Tablets & Smartphones: Spielen mit Grenzen

Kindermodus: "Kids+" von Amazon

22.2.2022 von Andreas Seeger

ca. 4:25 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Kindermodus bei Amazon, Apple und Google - Überblick der drei Plattformen
  2. Kindermodus: "Bildschirmzeit" von Apple
  3. Kindermodus: "Kids-Space" bei Google
  4. Kindermodus: "Kids+" von Amazon
  5. Kindermodus: Fazit & Smartphone-Einstellungen
Kindermodus: Kids+ von Amazon - Screenshot Homescreen
Der Kinder-Homescreen in der Variante für ältere Kinder. Bei der Variante für Jüngere sind die App-Icons größer und kommen ohne Schrift aus. Das Hintergrundbild kann man anpassen, allerdings nicht mit eigenen Fotos.
© connect

Pro

  • preisgünstige Kombination aus Hardware und Inhalten (Kids+)
  • intuitive Oberfläche in zwei Altersstufen
  • anpassbar Eltern-Dashboard über Browser kein E-Mail-Account fürs Kind nötig

Contra

  • Amazon-Plattform mit weniger Inhalten als Google oder Apple
  • bei den Einsteigermodellen ist der Prozessor sehr schwach
  • kindergerechte Verwaltung nur mit Amazon-Inhalten möglich

Fazit

Stark: Amazons Dashboard ist über einen beliebigen Webbrowser zugänglich, es ist also kein spezielles Gerät oder eine plattformgebundene App notwendig.

Dass Amazon-Tablets bei Kindern so erfolgreich sind, liegt nicht nur an der günstigen Hardware, auch der Zugang zu kinderoptimierten Inhalten ist preislich unschlagbar:

Amazon Kids+ ist für ein Kind im ersten Jahr nach dem Tablet-Kauf kostenlos; für mehrere Kinder zahlt man im günstigsten Tarif 70 Euro pro Jahr und bekommt dafür eine Flatrate auf Tausende Bücher, Hörspiele, Filme, Serien und (Lern-)Apps, darunter bekannte Marken und Namen wie Disney, Lego, Bibi & Tina oder die drei ???.

Wie funktioniert Amazon Kids+?

Weil man auf einem Tablet mehrere Benutzerprofile anlegen kann, genügt also theoretisch ein Fire-Tablet auch für eine größere Familie. Alle Eltern-Funktionen sind über das sogenannte Eltern-Dashboard zugänglich, das natürlich auch Nutzungsstatistiken anzeigt.

Stark: Dieses Dashboard ist über einen beliebigen Webbrowser zugänglich, es ist also kein spezielles Gerät oder eine plattformgebundene App notwendig. Hier kann man die Inhalte für jedes Nutzerprofil individuell anpassen, etwa per SchieberegIer einen Alterskorridor festlegen.

Diese Altersbegrenzung wirkt sich auch auf den Web-browser aus, der nur entsprechend kuratierte Webseiten anzeigt. Auch aus Kindersicht gibt es wenig zu meckern. Der Kinder-Homescreen bietet zwei grundlegende Ansichten, einmal betont symbollastig für jüngere Kinder und einmal an der normalen Fire-OS-Oberfläche angelehnt für Kinder, die bereits lesen können.

Gut gefallen hat uns zudem die Verknüpfung mit Lernzielen: Erst wenn eine bestimmte Zeit mit Lern-Apps oder Büchern verbracht wurde, kann man Spiele freischalten lassen. Einen großen Haken gibt es aber: Nur Apps aus dem Amazon App Store lassen sich problemlos installieren und kindgerecht verwalten, unter anderem die Youtube-App bleibt damit außen vor.

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Was beinhaltet der Kindermodus Amazon Kids+?

Amazon hat sein erstes für Kinder optimiertes Tablet 2015 vorgestellt, also mehrere Jahre vor Apples Bildschirmzeit (mit iOS 12 eingeführt) und Googles Family Link (2018 eingeführt). Entsprechend ausgereift präsentiert sich die Software. Einzigartig wird das Amazon-Angebot aber durch die Verknüpfung von Kontrollinstrumenten mit Inhalten:

Während Apple (teilweise) und Google (vollständig) bei Inhalten auf das kostenfreie Angebot ihrer App Stores setzen, bietet Amazon ein Rundum-sorglos-Paket für Eltern, das neben der passenden Hardware auch eine erweiterte Garantie und eine Vielzahl von Videos, Apps, Büchern und Hörbüchern umfasst. Allein die Bibliothek von Audible mit Bibi&Tina, Pippa Pepperkorn und den Klassikern von Jules Verne ist für jedes Kind ein riesiger Schatz.

Was kostet Amazon Kids+?

Und sie macht nur einen kleinen Teil der Inhalte aus, die in der Flatrate „Kids+“ enthalten sind. Die ist beim Kauf eines Fire-Tablets für ein Jahr kostenlos dabei, danach fallen Kosten zwischen drei und zehn Euro pro Monat an, was angesichts des Gebotenen außerordentlich günstig ist. Besonders Familien mit mehreren Kindern profitieren hier, weil sich auf jedem Fire-Tablet mehrere Benutzerkonten anlegen lassen, die keine eigene E-Mail-Adresse benötigen.

