Smartphone

HTC U11+ im Test

Beim U11+ hat HTC nicht nur das Display modernisiert. Die Kamera knipst jetzt mit einer überragenden Qualität auf dem Niveau von Googles Pixel-Serie. Leider hapert es an anderer Stelle.

Inhalt
  1. HTC U11+ im Test
  2. HTC U11+: Kamera im Test
HTC U11+

© HTC

Durchsichtig - In der Variante „translucent black“ ist die Glasrückseite halbtransparent, das technische Innenleben schimmert durch. Das sieht beeindruckend aus – warum ist bisher niemand auf die Idee gekommen? Bitte mehr davon.

EUR 628,33

Pro

  • modernes Design mit 18:9-Display
  • hochwertige Kopfhörer mit Active Noise Cancelling im Lieferumfang
  • überzeugende Benutzeroberfläche mit Extras wie dem Edge Sense Launcher
  • Kamera mit herausragender Qualität und vielen Sonderfunktionen
  • schnelle USB-C-Schnittstelle mit DisplayPort
  • gute Speicherausstattung
  • Dual-SIM

Contra

  • leuchtschwaches Display
  • relativ schwache Ausdauer
  • drahtloses Aufladen (Qi) wird nicht unterstützt
  • Klinkenbuchse für Kopfhörer fehlt

Fazit

connect Testurteil: gut (422 von 500 Punkten)
84,4%

Endlich! Als einer der letzten großen Marken­hersteller (nur Sony ist noch später dran) springt nun auch HTC auf den Trendzug auf und bringt mit dem U11+ ein Smartphone mit einem Display im front­füllenden 18:9­-Format auf den Markt. 

Das Timing ist nicht gut, schließlich haben alle anderen von Apple bis Samsung ihre 18:9er längst in Stellung ge­bracht. Aber letztendlich ist das nur ein weiteres Symptom der Krise, in der der einstige Smart­phone-Pionier seit einiger Zeit steckt – wäre man immer vorne dabei gewesen, dann wäre der aktuelle Marktanteil ein anderer.

Elegant und wasserdicht 

Das Plus­-Modell macht auf den ersten Blick klar, wo die Vorteile des 18:9-­Formats liegen. Denn obwohl das Display im Vergleich zum HTC U11 von 5,5 auf 6 Zoll anwächst, ist das Gehäuse nicht größer geworden; die breiten Streifen oben und unten fallen einfach weg. Damit bleibt auch kein Platz mehr für den Finger­abdrucksensor, der von der Front auf die Rückseite wechselt, wo er sich gut erfühlen lässt.

Davon abgesehen bleibt alles beim Al­ten, auch beim U11+ überzeugt der Mix aus Metallrahmen und Glasrückseite haptisch auf der ganzen Linie. Das Smartphone liegt satt in der Hand und macht einen sehr stabilen Eindruck, die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Das Gehäuse ist, wie es sich für diese Preis­klasse gehört, nach IP­-Norm zertifiziert: Schutzklasse 68 ga­rantiert Wasserdichtigkeit für maximal 30 Minuten in 1,5 Me­tern Tiefe – allerdings wie üblich nur in Frischwasser, also weder im Pool noch im Meer.

In Deutschland wird das U11+ in zwei Varianten verkauft: Mit glänzender schwarzer Rückseite (ceramic black) und mit halbtransparenter schwarzer Rück­seite (translucent black). Wir empfehlen letztere, weil die Oberfläche weniger spiegelt und Fingerabdrücke nicht so stark sichtbar sind. Außerdem schim­mert das Innenleben durch, was das U11+ zu einem besonders attraktiven Blickfang macht, den jeder mal in die Hand neh­men will.

Testsiegel connect gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

Dem Display fehlt die Kraft

Das Display im 18:9­-Format er­streckt sich über 6 Zoll und zeigt Inhalte knackscharf mit 2880 x 1440 Pixeln, irritiert aber mit einem leichten Blaustich in der Standardeinstellung. Das ist al­lerdings kein großes Problem, weil man das Farbprofil in den Einstellungen anpassen kann. 

