Fitnesstracker für Frauen

Garmin Lily im Praxistest

18.3.2022 von Katja Thanhofer

Die Garmin Lily kommt im Gewand einer klassischen Damenuhr daher und bietet obendrein smarte Funktionen. Ob sie damit überzeugen kann, zeigt folgender Test.

ca. 3:35 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Garmin Lily Aufmacher
Mit der Garmin Lily lassen sich u.a. Schlaf, Herzfrequenz, Stresslevel und Sauerstoffsättigung im Blut tracken.
© Garmin Deutschand GmbH

Pro

  • Verarbeitung
  • Bedienung/Handhabung
  • Optik/Design
  • Gesundheitsfunktionen wie z.B. Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Stresslevel Schwangerschafts- und Menstruationszyklus-Tracker
  • vorinstallierte Sport-Apps auch für Yoga oder Pilates
  • Notfall-Assistenz

Contra

  • etwas träges Display
  • kein GPS-Empfänger integriert
  • Akkulaufzeit

Fazit

Die Garmin Lily sieht schick aus und ist ideal für schmale Handgelenke. Sie bietet neben den gängigen Fitnessfunktionen auch Gesundheitstracking wie Herzfrequenzmessung, Sauerstoffsättigung oder Schlafanalyse. Für Frauen gibt es außerdem einen Menstruations- und Schwangerschaftstracker. Die Bedienung ist sehr simpel, alle Daten lassen sich in der Garmin connect App einfach auswerten. Die Reaktion des Displays könnte etwas besser sein, auch die Akkulaufzeit ist eher Mittelmaß. Schade ist der fehlende GPS-Sensor, mit dem sich Strecken zuverlässig vermessen lassen würden. Alles in allem aber eine gute Uhr für sportliche Frauen, die eine elegante Smartwatch suchen.

Mit ihrem 34 mm breiten Gehäuse ist das Modell Lily die kleinste Smartwatch von Garmin. Ihr Äußeres erinnert jedoch nicht an einen klassischen Fitnesstracker, sondern eher an eine zeitlose Damenuhr, die sich ideal für schmale Handgelenke eignet. Verzichtet wurde beispielsweise auch auf seitliche Tasten. Die Uhr gibt es als Classic- oder Sport-Version. Die Lily Classic besitzt ein Lederarmband samt Edelstahl-Lünette und ist in drei Farben erhältlich. Die Lily Sport kommt mit Silikonarmband und einer Lünette aus Aluminium, ebenfalls in drei verschiedenen Farben. Im Praxistest hatten wir das Classic-Modell.

Auspacken und Loslegen

In der Verpackung liegen neben der Uhr eine Kurzanleitung und ein Ladekabel. Zum Aufladen wird das Kabel mittels Ladeklemme an der Uhr befestigt - das ist etwas ungewöhnlich, funktioniert aber ganz gut. Allerdings könnte das Kabel etwas länger sein. Ist der Akku voll, muss die Uhr noch mit Garmin connect verbunden werden. Über die App lassen sich später alle Gesundheits- und Fitnessfunktionen aufrufen und auswerten. Die Verbindung und Einrichtung klappen - wie von Garmin gewohnt - auf Anhieb. Auch in puncto Verarbeitung gibt es bei der Garmin Lily nichts zu meckern. Sie trägt sich sehr gut und wiegt gerade einmal 24 Gramm.

Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit rund 5 Tagen an. Damit liegt die Garmin Lily eher im Mittelmaß. Im Test kamen wir auf maximal 4 Tage - wenn man ein tägliches Training startet, das Display etwas heller einstellt und es öfters abliest. Nutzt man allerdings obendrein noch die Schlafüberwachung, macht der Akku eher schlapp. Die Ladedauer liegt bei etwa 1 bis 2 Stunden, was echt ok ist.

Wie gut sind Display und Bedienung?

Die Uhr besitzt - der Gesamtgröße geschuldet - ein relativ kleines monochromes Display mit Retro-Muster. Das Display ist kratzfest und übersteht damit auch Stürze auf einen harten Untergrund. Zeit, Datum und andere Funktionen der Uhr werden erst angezeigt, wenn man den Arm nach oben bewegt oder das Display antippt. Doch das funktionierte im Test nicht immer zuverlässig, denn öfters konnten wir das Display nur nach mehrmaligem Tippen aufwecken und auch die Gestensteuerung (Anheben des Arms) klappte manchmal nicht. In den Einstellungen kann zwar die Display-Sensibilität reguliert werden, aber selbst auf der höchsten Stufe war es nicht zu 100 Prozent zufriedenstellend.

