Wie gut sind Apples Topgeräte?

Apple iPhone 12 und 12 Pro im ersten Test

Apple bietet beim iPhone 12 gleich vier Modelle mit einem neuen Design, 5G, aufgefrischten Kameras und einem neuen Ladeanschluss. Wir haben iPhone 12 und 12 Pro im ersten Test.

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Apple hat gleich vier neue iPhones vorgestellt. Wir haben das iPhone 12 und 12 Pro im ersten Test und verraten Ihnen, wie gut die neuen Flaggschiffe sind.
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Pro

  • exzellente Verarbeitung und edle Materialien
  • IP68-Zertifizierung
  • sehr starker Chipsatz sorgt für viel Rechenpower
  • 5G, WiFi 6, Dual-SIM
  • knackige OLEDs
  • Kameras mit sehr guter HDR-Funktion und guter Bildqualität
  • starke HDR-Videos
  • kabelloses Laden per MagSafe

Contra

  • keine Teleoptik (iPhone 12)
  • geringe Speicherkapazität in der Basisversion (iPhone 12)
  • nur zweifach optischer Zoom (iPhone 12 Pro)
  • schnelle Bildwiederholrate fehlt
  • teuer

Fazit

Apple hat mit den neuen iPhones starke Geräte aufgetischt, die optisch und haptisch ein Genuss sind. Die Bildqualität ist auf den ersten Blick top, die Systemperformance herausragend. Technisch sind die Phones teilweise mit Blick auf die fehlende erhöhte Bildwiederholfrequenz, die Zoomoptiken und den Preis nicht ganz auf Höhe der Zeit.

Apple war in diesem Jahr Corona-bedingt ungewöhnlich spät dran mit der Vorstellung der neuen iPhones. Wie bereits prophezeit, hat Apple dann auch gleich viel Modelle vorgestellt: iPhone 12 Mini, iPhone 12, iPhone 12 Pro und iPhone 12 Max. Sie alle unterstützen nun den neuen Mobilfunkstandard 5G.

Für einen ersten Test konnten wir die beiden mittleren Modelle, iPhone 12 und 12 Pro, bereits in die Hand nehmen. Das 12er ist bei der Ausstattung teilweise etwas abgespeckt, kostet dafür aber auch mit 876 Euro rund 245 Euro weniger als das 12 Pro (ab 1.120 Euro). Diese zwei iPhones sind ab sofort im Handel erhältlich, während das kleine 12 Mini und große 12 Pro Max erst im November auf den Markt kommen.

Apple zeigt beim iPhone 12 Kante

Die auffälligste Neuerung hat Apple beim Design vorgenommen. Zurück zu den Wurzeln lautet hier wohl die Devise, denn die neuen iPhones haben sich von dem abgerundeten Gehäuse der letzten Modelle verabschiedet und sehen nun so kantig aus wie das Ur-iPhone. Diesen Schritt hatte Apple bereits beim iPad Pro erkennen lassen.

iPhone 12 und 12 Pro unterscheiden sich dabei nicht bei den Abmessungen, die mit jeweils 147 x 72 x 7 Millimetern sehr kompakt ausfallen. Das Pro-Modell ist mit 187 Gramm etwas schwerer als das 12er mit seinen 162 Gramm. Der Unterschied fällt jedoch nicht ins Gewicht. Beide iPhones liegen gut in der Hand, ein Smartphone mit einer solch geringen Dicke hatten wir dabei lange nicht mehr in den Fingern. Wir müssen aber auch sagen, dass sich das iPhone 11 Pro mit seinen zu allen Seiten abgerundeten Kanten noch etwas angenehmer in die Hand schmiegt.

Mehr lesen: iPhone 12 Größe: Vergleich mit Mini, Pro und Pro Max

Haptisch sind beide iPhones ein Fest. Die Verarbeitung ist Apple-typisch über jeden Zweifel erhaben. Gerade die matte, samtige Glasrückseite des 12 Pro ist sehr praktisch, da sie Fingerabdrücke nicht so gut aufnimmt wie die glänzende Rückseite des 12er.

Beim Rahmen dreht sich das Spiel: Apple nutzt beim iPhone 12 Pro polierten Edelstahl. Das ist sehr wertig, verschmiert aber schnell. Beim iPhone 12 kommt mattes, farblich zum Gehäuse abgestimmtes Aluminium zum Einsatz, was sehr griffig ist und keine Fingerabdrücke aufnimmt. Beide iPhones sind zudem nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt.

Mehr lesen: iPhone 12: Farben im Überblick - welche ist die beliebteste?

