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Plattenspieler: Grundlagen zu Technik und Aufbau

17.5.2016 von Roland Kraft

Sie wollen alles über Vinyltechnik wissen? Wir erklären die Plattenspieler-Prinzipien, Grundlagen und Antriebe.

ca. 2:05 Min
Ratgeber
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  1. Plattenspieler: Grundlagen zu Technik und Aufbau
  2. Plattenspieler: Dämpfung, Isolation, Trägheit
  3. Plattenspieler: Antrieb und Motoren
Plattenspieler
Plattenspieler
© Hersteller

Um zu verstehen, worum es bei der Abtastung einer modernen Stereo-Schallplatte eigentlich geht, sollte man sich zunächst die Größenordnungen vor Augen führen: Die heute allgemein übliche, sogenannte Mikrorille der Platte ist unmoduliert etwa 40 Mikrometer breit, der Rillengrund besitzt einen Radius von etwa acht Mikrometern. Für den Verrundungsradius einer einfachen sphärischen Nadel werden etwa 15 Mikrometer angegeben, wobei schärfere Nadelschliffe in noch geringeren Größenordnungen liegen. Und ein Mikrometer entspricht 0,001 Millimetern! Also geht es hier um einen echten Mikrokosmos, in dem allerkleinste mechanische Vorgänge (sprich: Nadel-Auslenkungen) in ein elektrisches Signal umgewandelt werden.

Wenn man einmal die Hand auf einen arbeitenden Lautsprecher legt oder dasselbe mit einer laufenden Festplatte oder beispielsweise mit einem laufenden Elektromotor macht, dann spürt man Vibrationen, also mechanische Schwingungen, die locker in der Größenordung der Schallplattenrille - und auch weit darüber - liegen.

Das verdeutlicht, wie anspruchsvoll es eigentlich ist, die Abtastung unverfälscht und völlig frei von äußeren Einflüssen zu halten. Zumal dann, wenn man die Schallplatten drehen, also antreiben muss und ein Tonarm inklusive Tonabnehmer dabei Bewegungsfreiheit in zwei Ebenen benötigt. Die Widersprüche, die hier aufzulösen sind, beschäftigen die Plattenspieler-Hersteller seit den ersten gefederten Grammofonen für große Atlantik-Liner und Passagier-Zeppeline.

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Wir wollen hier weniger der abgehobenen Theorie als der Praxis im eigenen Wohnzimmer huldigen. Deshalb etwas salopp formuliert: Es gibt Plattenspieler, die sich größte Mühe geben, sich selbst als Insel in einem Meer von Luftschall und Vibration zu isolieren. Und es gibt Geräte, bei denen man selber dafür sorgen muss, dass sie ruhig stehen. Die Grundregel für einen Plattenspieler lautet also: Es darf nichts "rappeln". Oder: Du bist die Ruhe selbst!

Diese Anforderung mündet in drei Prinzipien: Dämpfung, Isolation und Trägheit. Anders ausgedrückt: Man benutzt Stoßdämpfer, packt den Motor in Watte und/oder setzt so viel Masse ein, dass sich nichts mehr rührt, weil die Masse im Verhältnis zu den wirkenden Kräften zu groß ist.

Diesen Regeln folgt auch ein altes Design, das wir jetzt mal "Schwabbler" nennen: In einem Grundchassis sitzt ein darin federnd aufgehängtes Subchassis. In der Schallplattentechnik für Endkunden (bei den Profis lief es etwas anders) kamen solche Subchassis-Spieler tatsächlich zuerst auf, lange bevor die High-Ender beschlossen, dass Transport-, Material und Herstellkosten keine Rolle spielen würden und 100 Kilo Aluminium mindestens genauso "ruhig" wären... Aber dazu gleich mehr.

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