Kompaktbox

Dali Oberon 1C im Test

23.12.2020 von Andreas Eichelsdörfer

Dali nimmt die Drahtlos-Technologie aus der Callisto-Serie und die kleinste Boxaus der Oberon-Reihe – fertig ist die Überraschung. Mehr dazu in unserem Test.

ca. 2:50 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Dali Oberon 1 C
Die passive Variante der Oberon 1C kostet 500 Euro das Paar.
© Dali

Pro

  • Ein toll spielendes Drahtlos- System mit minimalem Platzbedarf

Contra

Fazit

AUDIO Klangurteil: 74 Punkte; Preis/Leistung: überragend


Gut

Als Hersteller tut man sich deutlich leichter, wenn man das Rad nicht jedes Mal neu erfinden muss, sondern auf langjährige Erfahrung im Bereich Lautsprecherbau oder Aktivtechnologie zurückgreifen kann. Der dänische Boxenbauer Dali ist in dieser glücklichen Lage.

Um die Oberon 1 C zu kreieren, bediente man sich bei der erfolgreichen passiven Oberon-Serie und kombinierte das Ganze mit der Technologie aus der Callisto-Serie. Herausgekommen ist unserer Meinung nach ein Perfect Match.

Das lässt sich Dali aber auch bezahlen. Die passive Variante der Oberon 1 kostet 400 Euro das Paar, die aktive Variante Oberon 1 C 500 Euro das Stück. Mit dem notwendigen Sound Hub Compact kommen 300 Euro hinzu. Das sind 1300 Euro für das Set. Der Preis relativiert sich aber, wenn man sich die Details näher ansehen.

Da entdecken wir als erstes die Drahtlostechnologie aus eigenem Hause. Das proprietäre 30-Bit-Protokoll überträgt das Signal unkomprimiert im Format 24 Bit/96 kHz mit 5,8 GHz. Laut Hersteller ist die Verbindung zwischen Hub und Lausprecher bis zu einer Entfernung von 10 Metern stabil.

Dali Oberon 1 C
Die sehr kompakte Box hat einen starken Antritt und spielt homogen mit punchigen Bässen.
© Dali

Mit HDMI-Eingang

Der Sound Hub Compact ist die deutlich kleinere und günstigere Variante des großen Dali Sound Hub, den wir aus der Callisto-Serie kennen. Diesen könnten wir mit einem Blue-Sound-Modul noch zum multiroom-fähigen Streaming-Client aufbohren. Dem Sound Hub Connect bleibtEichelsdörferein Upgrade in diese Bereiche verwehrt.

Braucht er auch nicht, denn mit fünf analogen und digitalen Eingängen und Bluetooth mit aptX und AAC bietet er schon reichlich Schnittstellen. TV-Fans wird es freuen: Es gibt auch einen HDMI-Eingang. Schaltet man den Fernseher ein, erwacht auch der Hub zum Leben. Wird der TV ausgeschaltet, legt sich auch der Hub wieder schlafen.

Eine kleine Infrarot-Fernbedienung ermöglicht die bequeme Steuerung des Hubs vom Sofa aus und ist gleichzeitig die einzige Schaltzentrale, denn der Hub hat keine Knöpfe. So kann man ihn auch leicht im Sideboard verstecken. Damit er die Infrarot-Befehle nicht ignoriert, ist der IR-Empfänger eine kleiner, schwarzer Knubbel mit langem Kabel, der im Sichtbereich zum Beispiel an die Wand geklebt wird.

Kommen wir zur Installation: Box 1 an die Steckdose, Box 2 an die Steckdose, Hub mit Netzteil in die Steckdose. Hub einschalten. Connect-Taste am Hub drücken, Connect-Taste an der linken Boxdrücken, Connect-Taste an der rechten Box drücken – fertig ist die Laube! So eine schnelle und einfache Installation würden wir uns auch bei anderen Systemen wünschen.

Dali Oberon 1 C
Die Dali Oberon 1 C kann direkt an die Wand hängen. Dann sollte aber Schaumstoffstopf in den Bassreflexkanal gesteckt werden. Etwas Tiefgang geht dann auch flöten, was gerade bei der kleinen Oberon schade wäre.
© Dali

Via Bluetooth ist das Smartphone ebenfalls ruck, zuck mit dem Hub gekoppelt. Wir streamten mit Amazon Music HD. Thirty Seconds To Mars mit ihrem Kracher „Walk On Water“ machten den Anfang. Die Fülle des Klangs ließ uns aufhorchen. Irgendwie hatten wir angesichts der kompakten Abmessungen der Boxen etwas anderes erwartet. Aber was wir hier zu Gehör bekamen, war ein volles und gut strukturiertes Klangbild.

Vor allem die Bässe besaßen ordentlich Punch, was wir der 13-Zentimeter-Mebran des Tiefmitteltöners nur bedingt zugetraut hätten. Aber auch die 29-Millimeter- Seidenkalotte wusste zu überzeugen und löste die Höhen fein auf. Insgesamt entstand ein homogener Klangteppich mit breiter Abstrahlung und einer exzellente Durchhörbarkeit.

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Als nächstes ließen wir die britische Band Ace zu Wort kommen, die mit dem Song „How Long“ 1974 ihren größten Erfolg feierte. Dieser klassische Song, geschrieben von Paul Carrack, passte der kleinen Dali wie ein maßgeschneiderter Handschuh: Sie brachte diese Mischung aus Gelassenheit und Eleganz perfekt auf den Punkt.

Wir ließen das Set noch mit anderen Quellen und in verschiedenen Räumen spielen. Dabei fielen uns zwei Dinge auf. Erstens: Der Sound war vom Smartphone gestreamt (in HD-Qualität) bereits ausgezeichnet. Zweitens: Die Oberon 1 C stellte keine großen Ansprüche an der Raum.

Fazit

Wenn wenig Platz für eine Anlage ist oder wenn die Lautsprecher möglichst unauffällig in das Wohnambiente integriert werden sollen, dann fühlt sich die Dali Oberon 1 C mit dem Sound Hub Compact am wohlsten. Die sehr kompakte Box hat einen starken Antritt und spielt homogen mit punchigen Bässen.

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