Das Display selbst lässt sich gut ablesen, übrigens auch wenn die Sonne darauf scheint. Die Helligkeit der Anzeige ist einstellbar; mittels Auto-Funktion reguliert die Uhr die Helligkeit je nach Umgebungslicht automatisch, was echt praktisch ist.

Auch die Bedienung der Uhr ist sehr simpel. Alle Menüs sind logisch aufgebaut, Symbole sind mit Stichworten versehen. Man weiß also stets, wo man sich im Menü gerade befindet und welche Funktion damit verbunden ist. Das Steuerungsmenü öffnet sich, indem man von oben nach unten wischt. Hier findet man u.a. die Musiksteuerung samt Lautstärkeregelung oder den Akkustand. Wischt man nach links oder rechts, öffnen sich die Widgets z.B. mit Wetterinfos. Auf dem Startbildschirm ist zudem ein Home-Button vorhanden, mit dem sich das Hauptmenü aufrufen und auch die Aktivitäten starten lassen.

Garmin Lily Versionen
Die Smartwatch Lily von Garmin gibt es in zwei Ausführungen: Als Classic-Variante mit Lederarmband sowie als Sport-Version mit Silikonarmband. Beide Modelle sind jeweils in drei Farbvarianten erhältlich.
© Garmin Deutschand GmbH

Welche Trainings- und Gesundheitsfunktionen gibt es?

Die Garmin Lily zeichnet neben Schritten und Kalorienverbrauch auch Gesundheitsdaten auf. So lässt sich nicht nur die Herzfrequenz tracken, sondern auch die Sauerstoffsättigung im Blut, das Stresslevel sowie das Schlafverhalten. Da sich die Uhr speziell an Frauen richtet, sind auch ein Schwangerschafts- und Menstruationszyklustracker an Bord.

Alle Einstellungen dazu lassen sich in der Garmin connect App vornehmen. Herzfrequenz, Sauerstoff und Stresslevel werden relativ genau erfasst, es gab kaum Abweichungen zu unserer Referenzuhr. Als Vergleich diente uns im Test eine Garmin vivoavctive 4s. Auch Schritte werden zuverlässig gezählt. Als Trainingsfunktionen sind neben den Standards wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen auch Krafttraining/Cardio, Yoga oder Pilates vorhanden. Die Uhr misst dabei jeweils Kalorien, Herzfrequenz und zurückgelegte Strecke (je nach Sportart). Letzteres ist jedoch nicht sehr genau, was allerdings dem fehlenden GPS geschuldet ist. Will man diese Funktion nutzen, muss man immer das Smartphone dabei haben, denn die GPS-Daten werden vom Handy gezogen. Klar lassen sich Strecken auch ohne GPS aufzeichnen, aber das macht nicht wirklich Sinn.

Die Schlafüberwachung funktionierte im Test prima. Die Uhr misst Herz- und Atemfrequenz sowie Sauerstoffsättigung, die dann in der Garmin connect App entsprechend ausgewertet werden. Misst man die Werte über einen längeren Zeitraum, lassen sich eventuelle Unregelmäßigkeiten im Schlaf erkennen.

Garmin Lily Siegel connect Check
Die Smartwatch Garmin Lily erreichte im connect Praxischeck die Note gut.
© WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH

Welche Zusatzfunktionen gibt es?

Mit der Garmin Lily lassen sich Benachrichtigungen aufs Display holen wie beispielsweise Anrufe, App-Nachrichten, Termine oder Wetterinfos. Außerdem können Benachrichtigungen an Notfallkontakte versendet werden (Uhr muss ans Smartphone gekoppelt sein) - das ist ein echt praktisches Feature. Bezahlfunktionen wie beispielsweise Garmin Pay sucht man hingegen vergebens, das ist schade.

Der UVP für die Garmin Lily Sport liegt bei 199,99 Euro, für die Lily Classic bei 249,99 Euro. Bei Amazon oder anderen Online-Shops ist sie jedoch teilweise deutlich günstiger zu haben. Hier lohnt ein Preisvergleich auf jeden Fall.

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