Navigation: So funktioniert AGPS

Missing Link: Denkbare Anwendungen

Schon vor rund fünf Jahren waren sie ein heißes Thema: "Location Based Services" - Dienste, die auf bestimmte Anforderungen und Standorte zugeschnitten sind. In den USA oder Japan sind sie üblich. Ein Beispiel ist die Notruf-Initiative 9-1-1 in den USA, mit der sich von Handys eingehende Notrufe binnen weniger Minuten orten lassen.

© foto: björn-steiger-stiftung

leitstelle eines rettungsdienstes: hier funktioniert handy-ortung gut

Die EU plant eine ähnliche Initiative ab 2010. Heute funktioniert die Handy-Ortung aus Datenschutzgründen für private Zwecke nur sehr reduziert - bei T-Mobile nach Unternehmensangaben sogar gar nicht. Ausgenommen sind Rettungsanwendungen der Björn-Steiger-Stiftung.

Handy-AGPS eröffnet weitere Möglichkeiten, vor allem zusammen mit UMTS-Netzen und ihrer großen Bandbreite. So lassen sich ans Handy nicht nur AGPS-Satellitendaten funken, sondern nach Berechnung der GPS-Position auch die passenden digitalen Karten - in Echtzeit.

Bis auf wenige Meter exakt

In fremden Städten gibt's dazu vielleicht noch eine Hotel- und Restaurantliste, mit Adressen, Telefonnummern, Bildern und Videos. Vor einem Treffen mit Freunden oder Geschäftspartnern bekommen diese eine Straßenkarte mit der eigenen Position aufs Handy überspielt.

Logistik- oder Taxiunternehmen können mit AGPS die Standorte ihrer Fahrzeuge mit Livebild kontrollieren. Schon heute lassen sich in manchen Netzen über die Mobilfunkzellen die Handys der eigenen Kinder orten, jedoch eher ungenau. Mit AGPS geht das bis auf wenige Meter exakt, da die Handys ihre Positionsdaten an den Server senden.

Auch Hilfs- und Katastrophenanwendungen sind denkbar. Noch ist die Suche nach Vermissten sehr aufwendig - bald schon könnte sich deren Position per Handy oder AGPS-Server auswerten lassen. Jedoch geht dies nur zuverlässig, wenn GPS-Handys Kontakt zu einem AGPS-Server haben.

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