Beim Rahmen dreht sich das Spiel: Apple nutzt beim iPhone 12 Pro polierten Edelstahl. Das ist sehr wertig, verschmiert aber schnell. Beim iPhone 12 kommt mattes, farblich zum Gehäuse abgestimmtes Aluminium zum Einsatz, was sehr griffig ist und keine Fingerabdrücke aufnimmt. Beide iPhones sind zudem nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt.

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Während das iPhone 12 Pro einen glänzend polierten Edelstahlrahmen hat, ist der Rahmen des iPhone 12 aus mattem Alu.

iPhone 12 und 12 Pro: Knackige OLEDs ohne schnelle Bildwiederholrate

Im Vergleich zum Vorjahresmodell, dem iPhone 11 Pro, ist die Displaydiagonale des iPhone 12 leicht von 5,8 auf 6,1 Zoll gewachsen. Beide Phones setzen auf OLED-Displays mit einer Auflösung von 1.170 x 2.532 Pixeln. Auf den ersten Blick liefern die Panels gute Kontraste und knackige Farben. Eine recht hohe Helligkeit sichert auch unter Sonneneinstrahlung eine gute Ablesbarkeit.

Für diese Preisklasse sehr unüblich ist, dass Apple auf eine schnelle Bildwiederholrate von 90 oder 120 Hertz verzichtet, die sich sogar schon in Einsteiger-Smartphones finden lässt. Beim Scrollen von Texten und beim Gaming muss man also mit Schlierenbildung und einer nicht ganz so scharfen Darstellung leben. Das Argument einer sinkenden Akkulaufzeit bei hoher Hertzzahl gilt dabei nur teilweise. Andere Hersteller passen die Bildwiederholrate je nach Nutzungsverhalten variabel an, bei den Akkulaufzeittests in unserem Labor stellten wir dadurch eine nur noch sehr geringfügige Verschlechterung der Laufzeit fest.

In der immer noch sehr prominenten Aussparung am oberen Displayrand sitzt weiterhin eine Frontkamera mit 12 MP Auflösung. Sie kann nun auch bei schlechten Lichtbedingungen einen Nachtmodus nutzen. Der TrueDepth-Sensor daneben sorgt für eine sichere und schnelle 3D-Gesichtsentsperrung (FaceID). Auf einen Fingerprintsensor unter dem Display oder gar im Powerbutton wie beim iPad Air verzichtet Apple wieder – kommt vielleicht dann im iPhone 13.

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Apple vergrößert das Display: iPhone 12 (Pro) kommen auf 6,1 Zoll. DIe OLEDs lösen mit 1170 x 2532 Pixeln auf.

iPhone 12 und 12 Pro: neue, alte Kamera mit starker HDR-Funktion

Wo wir gerade bei der Kamera sind: Apple setzt beim iPhone 12 auf ein Zweiergespann aus 12-MP-Weit- und 12-MP-Ultraweitwinkel mit einem Blickfeld von 120 Grad. Beim 12 Pro wird das gleiche Setup genutzt, zusätzlich kommt noch eine Teleoptik (12 MP) hinzu, die ein zweifaches optisches Zoomen erlaubt. Das Weitwinkel der iPhones lässt dabei durch eine sehr große Blende von f/1.6 sehr viel Licht auf den Sensor.

Qualitativ sind die Fotos des iPhone 12 (Pro) bei guten Lichtbedingungen auf einem sehr guten Niveau. Dank eines ausgeklügelten HDR-Algorithmus wirken Fotos sehr lebensecht und lebendig, da die Software verschiedene Einstellungen für unterschiedliche Teile des Fotos separat vornehmen kann. So werden dunkle Bildstellen punktuell aufgehellt und zu helle Bildstellen ebenfalls punktuell in der Belichtung reduziert. Im Vergleich mit einem Oneplus 8 Pro macht das iPhone 12 (Pro) mit Blick auf die hellen Bildstellen etwas ausgewogenere Bilder, während Fotos des 8 Pro detailreicher sind.

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iPhone 12 und 12 Pro verfügen über ein 12 MP Weit- und Ultraweitwinkel. Das 12 Pro hat als dritte Optik ein Tele (zweifacher optischer Zoom) und besitzt zudem einen Lidar-Sensor.

Spannend sind Fotos bei schlechtem Licht, kurz nach Sonnenuntergang. Hier schafft das iPhone 12 (Pro) deutlich mehr Bildinformationen in den hellen Bildstellen zu sichern. Außerdem weisen Bilder des iPhones weniger Rauschen auf als beim Oneplus 8 Pro. Dessen Fotos sind hingegen einen Tick schärfer. Beim Nachtmodus spielt das 8 Pro hingegen sein ganzes Potenzial des 48-MP-Sensors aus und knipst deutlich bessere da detailreichere Fotos. Neu ist, dass man den Night-Mode nun bei jeder Optik des iPhones nutzen kann.