Das klingt nach einem perfekten Angebot, doch leider gibt es auch ein paar Knackpunkte, die den guten Eindruck trüben. Die Kontrollmöglichkeiten sind zwar vielfältig und bieten unter anderem die Möglichkeit, Spiele-Apps erst dann freizuschalten, wenn das Kind eine bestimmte Zeit mit Lern-Apps verbracht hat; doch es fehlt an Präzision bei der Steuerung.

Kindermodus: Kids+ von Amazon - Screenshot Einstellungen Zeitlimits
Eltern können Zeitlimits mit Lernzielen verknüpfen: Spiele oder TV-Serien sind erst zugänglich, wenn eine bestimmte Zeit mit Lern-Apps oder Lesen verbracht wurde. Leider lassen sich Lern-Apps nicht genauer definieren.
© connect

Wie genau lassen sich Einstellungen vornehmen?

Das Tageslimit, das man für Apps festlegen kann, gilt pauschal für alle; es ist nicht möglich, bestimmte Apps länger oder kürzer laufen zu lassen. Mit diesem Problem ist man auch bei den Lernzielen konfrontiert: Welche App als Lern-App klassifiziert ist, wird von Amazon festgelegt. Eltern haben hier keinen Einfluss, und sie können auch keine bestimmte (Lern-)App in den Vordergrund stellen.

Gerade bei jüngeren Kindern wäre das mitunter wünschenswert. Erschwerend kommt hinzu, dass die elterlichen Kontrollmöglichkeiten fest auf die Amazon-Inhalte zugeschnitten sind.

Welche Probleme kann es mit fremden Apps geben?

Ein konkretes Beispiel illustriert die damit verbundene Problematik: Unsere achtjährige Tochter ist ein großer Fan von „Gregs Tagebuch“, einer erfolgreichen Bücherreihe von Jeff Kinney, die auch als Hörbuch erhältlich ist. Allerdings nicht bei Audible, sondern bei Spotify. Wie gut, dass der Papa ein Spotify-Family-Abo hat!

Ein Blick in den App Store zeigt, dass Spotify verfügbar ist, und wir verweisen hier so explizit darauf, weil das nicht immer der Fall ist, denn das App-Angebot von Amazon ist nicht so umfangreich wie bei Apple oder Google, was ein weiterer Kritikpunkt ist.

Aber zurück zu Spotify. Schnell die App aus dem App Store heruntergeladen und eingerichtet. Danach folgt die Ernüchterung: Weil die App als „App“ klassifiziert wird und nicht als Hörbuch oder Audioinhalt, fällt sie in die Kategorie „Apps und Spiele“, und das bedeutet, dass die Tochter auch drei Stunden am Tablet spielen kann, wenn man ihr drei Stunden Hörbuch am Tag erlaubt.

Amazon-Fire-HD-10-Kids-Pro_01
Mit Schutzhülle in vier Designs erhältlich: das Amazon Fire HD 10 Kids Pro.
© Amazon

Fazit

Daraus folgt: Wer im Amazon-Kosmos zu Hause ist, und viele Inhalte von dieser Plattform bezieht, für den sind die Kids-Tablets empfehlenswert. Wer dagegen auch bei anderen Inhalteanbietern Kunde ist, sollte vorher prüfen, ob das Amazon-Angebot mit seiner Kombination kompatibel ist.

Welche Tablets eignen sich für Amazon Kids+?

Kaufberatung: Amazon Tablets mit Fire OS ab 100 Euro

Die günstigen Preise für die Fire-Tablets sind zwar verführerisch, aber wir empfehlen, nicht in das unterste Fach bei Amazon zu greifen. Denn irgendwo müssen die Preise ja herkommen, und in diesem Fall spart der Hersteller beim Prozessor. Die 7er - und 8er-Baureihen sind so untermotorisiert, dass die Bedienung nach längerem Gebrauch und vollem Speicher zum Geduldsspiel wird, vor allem wenn mehrere Benutzer darauf angemeldet sind. Die 10er-Serie macht es besser.

Bei Amazon hat es Tradition, die günstigen Tablets der Fire-Serie auch in einer „Kids Edition“ anzubieten. Die bietet zusätzlich eine kindgerechte Hülle, eine erweiterte Garantie und ein Jahr kostenlosen Zugriff auf die Inhalte von Amazon Kids+. Mit Blick auf den Preis von 100 Euro für das günstigste Modell Fire 7 Kids ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar, vor allem wenn man die iPads gegenüberstellt.

Aber die Sache hat auch einen Haken: Im Gegensatz zu Apple spart Amazon bei der Hardware, die technischen Komponenten sind nicht sehr hochwertig. Das merkt man vor allem bei den Einsteigern wie dem Fire 7: Der Prozessor ist schnell überfordert, die Benutzerführung somit ruckelig.

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