Senioren-Smartphone mit Android Go

Doro 8100 im Test

4.3.2022 von Andreas Seeger

Bei einem Senioren-Smartphone geht es mehr um Sicherheit als um Performance, mehr um Benutzerfreundlichkeit als um Fotoqualität. Und allzu teuer sollte es auch nicht sein. Das neue Doro 8100 ist mit 210 Euro relativ günstig. Ob es auch qualitativ überzeugen kann, zeigt der Test von connect.

ca. 4:00 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Doro 8100 Smartphone für Senioren
Das neue Doro 8100 ist für 210 Euro erhältlich.
© connect
EUR 209,99
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Pro

  • Sehr handlich und kompakt
  • Griffiges Polycarbonatgehäuse mit Spritzwasserschutz
  • Sehr gut erreichbare Notruftaste auf der Rückseite
  • Intuitive Benutzeroberfläche mit Fernsteuerungsfunktion
  • Micro-SD-Slot und Klinkenbuchse

Contra

  • Veralteter Prozessor
  • Kein Fingerabdrucksensor

Fazit

Nur nach Smartphone-Maßstäben gemessen würde das Doro 8100 über den schwachen Prozessor stolpern. Aber als Senioren-Smartphone hinterlässt es einen sehr guten Eindruck, vor allem mit Blick auf das Preis-Leistungsverhältnis.

Das Doro 8100 wurde Ende Februar 2022 vorgestellt, als „Sicherheitstool mit Anti-Aging-Effect“. Doro spielt damit auf eine Studie der britischen Lancaster Universität an, nach der die Nutzung digitaler Technologien die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann. Die Smartphone-Nutzung im Alter hält also die grauen Zellen fit – aber nur wenn man den Einstieg und die Bedienung besonders einfach hält.

Das 1974 in Schweden gegründete Unternehmen Doro hat dafür die Benutzeroberfläche EVA entwickelt, die aus dem schwedischen abgeleitet ist von „Enkel, Vänlig och för alla“, was übersetzt heißt „einfach, freundlich und für alle“. Als Basis dienst Android 11 Go, also eine abgespeckte Version des Android-Systems für Geräte mit schwacher Hardware. Dazu später mehr.

Doro 8100 Rückseite
Die Rückseite besteht aus angerautem Polycarbonat. Die Notfaltaste ist gut erfühlbar unterhalb der Kameraeinheit positioniert.
© connect

Liegt das Smartphone gut in der Hand?

Betrachten wir zunächst das Gehäuse. Doro setzt beim 8100 auf Polycarbonat, der auf der Rückseite angeraut ist, was die Griffigkeit enorm verbessert. Mit seinem 6,1-Zoll-Display und einer Breite von 75 Millimetern liegt es angenehm in der Hand und lässt sich zudem gut mit einer Hand bedienen. Auch der Notrufknopf ist gut auf die Zielgruppe abgestimmt, weil man ihn unterhalb der Kameraeinheit ohne hinzuschauen sehr gut erfühlen kann.

Die Verarbeitung ist fehlerfrei, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Positiv überrascht hat uns zudem die hohe Gehäuseintegrität: Das Gehäuse ist verwindungssteif und macht einen sehr stabilen Eindruck, zudem ist es mit 165 Gramm relativ leicht.

Wie ist die Bedienung für ältere Menschen?

Bei der Ersteinrichtung stellt ein angepasster Einrichtungsassistent die Frage „Benutzen Sie zum ersten Mal ein Smartphone?“, und die Antwort darauf entscheidet darüber, wie umfangreich die Anleitungen und Beschreibungen ausfallen. Auf dem Smartphone sind viele Tutorials hinterlegt, die von einer allgemeinen Erklärung der Grundfunktionen reichen bis hin zu einer Erstellung einer Kontaktverknüpfung auf dem Startbildschirm.

Doro 8100 Homescreen und Dialogmenüs
Der angepasste Homescreen. Ein Tipper auf "Anrufen" oder "Hinzufügen" öffnet Dialogmenüs, die auch von Smartphone-Laien verstanden werden.
© connect/Hersteller

Dreh- und Angelpunkt ist der Startbildschirm, der sich Android-typisch vollständig anpassen lässt. Die wichtigsten Apps und Funktionen sind hier bereits platziert. Bei den meisten erscheint ein vorgeschaltetes Dialogmenü, wenn man darauf tippt. So führt ein Tipp auf das Telefonsymbol eben nicht direkt zu Adressbuch und Wählfeld, sondern man wird zunächst gefragt, wen man denn anrufen möchte: Eine Nummer? Einen Kontakt? Einen Kontakt, den man kürzlich angerufen hat? Erst wenn diese Auswahl getroffen ist, kommt man weiter. Was banal klingt, ist für ältere Menschen sehr hilfreich.

