolgs reihten sie die Jones-Musiker nicht nur sauber auf breiter Bühne auf. Diese swingten nun wie angestochen drauflos, während den Mitgliedern der Rythmusgruppe geradezu der Schweiß auf der Stirn stand.

Bei Kari Bremnes "Reise" (Indigo-CD) brachten die Vincents die Stimme wahrhaft zum Anbeißen und die Begleit-Klangwogen zum Hineinlegen. Dazu kommen rabenschwarze Bassimpulse, die einer reinen Röhre Kopfschmerzen, Vincents Hybrid-Verstärkern jedoch nichts als Freude bereiten.

Vincent SP T 800

HerstellerVincent
Preis4000.00 €
Wertung55.0 Punkte
Testverfahren1.0

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