Fritz!Repeater 1700 und 2700 im Test: Zwei mal sieben
Nun sind die ersten Vertreter der Wi-Fi-7- Generation im Repeater-Sortiment von Fritz!, ehemals AVM, auf dem Markt. Da sie die Redaktion kurz hintereinander erreicht haben, lassen wir sie zum Doppeltest antreten.
Während Fritz!Box-Modelle wie 6670 Cable, 7690 oder 5690 Pro den WLAN-Standard Wi-Fi 7 bereits seit mehr als einem Jahr unterstützen, waren die für Mesh-Vernetzung wichtigen Fritz!Repeater bis vor Kurzem noch auf Wi-Fi 6(E) beschränkt. Doch auf der IFA im September hat der seinerzeit frisch in â...
Während Fritz!Box-Modelle wie 6670 Cable, 7690 oder 5690 Pro den WLAN-Standard Wi-Fi 7 bereits seit mehr als einem Jahr unterstützen, waren die für Mesh-Vernetzung wichtigen Fritz!Repeater bis vor Kurzem noch auf Wi-Fi 6(E) beschränkt. Doch auf der IFA im September hat der seinerzeit frisch in „Fritz!“ umgetaufte Hersteller (ehemals AVM) die lange erwarteten Wi-Fi-7-Versionen seiner Mesh-Repeater vorgestellt.
Seit einigen Wochen sind die Geräte im Handel sowie auf der inzwischen um einen Online-Shop erweiterten Hersteller-Website erhältlich. Jetzt treten die beiden Neuzugänge zum Test in connect an.
Von außen ist Wi-Fi 7 nicht erkennbar
Von außen ist den beiden Repeatern die modernere WLAN-Technik gar nicht anzusehen. Wer wissen will, mit welcher Generation man es zu tun hat, muss die Typenbezeichnung ansehen, die etwa auf der Geräterückseite aufgedruckt ist. Der Hinweis auf Wi-Fi 7 versteckt sich in der Zahl Sieben im dort genannten Modellnamen.
Der Fritz!Repeater 1700 (UVP 110 Euro) tritt in dem gleichen Gehäuse an, in dem bisher der Fritz!Repeater 1200 AX gesteckt hat. Diese kleinere Version funkt mit Wi- Fi 7 und 2x2 MIMO auf 2,4 GHz mit dem theoretischen Maximalwert von 688 Mbit/s. Auf 5 GHz erreicht das 1700-Modell bei maximaler Kanalbandbreite von 160 MHz einen theoretischen Maximaldurchsatz von 2880 Mbit/s.
Der physisch wie technisch größer ausgelegte Fritz!Repeater 2700 steckt in dem bisher vom Modell 2400 bekannten Gehäuse und ist zur UVP von 150 Euro erhältlich. Er nutzt im Frequenzband 5 GHz 4x4 MIMO, das bedeutet auf dieser Frequenz bei einer maximalen Kanalbandbreite von 160 MHz eine Maximaldatenrate von 5760 Mbit/s. Auf 2,4 GHz bleibt es bei 2x2 MIMO und einer Kanalbandbreite von 40 MHz; das entspricht den bereits von dem kleineren Repeater-Modell bekannten 688 Mbit/s.
Einige Anmerkungen beziehungsweise Beobachtungen zur Modellpolitik der Berliner: Erstens bieten beide Geräte auf beiden unterstützten Frequenzen echtes Wi-Fi 7– anders als zum Beispiel die Fritz!Box 5690 Pro, die sich auf 2,4 GHz auf Wi-Fi 6 beschränkt.
Zweitens: Zumindest bis jetzt bietet Fritz! keinen Triband-Repeater mit Wi-Fi 7 an, das Frequenzband 6 GHz wird nicht unterstützt. Nach der bisherigen Nomenklaturlogik könnte man auf ein Modell 3700 spekulieren, das dieses Frequenzband ergänzt – dazu gibt es bislang aber keine Ankündigungen aus Berlin.
Drittens: Die höhere Kanalbandbreite von 320 MHz, die auf 6 GHz maximale Wi-Fi-7-Datenraten von 11,5 Gbit/s bieten würde, bleibt ebenfalls künftigen Repeater-Modellen vorbehalten.
Wie bei WLAN-Datenraten üblich, sind die angegebenen Maximaldurchsätze zudem ein theoretischer Wert. In der Praxis unter günstigen Bedingungen bleiben davon etwa 60 bis 70 Prozent Nutz-Datenrate.
Ist eine LAN-Backhaul Variante möglich?
Passend zu den maximalen WLAN-Datenraten ist auch die jeweils einmal an der Gehäuseunterseite vorhandene Ethernet-Buchse ausgelegt: Beim Fritz!Repeater 1700 unterstützt sie 1 Gbit/s, beim 2700 sind es 2,5 Gbit/s. Beide Modelle lassen sich entweder per WLAN am Router anmelden oder über eine sogenannte LAN-Brücke, also per Ethernet-Backhaul.