Optimiert hat Apple zudem den Ultraweitwinkel. Dieser reicht qualitativ zwar nicht an den des Oneplus 8 Pro heran, hinterlässt aber einen insgesamt deutlich schärferen Bildeindruck als beim iPhone 11 Pro. Zudem sind die Verzeichnungen geringer, was auch an optimierter Software liegt.

Ein dickes Lob erhält Apple von uns für die Videoqualität. Gerade die HDR-Videos weisen hervorragende Farben und eine sehr ausgewogene Belichtung ohne viel Rauschen auf. Hier macht sich Dolby Vision HDR bemerkbar. Wie das iPad Pro bietet das iPhone 12 Pro übrigens einen Lidar-Sensor für Augmented-Reality-Anwendungen und Verbesserungen beim Porträtmodus.

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Das iPhone 12 Pro (links) bekommt mehr Zeichnung in die hellen Bildstellen als das Oneplus 8 Pro (rechts). Außerdem ist das Rauschen geringer.

Sehr starker A14-Chipsatz, 5G und MagSafe

Vor allem die Kamerasoftware benötigt sehr viel Rechenleistung. Apple baut zum Glück die leistungsstärksten Mobilchips auf dem Markt, das ist kein Geheimnis. In den neuen iPhones kommt der A14 zum Einsatz, der beim iPhone 12 über 4 GB und beim 12 Pro über 6 GB RAM verfügen kann. Mit der Kombination machen die neuen iPhones die Android-Konkurrenz tatsächlich nass uns setzen sich vor Oneplus 8 Pro, Samsung Galaxy Note 20 Ultra und Huawei Mate 40 Pro.

5G ist nun auch bei Apple verfügbar, alle iPhone 12 unterstützen den neuen Mobilfunkstandard. Um Akku zu sparen, können sie je nach genutzter Anwendung und benötigter Bandbreite zudem automatisch zwischen LTE und 5G hin und her schalten. Dual-SIM ist in Kombination Nano-SIM plus E-SIM möglich. Mit an Bord ist zudem WiFi 6, NFC und Bluetooth 5.1. Speicher bekommt man in der Basiskonfiguration mit 64 GB beim iPhone 12 sehr wenig fürs Geld. Beim 12 Pro geht’s bei 128 GB los und endet bei maximal 512 GB.

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Das MagSafe-Ladegerät hält magnetisch auf der Rückseite der neuen iPhone-12-Modelle und lädt die Phones mit 15 Watt.

Die Energieversorgung übernehmen Akkus mit recht schmächtigen 2815 (12er) bzw. 2775 mAh (12 Pro). Ein Kompromiss zur geringen Dicke der Geräte. Bei Apple hat dies aber noch nicht viel zu sagen, da iOS nicht so energiehungrig ist. So ist das iPhone 11 Pro in unserem Labor auch auf knapp 11 Stunden Laufzeit gekommen.

Mehr lesen: iPhone 12 Akku: Kapazität und Laufzeiten im Vergleich

Geladen wird kabelgebunden mit bis zu 20 Watt und über den neuen MagSafe-Anschluss kabellos mit 15 Watt (Kosten für Ladegerät: 44 Euro). Dank Magneten hält dieser und anderes Zubehör auf der Rückseite der iPhones. Blickt man in die Android-Welt, wo man Smartphones kabelgebunden bereits mit 65 Watt oder mehr und mit 50 Watt kabellos lädt, laden die neuen iPhones vergleichsweise langsam.

iPhone 12 oder 12 Pro? Ein erstes Fazit

Apple hat mit den neuen iPhones starke Geräte aufgetischt, die optisch und haptisch ein Genuss sind. Technisch sind die Phones teilweise nicht auf Höhe der Zeit bzw. der Android-Konkurrenz. Das betrifft das Fehlen einer erhöhten Bildwiederholfrequenz und auch die Kameraausstattung. So bietet das 12 Pro nur einen zweifach optischen Zoom, wo die Konkurrenz schon bei fünf und zehnfachen Zoomstufen angekommen ist. Die Bildqualität ist dennoch gut, auch wenn Apple beim Nachtmodus noch nacharbeiten muss.

Verkaufen werden sich die iPhones trotzdem ein oder anderen fehlenden Merkmal wieder sehr gut, auch wenn klar ist, dass es in der Android-Welt deutlich besser ausgestattete Geräte gibt, die ähnlich viel kosten oder sogar günstiger sind. Bei Apple gibt immer noch das sehr gute Ökosystem den Ausschlag. Viele werden auf das iPhone 12 schielen, das bis auf das fehlende Tele so gut wie alle Merkmale des 12 Pro besitzt. Wer ein wenig sparen möchte, macht mit dem iPhone 12 bei Apple nichts falsch.

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