Strom

Ärgerlich: Trafo-Brumm

8.6.2008 von Redaktion connect und Bernhard Rietschel

ca. 1:15 Min
Ratgeber
  1. Report: Wie gefährlich ist Netzklirr tatsächlich?
  2. Dreck auf Knopfdruck
  3. Hörbar in Ausnahmen
  4. Ärgerlich: Trafo-Brumm
  5. Der Versuchsaufbau
  6. Meinungen

Eine indirekt klangverschlechternde Wirkung durch Lästigkeit können die mechanischen Vibrationen haben, mit denen viele Geräte auf Gleichstromanteile im Netz ("DC-Offset") reagieren. Der Offset entsteht bei unsymmetrischer Belastung des Netzes etwa durch Phasenanschnittsteuerungen und entspricht einer Verschiebung der Null-Linie nach oben oder unten. Die Gleichspannung belastet den Trafo, der vernehmlich zu vibrieren beginnt. Dieses Symptom tritt besonders deutlich bei Verstärkern mit großen Netzteilen auf, deren massive Primärwickungen beachtliche Kräfte entfalten, wenn sie von der Gleichspannung in die Sättigung getrieben werden. Dagegen hilft ein guter Netzaufbereiter - der dann aber seinerseits summen kann und konsequenterweise im Nebenraum stehen sollte. 

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Erschwingliches High-End: Naim Nait 5i mit Cd 5i. Lassen sich von DC-Offset zu Trafo-Vibrationen anregen
© Foto: H.Härle

Vielleicht beruhigt es aber auch, dass der Klang über die Lautsprecher kaum darunter leidet: AUDIO gab mit 2 Volt Gleichstromanteil tüchtig Gas (üblich ist eher ein halbes Volt bis gar nichts, der Wert unterliegt oft starken tageszeitlichen Schwankungen) - und hörte erwartungsgemäß die Trafos vibrieren, aber davon abgesehen keine klanglichen Einbußen. Alles andere hätte den Autor, der seit über zehn Jahren mit einer je nach Tageszeit lebhaft vor sich hinschnurrenden Naim-Kombination hört, auch überrascht. Selbst die Accuphase-Amps begannen sich bei allzu unsymmetrischem Netzstrom vernehmlich zu schütteln, wiederum jedoch ohne dabei den Klang zu verwackeln.

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Accuphase-Kette mit E-450 und DP-500: Können an schlechten Strom hörbar summen, stört aber nicht die Klangqualität
© Foto: H.Härle

Die Netzspannung ist in den meisten deutschen Haushalten mehr oder weniger stark mit Oberwellen belastet. Was hinzukommt: Hochfrequenz, die im Test nicht simuliert werden konnte, aber auch auf anderen Wegen als übers Netz in die Anlage findet, sowie impulsartige Spannungsspitzen, die immerhin Mikroprozessoren durcheinanderbringen können.Für eine Beeinflussung des Klangs, die über homöopathische Feinwirkungen hinausgeht oder gar die Größenordnung eines Geräte-Qualitätsunterschieds annimmt, lieferte dieser Versuch jedoch keine Beweise. Das Hörraum-Netz darf also im Zweifel so bleiben, wie es ist. 

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