Spielertypen

Plattenspieler: Antrieb und Motoren

17.5.2016 von Roland Kraft

ca. 1:55 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Plattenspieler: Grundlagen zu Technik und Aufbau
  2. Plattenspieler: Dämpfung, Isolation, Trägheit
  3. Plattenspieler: Antrieb und Motoren
Plattenspieler Micro Seiki
Masse-Konzept: Der japanische Kulthersteller Micro Seiki läutete das Schwerlast-Zeitalter ein: schiere Masse und Lufttellerlager.
© Micro Seiki

Antriebe und Motoren

Elektromotoren laufen prinzipbedingt nicht so gleichmäßig, wie man denkt. Insbesondere Gleichstromtypen liefern wegen des notwendigen Kommutators, übertrieben ausgedrückt, ruckelnden Vortrieb ab; Wechselstrom- oder Synchronmotoren sind da im Vorteil, weshalb wir sie bei Plattenspielern bevorzugt antreffen. Allerdings gibt es jede Menge Varianten, sodass sich hier kaum Regeln aufstellen lassen.

Riemen und Reibräder

Der Riementriebler, bei dem der Motor vom Teller stark entkoppelt läuft, ist nicht zu Unrecht der am häufigsten benutzte Plattenspieler-Antrieb. Seine Nachteile sind Riemenverschleiß, schwächeres Hochlauf-Drehmoment und - bedingt durch die nicht so enge Kopplung - eine Neigung zu unruhigem Lauf in wenig belastetem Zustand, wenn also der Teller auf Drehzahl ist. Moderne, sehr clevere Steuerungen und Regelungen in der Stromversorgung sind heutzutage aber in der Lage, die Eigenschaften eines Riemenantriebs zu perfektionieren und die Laufruhe des Motors enorm zu steigern.

Stellt die Spindel des Plattentellers die Verlängerung der Motorachse dar, spricht man von Direktantrieb. Es leuchtet ein, dass es wegen der harten Kopplung hier eher Probleme durch Laufunruhe am Motor geben kann, zumal die Lager des Motors ja auch jene des Plattentellers darstellen.

Plattenspieler Palmer
Clever verteilte und bedämpfte Massen: der Palmer. Er weist eine Schichtholzzarge mit harter Ankopplung des Tellerlagers auf.
© Palmer

Der schnell hochlaufende, drehmomentstarke Direktantrieb erlaubt effektive elektronische Geschwindigkeits-Regelkreise. Üblicherweise kommen kräftige Motoren in Verbindung mit eher mittelschweren bis leichten Plattentellern zum Einsatz.

Eine weitere (alte) Möglichkeit, die heutztage wieder geschätzt wird, ist der ebenfalls drehmomentstarke Reibradantrieb, der als Variante des Direktantriebs für etwas bessere Entkopplung sorgt. Normalerweise wird dabei ein Hartgummi-Treibrad an eine Lauffläche an der Innenseite des Plattentellers gedrückt. Die aufwendige Mechanik hat ihren Preis, auch bei der Wartung.

Achsen und Büchsen

Als Tellerlager kommen extrem ruhig laufende Gleitlager zum Einsatz; gehärtete, polierte Stahlachsen laufen in Büchsen aus Bronze, Sintermetall, speziellen Lagermetallen oder Kunststoff. Es gibt selbstschmierende Varianten, solche mit Einmalfüllung oder solche mit Nachfülloption.

Als Lagerspiegel werden meist Stahl- oder Keramikkugeln auf Stahl-, Kunststoff- oder Keramik-Lagerflächen benutzt. War früher vordringlich möglichst geringe Reibung (also Leichtlauf) das Ziel, so sehen wir heute auch bewusst großflächige Lagerspiegel, die entweder beabsichtigt eine "Bremse" einbringen und/oder schlicht mehr Tragfähigkeit für teils enorm schwere Plattenteller gewährleisten.

Exotischere Konstruktionen verfügen zwar über eine vertikale Lagerachse, benutzen als Horizontallager aber beispielsweise Luftlager oder magnetische Lager. Beide Varianten können enorm schwere Teller tragen, bei denen herkömmliche Lager an ihre Grenzen stoßen, garantieren aber auch die höchste Laufruhe.

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