Ein Vorteil der letztgenannten Variante ist nicht nur, dass die Verbindung via Kabel stabiler und performanter bleibt als über Funk, sondern dass so die komplette Kapazität beider Funkmodule für den Kontakt zu Client-Geräten verfügbar bleibt.
Via Funkbrücke setzen die Geräte dagegen auf das schon länger von den Fritz!-Geräten bekannte Crossband Repeating: Dabei läuft die Funkübertragung zwischen dem Router und dem Repeater über das jeweils andere Frequenzband als die Verbindung zwischen Repeater und Client. Greifen mehrere Endgeräte auf beiden WLAN-Frequenzen auf den Repeater zu, verursacht dieses Prinzip aber zwangsläufig Engpässe auf der Funkstrecke.
Ist schon jetzt autarker Mesh-Betrieb möglich?
Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass seine Repeater sich auch an dem Wi-Fi-7-Routern anderer Hersteller anmelden lassen. Dann stehen jedoch die von der Fritz!Box gesteuerten Mesh-Funktionen nicht zur Verfügung. Allerdings findet sich schon in der zum Testzeitpunkt aktuellen Fritz!OS-Version 8.06 der „Mesh Master“-Modus. Damit kann einer der Fritz!Repeater seinerseits die Steuerung eines Mesh-Netzes übernehmen – sogar ohne Fritz!Box als zentrale Kontrollinstanz.
Auf Wunsch schließen sich so mehrere Einzel-Repeater zum „Mesh-Kit“ zusammen. Ein solches auf Basis der 1700er-Repeater hat der Hersteller gerade angekündigt, während unser hier berichteter Test lief. Der wesentliche Unterschied (außer einem Bundle-Preisvorteil) wird sein, dass die einzelnen Nodes darin schon ab Werk für den autarken Betrieb vorkonfiguriert sind.
Wie schon ihre Vorgänger lassen sich auch die Wi-Fi-7-Repeater wahlweise über die App Fritz!WLAN oder über ihre klassische Browser-Oberfläche einrichten und steuern. Zur schnellen Anmeldung an einer vorhandenen Fritz!Box genügt es sogar, zuerst die Connect-Taste am Repeater und dann die an der Box zu drücken.
Wie fällt der Test und Bewertung mit der Fritz!Box 5690 aus?
Für die Bewertung und unsere Durchsatzmessungen haben wir die beiden Fritz!Repeater mit der neuen Fritz!Box 5690 (hier unser Test) kombiniert. Diese Paarung ist sinnvoll, da die WLAN-Leistungen des neuen Routers gut zu denen der beiden Mesh-Repeater passen: Wi-Fi 7 wird auf zwei Frequenzen und im 2x2-Modus (auf den Endgeräte nach wie vor limitiert sind) mit denselben Datenraten unterstützt.
Für diese Messungen haben wir den Repeater an der Fritz!Box angemeldet und jeweils etwa auf halbem Weg zwischen dem Router-Standort und den Messpunkten in unserer Testumgebung aufgestellt. Die per iPerf ermittelten Durchsätze (siehe Tabelle unten) bestätigen die höhere Leistung von Wi-Fi 7.
Der Frequenzbündelungsmodus MLO wird direkt an der Fritz!box und auch an den Repeatern unterstützt, aber derzeit noch nicht auf dem Funk-Backhaul. Im funkgestützten Repeater-Betrieb bringt er daher keinen Vorteil. Dass es bei der Messung mit nur einem Wi-Fi-7-Client (ein Surface Pro 11) nur geringe Unterschiede zwischen den beiden Testgeräten gibt, ist wiederum der Limitierung auf 2x2 MIMO geschuldet. Seine höhere WLAN-Leistung würde der Fritz!Repeater 2700 erst bei der Auslastung durch mehrere Wi-Fi-7-Clients ausspielen.