Nicht korrigieren lässt sich dagegen die schwache Leucht­kraft: Wir haben 282 cd/m2 ge­ messen – für ein LCD auf die­sem Preisniveau ein indiskutabler Wert, den man im Alltag spürt, sobald man sich mit dem U11+ in einer hellen Umgebung aufhält. Diese Tatsache wird auch in anderen Tests kritisiert, es handelt sich also nicht um ei­nen Einzelfall.

Dieser Patzer überlagert leider die Tatsache, dass HTC bei allen anderen Ausstattungsdetails auf ganzer Linie überzeugt: Die Fo­toqualität ist herausragend, die Speicherausstattung mit 128 GB ROM und 6 GB RAM üppig und statt einer Micro­-SD­-Karte kann eine zweite SIM eingelegt werden. Eine Erwähnung verdient auch die USB­-C-­Buchse, die nicht nur den 3.1-­Standard für schnelle Datenübertragungen unterstützt, sondern auch Dis­playPort, sodass das Smartpho­ne unkompliziert mit einem Monitor oder TV verbunden werden kann. Über diese Buchse werden auch die mitgelieferten Kopfhö­rer angeschlossen, die klanglich überzeugen und zudem aktive Geräuschunterdrückung beherr­schen. Alles Premium also – bis auf die Leuchtkraft.

Diese Oberfläche kann was

Die HTC­-Benutzeroberfläche Sense sieht gut aus und über­zeugt zudem mit einer Vielzahl von Extras und Einstellungs­möglichkeiten. Zum Umfang gehören ein ausgereifter Aggrega­tor von Nachrichten und Mel­dungen aus sozialen Netzwerken (Blink Feed) sowie ein persönlicher Assistent. Der analysiert mithilfe der auf dem Smartpho­ne vorhandenen Sensorik das Profil des Nutzers und gibt da­rauf aufbauend Tipps zum Ak­kusparen oder zu guten Restaurants in der Umgebung (Sense Companion). 

Und: Der mit dem U11 einge­führte druckempfindliche Rah­men kann jetzt noch mehr. In Abhängigkeit von der gerade geöffneten App führt das System unterschiedliche Aktionen aus: Bei eingeblendeter Tastatur aktiviert das kurze Zusammendrü­cken des Telefons die Sprache­-zu­-Text-­Funktion, in Google Maps den Zoom. Am besten ge­fallen hat uns aber der neue Edge Sense Launcher, der Apps und Einstellungen kreisförmig um den Daumen herum einblendet, sodass man trotz 6­-Zoll­-Display alles mit einer Hand erreicht. Natürlich aktiviert man ihn be­quem, indem man das Telefon kurz zusammendrückt.

HTC U11+

© Screenshot WEKA / connect

Einmal kräftig drücken: Mit dieser Geste lassen sich unterschiedliche Funktionen verbinden,

Der nächste Schnitzer 

Die Funkeigenschaften bewegen sich durchgehend im grünen Be­reich. Diese Tatsache und die vielen weiteren Stärken des U11+ helfen dabei, über das Dis­play hinwegzusehen, aber leider ist das nicht der einzige Patzer. Im Laufzeittest erreicht das Smartphone 6:55 Stunden, was für die Oberklasse zu wenig ist. Dieser Wert ist uns auch ein Rät­sel, weil HTC einen mächtigen Energieriegel einbaut, der knapp 4000 mAh aufnimmt. 

Trotz einer überragenden Ka­mera reicht es daher nicht für eine Empfehlung. Im heiß um­kämpften High­-End-­Segment gibt es genügend Alternativen, etwa von Samsung oder Huawei. Deren Kamera mag um Nuancen schlechter sein, aber das Ge­samtbild ist augewogener und zeigt keine nennenswerten Schwächen.

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