Menü
Testbericht

Samsung Galaxy S3 im Test

Samsung Galaxy S3: Erste Eindrücke
Labortest
75,8 %
Zuletzt aktualisiert: 23.11.2014
Samsung Galaxy S III
Smartphones
Pro
  • tolle Ausdauer
  • sehr guter, großer Touchscreen
  • riesige Ausstattung
  • gute Performance
Contra
  • für Einhandbedienung etwas groß
Fazit

Samsung hat mit dem Galaxy S3 die Messlatte für kommende Modelle hoch gelegt.

Im Test zeigt das Samsung Galaxy S3 ein Top-Display, immense Ausdauer und eine tolle Ausstattung. Noch immer gehört es zu den besten Smartphones.

Rein äußerlich ist schon mal ein Fortschritt auszumachen: Kam das Vorgängermodell Galaxy S2 noch im tristen schwarzen Plastikgehäuse daher, setzt das S3 mit seinem gigantischen 4,8-Zoll-AMOLED-Display modische Akzente.

Das Topmodell ist in Weiß oder elegantem Dunkelblau zu haben, wobei sich das Polycarbonat-Gehäuse im Test als weitgehend resistent gegen Kratzer erwies und mit den Varianten von Nokia und HTC eindeutig zu den besten Vertretern der Kunststoffzunft gehört.

Der Nachfolger S4 ist da: Lohnt sich das S3 noch?

Der Werkstoff ermöglicht auch das angesichts der üppigen Dimensionen niedrige Gesamt­gewicht von 133 Gramm. Zum Vergleich: Ein iPhone 4S wiegt trotz kleinerem Akku und deutlich kleinerem Display sieben Gramm mehr. Wobei auch gesagt werden muss: An die Haptik und Wertigkeit des Apple-Phones reicht das Samsung bei Weitem nicht heran.

Vergleichstest: Samsung Galaxy S3 gegen Apple iPhone 5

Gottlob ist der unschöne Buckel, der noch die Rückseite des Galaxy S2 verunstaltete, verschwunden – und auch sonst gibt’s an der Verarbeitung nichts zu mäkeln: Spaltmaße sind kaum zu erkennen, das Gehäuse knarzt an keiner Stelle. Dank der runden Formen ist das Galaxy S3 auch überraschend griffig, für die Bedienung muss man aber in der Regel beide Hände bemühen.

Ausstattung: Viel Tempo, aber knapper Speicher

In die Vollen geht Samsung dann beim Thema Leistung. Der hauseigene Quad-Core-Prozessor Exynos 4412 mit bis zu 1400 MHz sorgte im Test für perfektes Multitasking und traumhafte Werte bei den Tempo-Benchmarks Quadrant und Vellamo.

Die vier Kerne können einzeln angesteuert und je nach Anwendung auf 200 MHz heruntergetaktet werden, um kostbare Akkuenergie zu sparen. Auch beim Browser-Benchmark Browsermark setzt das Galaxy S3 einen neuen Standard.

Im Vergleich: Galaxy S3 gegen Galaxy S2

Dagegen gibt es sich in Sachen Speicher eher knausrig: Bei unseren 16 Gigabyte fassenden Exemplaren waren nur rund 11 GB frei nutzbar. Die angekündigten 32- und 64-GB-Varianten sind bis auf Weiteres nicht erhältlich – hier klafft eine Lücke zum Apple iPhone 4S . Als Trumpf kann das Samsung aber seinen Micro-SD-Slot ins Feld führen, der unter der Akkuhaube sitzt und auch den Umgang mit 64-GB-Karten beherrschen soll.

Die Kamera des Galaxy S3 im Detail

Zudem ist ein Client für den Online-Speicher Dropbox vorinstalliert, über den Samsung dem Nutzer zusätzliche 50 GB für zwei Jahre zum Nulltarif spendiert. Ansonsten hat das Galaxy S3 bis auf LTE alle aktuellen Topfunktionen wie NFC, Wi-Fi Direct und HSDPA mit bis zu 21 Mbit/s an Bord. Beim Datenverkehr legt die Koreaflunder also je nach Netzausbau ein schnelles bis rasantes Tempo an den Tag.