Testergebnisse: Fritz!Repeater 1700 und 2700
| Kategorie | Punkte/Note | Punkte/Note |
|---|---|---|
| Ausstattung | 174 von 200 P. | 178 von 200 P. |
| LAN+WAN (max. 50 P.) / WLAN (max. 60 P.) | 39 / 54 | 40 / 57 |
| Verwaltg. (max. 60 P.) / sonstige Fkt. (max. 30 P.) | 60 / 21 | 60 / 21 |
| Handhabung | 97 von 100 P. | 97 von 100 P. |
| Installation & Konfiguration (max. 50 P.) | 50 | 50 |
| Bedienung allgemein (max. 50 P.) | 47 | 47 |
| Messwerte | 163 von 200 P. | 163 von 200 P. |
| Datendurchsatz 2,4 GHz Down- / Upload | 60 von max. 80 P. | 60 von max. 80 P. |
| Datendurchsatz 5 GHz Download / Upload | 75 von max. 90 P. | 76 von max. 90 P. |
| Stromverbrauch | 28 von max. 30 P. | 27 von max. 30 P. |
| connect-URTEIL | sehr gut (434 von 500 P.) | sehr gut (438 von 500 P.) |
Technische Details: Fritz!Repeater 1700 und 2700
| Merkmal | Wert | Wert |
|---|---|---|
| Marke | Fritz | Fritz |
| Modell | FritzRepeater 1700 | FritzRepeater 2700 |
| getestet mit | Fritz!Box 5690 | Fritz!Box 5690 |
| Preis | 110 Euro | 150 Euro |
| Abmessungen: B x T x H (cm – ohne Stecker) | 8,0 x 8,0 x 3,7 | 7,7 x 15,5 x 6,6 |
| Infos im Web | www.fritz.com | www.fritz.com |
| Ausstattung | ||
| LAN/WAN | ||
| LAN-Buchsen Router: Anzahl (max. Datenrate) | 1x WAN/LAN (2,5 Gbit/s), 1x LAN (2,5 Gbit/s), 2x LAN (1 Gbit/s) | |
| LAN-Buchsen Satellit: Anzahl (max. Datenrate) | 1x Backhaul/LAN (1 Gbit/s) | 1x Backhaul/LAN (2,5 Gbit/s) |
| Anbindung Basis an Sat.: WLAN / Ethernet | +/+ | +/+ |
| externer Router nutzbar / IPV6-Unterstützung | +/+ | +/+ |
| WLAN | ||
| Standards / Frequenzbänder / max. Datenrate pro Frequenzband (MIMO) | Wi-Fi 7 – 802.11b/g/n/ac/ax/be 2,4 + 5 GHz / 688 (2x2) + 2880 (2x2) | Wi-Fi 7 – 802.11b/g/n/ac/ax/be 2,4 + 5 GHz / 688 (2x2) + 5760 (4x4) |
| Anzahl WLAN-Module Basis / Satellit | 2 / 2 | 2 / 2 |
| wahlw. getrennte oder gemeins. SSID(s) pro Band | + | + |
| MIMO: maximale Konfiguration / Multi-User | 2x2/+ | 4x4/+ |
| WPS / beste Verschlüsselung / ab Werk aktiv | +/WPA3/+ | +/WPA3/+ |
| autom. Kanalwahl / DFS-Erkenng. / Eco-Funktion | +/+/+ | +/+/+ |
| Beamforming / Band Steering / Access Point Steering | +/+/+ | +/+/+ |
| Verwaltungsfunktionen | ||
| Router-Modus/Access-Point-Modus | +/+ | +/+ |
| WLAN-Gastnetz | + | + |
| Kindersicherung: nach Zeit/Inhaltsfilter | +/+ | +/+ |
| DynDNS-Unterstützung | + | + |
| Sonstige Funktionen | ||
| QoS/Priorisierung einzelne Geräte/Anwendungen | +/+/+ | +/+/+ |
| Smarthome | - ( nur im Router) | - ( nur im Router) |
| Unterstützung Sprachassistenten | - | - |
| weitere Funktionen, Besonderheiten | VPN (IPSec, WireGuard), Drucker-Sharing, Media-Streaming; 5 Jahre Herstellergarantie | VPN (IPSec, WireGuard), Drucker-Sharing, Media-Streaming; 5 Jahre Herstellergarantie |
| HANDHABUNG | ||
| Installation / Konfiguration | ||
| Konfiguration: Weboberfläche / App Android / iOS | +/+/+ | +/+/+ |
| WLAN ab Werk verschlüsselt / Installationsassistent | +/+ | +/+ |
| Übernahme WLAN-Einstellungen aus Hauptrouter | innerh. Mesh u.v. Fritz!Boxen | innerh. Mesh u.v. Fritz!Boxen |
| Bedienung allgemein | ||
| Inbetriebnahme / Verfügbark. Apps / Internet-Infos | sehr gut / sehr gut / sehr gut | sehr gut / sehr gut / sehr gut |
| Konfiguration / Client-Verwaltung | sehr gut / sehr gut | sehr gut / sehr gut |
| MESSWERTE | ||
| 2,4 GHz | Download / Upload | Download / Upload |
| Datenrate an Basis (1 m) (Mbit/s) | 416 / 409 | 418 / 411 |
| Datenrate an Satellit (3 m) (Mbit/s) | 303 / 297 | 307 / 286 |
| Datenrate an Satellit (5 m) (Mbit/s) | 198 / 186 | 204 / 199 |
| 5 GHz | Download / Upload | Download / Upload |
| Datenrate an Basis (1 m) (Mbit/s) | 1660 / 1580 | 1672 / 1547 |
| Datenrate an Satellit (3 m) (Mbit/s) | 922 / 887 | 927 / 872 |
| Datenrate an Satellit (5 m) (Mbit/s) | 703 / 671 | 716 / 689 |
| MLO (2,4 und 5 GHz) | Download / Upload | Download / Upload |
| Datenrate an Basis (1 m) (Mbit/s) | 1943 / 1917 | 1923 / 1908 |
| Datenrate an Satellit (3 m) (Mbit/s) | 920 / 883 | 921 / 886 |
| Leistungsaufnahme | ||
| Verbrauch Standby / Betrieb (Watt) | 3 / 5 | 3 / 6 |