Doro 8100 mit Einstellungen für die App Response by Doro
Im angepassten Einstellungsmenü findet man auch die "Notfalloptionen" mit den Einstellungen für die Notruftaste.
© connect/Hersteller

Notruftaste und Fernsteuerung

Den clever positionierten Notrufknopf hatten wir bereits erwähnt. Er ist verknüpft mit der App „Response by Doro“, in der bis zu fünf Notfallkontakte hinterlegt werden können, die per Alarm benachrichtigt werden, wenn der Notfallknopf dreimal kurz hintereinander oder länger als drei Sekunden gedrückt wird. Sie haben Zugriff auf den Standort, Akkustand und Lautstärke, wenn dies entsprechend in der App hinterlegt ist.

Langsamer Prozessor

Bei der Installation von Apps und dem Wischen durch die Menüs spürt man allerdings, dass der Prozessor kämpfen muss. Eine Überprüfung zeigt, dass Doro mit dem UniSoc SC9863 auf ein altersschwaches Fabrikat setzt, das Ende 2018 vorgestellt wurde und praktisch keine Leistungsreserven hat, im Gegenteil, ressourcenintensive Apps verlangsamen das Phone spürbar, was auch am Arbeitsspeicher liegt, der nur 2 GB fasst. Aber mit Blick auf die Zielgruppe möchten wir dieses Defizit nicht zu hoch gewichten.

Wie gut sind Display und Kamerasystem?

Auch das LCD gewinnt keinen Blumentopf, bietet aber eine ausreichende Leuchtkraft. Die Auflösung von 1.560 x 720 Pixel reicht für eine feine Darstellung, die zudem sehr blickwinkelstabil ist. Doro liefert hier solide Kost, die nicht positiv auffällt, aber eine preisgerechte Qualität bietet.

Die drei Optiken auf der Rückseite suggerieren ein hochgerüstetes Kamerasystem, doch wie so oft in dieser Preisklasse handelt es sich nur um eine Kamera, die von einer Makro- und einer Bokeh-Linse flankiert wird. Der 13-Megapixel-Sensor erfüllt nur sehr niedrige Anforderungen, bei gutem Licht gelingen brauchbare Schnappschüsse, in Innenräumen und bei wenig Licht sackt die Qualität deutlich ab. Der gleich Befund gilt auch für die Frontkamera.

Connectivity und übrige Ausstattung

Mit LTE, 3G und GSM werden die wichtigsten Mobilfunkstandards unterstützt. Im Nahbereich ist die Connectivity mit WiFi 5 und Bluetooth 4.2 aber unterdurchschnittlich. Immerhin ist NFC mit an Bord und auch eine Klinkenbuchse für Kopfhörer ist dabei. Der interne Speicher fasst 32 GB und kann mit micro-SD-Karten erweitert werden. Dual-SIM wird nicht unterstützt.

Akkulaufzeit

Der mit 3.000 mAh relativ kleine Akku profitiert vom kleinen Display und vom langsamen Prozessor. Im PC Mark Battery Life werden respektable 6:54 Stunden erreicht, was auf einer Höhe mit dem Sony Xperia 5 oder dem Samsung Galaxy S10 liegt. Auch bei intensiver Nutzung kommt man damit gut durch den Tag.

Fazit

Nach Smartphone-Maßstäben gemessen würde das Doro 8100 über den schwachen Prozessor stolpern. Aber das wäre unfair, denn die Zielgruppe hat andere Bedürfnisse und Schwerpunkte: Eine einfache Bedienung, ein griffiges Gehäuse, eine Möglichkeit, schnell einen nahestehenden Kontakt anzurufen. Hier zeigt das Modell seine Stärken und profitiert von der jahrelangen Erfahrung des schwedischen Herstellers. Als Senioren-Smartphone liefert das 8100 ein sehr gutes Bild, vor allem ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Doro 8100 Check Siegel connect
Doro 8100
© connect

Doro 8100 technische Daten

  • Preis und Speicher: 210 Euro mit 2/32 GB
  • Farben: Grau
  • Größe und Gewicht: 156 x 73 x 9 Millimeter und 167 Gramm
  • SoC: Unisoc SC9863 mit 1,6 GHz
  • Display: LCD mit 60 Hz, 6,1 Zoll und 1.560 x 720 Pixel
  • Hauptkamera: Weitwinkel mit 13 MP + Bokeh-Kamera mit 2 MP + Makro mit 2 MP
  • Frontkamera mit 8 MP
  • Konnektivität: 4G, 3G, 2G, WiFi 5, Bluetooth 4.2, NFC, USB-C, Klinkenbuchse
  • 1x Nano SIM + 1 x microSD
  • Akku mit 3.000 mAh
  • System: Android 11 Go
  • Besonderheiten: spritzwasserfest nach IP54, 5-Watt-Netzteil im Lieferumfang

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