Sprachsteuerung, Gesichtserkennung: Nicht alle Neuheiten überzeugen

Doch potente Hardware hat auch die Konkurrenz zur Genüge im Angebot, und so setzt Samsung den Fokus auf clevere Bedienhilfen und praktische Funktionen. Allerdings nicht immer mit Erfolg. Als Schwachstelle entpuppte sich ausgerechnet die Sprachsteuerung S Voice. Die deutsche Version ist unzureichend implementiert und hat nicht nur mit Übersetzungsfehlern, sondern auch mit Problemen bei der Stimmerkennung zu kämpfen.

Samsung Galaxy S4 und S3 im Vergleich

Mit Umlauten etwa konnte S Voice im Test einige Male nichts anfangen. „Navigiere nach München“ musste dann als „Navigiere nach Munchen“ gesprochen werden. Wird dagegen die englische Version genutzt, gelingt die Spracherkennung um einiges besser. Hier kommuniziert das S3 wohl mit einem anderen Server. Generell benötigt das Smartphone für die Spracherkennung grundsätzlich eine Datenverbindung.

©

Auch die Gesichtserkennung namens Buddy Photo Share, die einen Abgleich von Gesichtern auf Fotos mit den eigenen Kontakten durchführen und diese dann anzeigen soll, konnte im Test nicht wirklich überzeugen.

Bedienung: Gelungene Innovationen

Doch es gibt auch Positives von der Innovationsfront zu berichten: So funktioniert Direct Call tadellos – schreibt man eine SMS oder E-Mail und merkt, dass man sein Anliegen doch lieber telefonisch übermitteln möchte, hält man einfach das Handy ans Ohr, schon wird die entsprechende Nummer gewählt (vorausgesetzt, man hat vorher den Empfänger der Mail eingegeben).

Auch S Beam, die Datenübertragung mittels NFC und Wi-Fi Direct von einem Gerät zum anderen, läuft reibungslos. Der Hit aber ist Smart Stay: Schaut man aufs Display, bleibt es aktiv, wendet man den Blick ab, springt die energiesparende Screen-Sperre an. Dazu sollte man diese auf Kurzzeit stellen.

Dass Samsung bei der Entwicklung des Galaxy S3 selbst an Kleinigkeiten gedacht hat, zeigt die unsichtbar verbaute und recht große Info-LED im linken Bereich oberhalb des Displays. Dieser kleine Helfer informiert den Nutzer nicht nur, wenn das Smartphone an die Steckdose muss, sondern auch über verpasste Anrufe oder eingegangene Nachrichten.

Über die kostenlose App „Light Flow Lite“ kann man sogar definieren, welche Farbe die LED bei welcher Funktion annehmen soll. Ebenso praktisch: Kann ein eingehendes Gespräch mal nicht angenommen werden, kann man mit einem Wisch aus mehreren vorgefertigten Antworten eine SMS auswählen und sie dem Anrufer zukommen lassen.

Flotte Touchwiz-Oberfläche

Als Benutzeroberfläche kommt erneut Touchwiz zum Einsatz, was beim Galaxy S3 einige Individualisierungsmöglichkeiten, jedoch kaum eigene Funktionalität bietet. Etwas ärgerlich ist zudem das Fehlen des Social Hub, der bislang bei den Galaxy-Modellen sämtliche Nachrichten – egal ob SMS, Facebook-Info oder E-Mail – an zentraler Stelle bündelte. Ansonsten gelingt die Bedienung durchweg problemlos, flott und ohne Ruckler. Auch der Touchscreen reagiert sehr fein auf Berührungen, etwa beim Zwei-Finger-Zoom.

