Testbericht

HTC Wildfire S im Test

HTC erweitert seine Android-Smartphones aus der S-Reihe um ein günstiges Modell. Das kompakte HTC Wildfire S zeigt trotz kleiner Außenmaße innere Größe.

Inhalt
  1. HTC Wildfire S im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung

© HTC

HTC Wildfire S

Mit der Neuauflage des in connect 9/2010 getesteten Wildfire legt HTC ein durchaus talentiertes Smartphone für den kleinen Geldbeutel vor. Das Wildfire S liegt im Endergebnis zwar nahezu gleichauf mit seinem Vorgänger, fühlt sich aber sowohl in einzelnen Disziplinen als auch im Gesamtpaket einfach besser und ausgereifter an. Durch den Verzicht auf die optische Maus unterhalb des Bildschirms ist das neue Wildfire S noch kompakter und somit noch leichter und handlicher als der Vorgänger.

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Dank unterschiedlicher Szenen ist der Startbildschirm je nach Situation mit passenden Shortcuts und Widgets ausgestattet.

Die gummierte Rückseite macht optisch und haptisch was her; die Verarbeitung der Gehäusekomponenten ist ordentlich, jedoch nicht ganz so hochwertig wie bei anderen HTC-Modellen. Das Display misst weiterhin 3,2 Zoll in der Diagonalen, löst nun aber mit 320 x 480 Pixeln höher auf. Das kommt dem Nutzer vor allem beim Websurfen zugute, da sich jetzt mehr Inhalte auf einen Blick erfassen lassen.

Bleiben wir kurz beim mobilen Internet: Der Webbrowser ist nicht wirklich flott unterwegs und hatte im Test gelegentlich Schwierigkeiten mit animierten Flash-Inhalten; im Vergleich zum Vorgängermodell haben sich die Ladezeiten aber deutlich verbessert, insgesamt ist mobiles Surfen auf recht gutem Niveau möglich.

Beim Scrollen durch die Menüs und bei größeren Webseiten geriet das Wildfire S schon mal ins Stocken, was auch mit dem durchaus soliden, mit 600 MHz aber doch eher moderat taktenden Prozessor zusammenhängt. Und so kommt es auch bei Multitouchgesten wie dem Zwei-Finger-Zoomen zu kleinen Hängern. Was bei unserem Testgerät noch aufgefallen ist: Arbeitet der Prozessor längere Zeit auf Hochtouren, wird der Akku spürbar wärmer.

Starkes Team: Android und Sense

Herzstück des Wildfire S ist die neueste Version der HTC-eigenen Benutzeroberfläche Sense, darunter liegt Android in der aktuellen Version 2.3 Gingerbread - eine perfekte Ergänzung. Google bringt standardmäßig seine Dienste ein, HTC komplettiert mit praktischen Anwendungen. Die Integration sozialer Netzwerke spielt hierbei eine besondere Rolle.

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Kontaktdaten aus Online-Portalen lassen sich mit Infos aus dem Telefonbuch verknüpfen und gemeinsam darstellen.

Den Anfang macht Friendstream, ein Client, der Statusmeldungen von Facebook, Twitter und Flickr in einer Zeitleiste zusammenführt. Weiter geht's im Adressbuch: Sämtliche Kontaktinformationen aus den eingerichteten Netzwerken lassen sich miteinander verknüpfen, Statusmeldungen und Fotos aus den Online-Profilen der Kontakte entsprechend im Adressbuch anzeigen. Sogar in der Mediengalerie des Smartphones sind neben den Handybildern auch Fotos aus sozialen Netzwerken aller Kontakte integriert. Bei eingehenden Anrufen werden Profilbild und aktuelle Statusmeldung des Anrufers angezeigt, und last but not least übernimmt der Smartphone-Kalender Geburtstage, Veranstaltungen und Termine aus den Netzwerken.

Weiteres Steckpferd von Sense sind die Szenen- und Soundmodi: Klingeltöne, Hintergrundbilder und die Gestaltung des Homescreens mit Widgets und Direktverknüpfungen lassen sich thematisch einrichten - etwa für Freizeit, Arbeit und Reisen - und im Handumdrehen umstellen. Das ist im Alltag ausgesprochen praktisch.

Durchwachsener Laborauftritt

Aus dem Tritt gekommen ist das Wildfire S bei den Ausdauermessungen. Unter Alltagsbedingungen erreicht es eine typische Laufzeit von mageren 3:54 Stunden - da hatte der Vorgänger mit knapp fünf Stunden das bessere Energiemanagement. Die Sende- und Empfangsqualitäten in UMTS-Netzen sind unterdurchschnittlich, im GSM-Betrieb liegen sie auf mittlerem Niveau. Bei Telefonaten kam die Stimme beim Gesprächspartner deutlich an, in Gegenrichtung etwas verzerrter - alles in allem ist die Akustik akzeptabel.

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connect Kurzbewertung

Wir halten fest: Das Facelifting des Wildfire ist HTC definitiv gelungen. Das Gehäuse ist kompakter, das Display besser, die Sense-Oberfläche überarbeitet. Auch bei der Hardware gibt's kaum Abstriche: WLAN, GPS, Bluetooth und HSDPA sind an Bord; lediglich auf den Upload-Beschleuniger HSUPA hat HTC verzichtet. Wer Bilder oder gar Videos direkt auf Facebook hochladen möchte, muss bei maximal 384 kbit/s geduldig sein - ganz ohne Zugeständnisse geht's bei 279 Euro Preisempfehlung eben doch nicht. Alle Handy/Smartphone Tests  

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