Dass der aktuelle Softwarestand der Testgeräte jedoch noch mit heißer Nadel gestrickt wurde, zeigen nicht nur die Schwachstellen bei der Sprachsteuerung, sondern auch die doch häufigen Übersetzungsfehler, die mit ihrem Kauderwelsch für einige Lacher im Test sorgten. Hier wie da dürfte ein Update diese Probleme aus der Welt schaffen.

Multimedia-Offensive

Keine Probleme gibt es in der Multimedia-Abteilung. Nicht nur Foto- und Videofans kommen voll auf ihre Kosten, wie der ausführliche Test der Kamera zeigt. Auch Musikliebhaber werden verwöhnt. So bringt das Samsung nicht nur gut klingende In-Ear-Hörer mit, sondern auch einen leistungsfähigen Musicplayer.

Neben einem konfigurierbaren 7-Band-Equalizer bietet er fünf Raumanpassungen, dazu gesellen sich 14 Klangvoreinstellungen. Da sich das Galaxy S3 auch bei den Audiomessungen von seiner besten Seite zeigte, gehört es musikalisch zur Elite.

©

Zudem gibt es gleich drei verschiedene Hubs für Spiele, Music und Video. Der Game Hub bietet eine Auswahl an interessanten Spielen, die in zwei Kategorien unterteilt sind. Auch bereits auf dem Smartphone installierte Games lassen sich hier direkt starten. Der Video Hub ist eine Art Videothek, in der man Filme leihen und kaufen kann. Hinter dem Music Hub steckt der Shop von 7digital. Für knapp 10 Euro im Monat kann man hier auch einen Premiumdienst für Musik und Radio abonnieren.

Labormessungen: Durchmarsch an die Spitze

Doch genug gespielt, jetzt kommt der Ernst des Lebens. Wie schlägt sich das S3 bei den Labormessungen? Machen wir’s kurz: hervorragend. Vor allem die Kondition ist beeindruckend. Aus dem Akku, der mit 2076 mAh Kapazität ziemlich genau die Herstellerangabe von 2100 mAh erreicht, holt der Bolide das Maximum und erreicht so die volle Punktzahl bei den Ausdauermessungen.

Im Detail: Im typischen Mischbetrieb aus Scrollen, Surfen und Telefonieren bleibt das Galaxy S3 6:38 Stunden aktiv, Quasselstrippen freuen sich über die üppigen Gesprächszeiten von 20 Stunden im E-Netz und knapp sieben Stunden im UMTS-Einsatz – nur der Kollege Samsung Galaxy Note beweist in diesen Disziplinen einen noch längeren Atem. Die Akustik ist ebenfalls top, der Freisprecher wunderbar verständlich. Lediglich der UMTS-Empfang könnte noch besser sein – doch das ist Klagen auf einem sehr hohen Niveau.

Fazit: Was für ein Smartphone!

Samsung legt mit dem Galaxy S3 die Messlatte für kommende Modelle extrem hoch. Dass hier und da noch der Feinschliff fehlt, etwa bei der Sprachsteuerung oder der Übersetzung mancher Menüpunkte, sieht man der neuen Nummer eins gerne nach.

Vergleichstest: Samsung Galaxy S3 gegen Galaxy Note 2

An die üppigen Abmessungen hat man sich nach kurzer Zeit gewöhnt. Auch wenn man oft beide Hände für die Bedienung braucht: Die Vorzüge des großen, exzellenten Touchscreens liegen buchstäblich auf der Hand. Ein großer Pluspunkt ist auch die überragende Ausdauer. Sie ist im mobilen Alltag Gold wert.

Alle News, Ratgeber, Tipps und Zubehör zum Samsung Galaxy S3

Unterm Strich ist das Galaxy S3 mit dieser rundum überzeugenden Leistung das derzeit beste Smartphone und sorgt für harte Zeiten für die Konkurrenz.

comments powered by Disqus
Inhalt
  1. Samsung Galaxy S3 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
x