77-Zoll-OLED-TV

LG OLED77C37LA im Test: OLED für große Ansprüche

6.7.2023 von Roland Seibt

Beim OLED-TV-Spezialisten LG ist die „C“- Klasse besonders erfolgreich, denn sie besitzt den besten Bildprozessor und ist der Konkurrenz einen Evolutionsschritt voraus. Jetzt wartet sie zudem mit einer Erweiterung für Klangliebhaber auf. Mehr dazu lesen Sie in unserem Test zum OLED77C37LA von LG.

ca. 5:55 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. LG OLED77C37LA im Test: OLED für große Ansprüche
  2. LG OLED77C37LA im Test: Messwerte, Ausstattung, Testergebnisse & Infos
LG OLED77C37LA im Test: OLED für große Ansprüche
Wer den Klang optimieren möchte, kann den schlanken Zentralständer durch die Soundbar DSC9S ersetzen.
© LG / Montage: connect
EUR 3884,24
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Pro

  • schön großer OLED evo-TV mit Brightness Booster
  • spezielle Soundbars andockbar
  • exzellente Bildqualität
  • tolle Gaming-Optionen
  • viel Smart-TV und IoT
  • Pointer-Fernbedienung Å Dualtuner / HD+

Contra

Fazit

Die C-Klasse der OLED-TVs bleibt bei LG auf Erfolgskurs. Auch wenn die Innovationen eher evolutionär ausfallen, zeigt die Qualitätskurve schön nach oben. Testurteil: überragend (929 von 1015 Punkten); "Highlight" & "Gaming-Tipp"


91,5%

Die OLED-Technologie hat der Marke LG zu weltweiter Anerkennung verholfen. Es verwundert kaum, dass sie den Markt in dieser Kategorie anführt, da so gut wie alle Panels, auch die der Konkurrenz, im eigenen Haus gefertigt werden. Der Entwicklungsvorsprung liegt aber nicht nur daran, dass sich die Produktplaner von LG die zukünftigen Displays vermutlich etwas früher ansehen dürften als ihre Mitbewerber, sondern auch daran, dass seit über zehn Jahren alles daran gesetzt wird, OLED zur führenden Technologie im Spitzenklassesegment zu machen.

Nirgendwo anders gibt es so viel Erfahrung bei der Lösung von Detailproblemchen wie Anti-Aging, Black Crush oder Farbschwächeln nahe Schwarz. Wünsche der anspruchsvollsten Nutzer nach z. B. perfekter Kalibrierbarkeit oder bester Performance beim Gaming wurden und werden sehr ernst genommen und erstklassig umgesetzt.

Ebenfalls extrem lobenswert finden wir das konsequente Festhalten am eigenen Betriebssystem WebOS – inklusive der gewöhnungsbedürftigen, aber genialen Menüsteuerung mittels Bewegung der Magic Remote. Prinzipbedingt muss dabei jeder Anbieter eines Smart-TV-Dienstes oder von IoT einen Zugang zum WebOS bauen, doch glücklicherweise kann LG mit hohen Marktanteilen locken.

Andere Marken, die auf Google-TV und Standardprozessoren von Media-Tek setzen, haben es hier leichter, gehen aber auch schnell in der Masse gleichförmiger, wenn auch vielleicht hochwertiger TV-Geräte unter. LG besitzt indes einige Alleinstellungsmerkmale.

LG OLED77C37LA im Test: Screenshot Gaming
Alle vier HDMI-Eingänge sind auf anspruchsvolles Gaming bis 48 GBit/s ausgelegt. Neben PS5 und Xbox-Series-X hatte auch unser Referenz-PC von Dubaro (mit Nvidia RTX-3090) viel Spaß daran.
© connect

Kürzlich wurde von der Panelfabrik LG Display die größte OLED-Optimierung der letzten Jahre vorgenommen, indem Mikrolinsen das Licht der OLED-Zellen kontrolliert lenken und dabei Spiegelungen deutlich mindern sowie die Brillanz deutlich erhöhen. Diese tolle Technik bleibt bei LG der „G“-Serie vorbehalten, die wir bereits getestet hatten und in die man einen Tausender mehr investieren darf als in den hier gezeigten OLED77C37LA.

Bei dem spricht LG auch von „Brightness Booster“, jedoch ohne „Max“, und er ist auch nicht durch ein Gallery-Design vornehmlich für die Wandmontage gedacht, sondern kommt mit einem klassischen Standfuß aus Metall.

LG OLED77C37LA im Test: Rahmen und Ansicht von oben
(links unten) Das große OLED-Panel wird elegant dezent umrahmt. Fast zu schön, um sie zu verbergen, ist die geriffelte, matt glitzernde Rückwand. (rechts oben) Früher wurde der Metallfuß der C-Serie als Soundrutsche eingesetzt, jetzt ist er schmal und nur noch hübsch.
© LG / Montage: connect

Der ist nun deutlich schlanker als noch vor ein paar Jahren, wo er den Sound der breit angelegten Down-Firing-Speaker geschickt zum Zuhörer umlenkte. Darunter leidet die Präzision der Klangwiedergabe, doch man darf LG durchaus ein Lob für eine ordentliche Harmonie aussprechen.

Maximallautstärke, Dynamik, Basisbreite und Bassdruck bleiben allerdings systembedingt schwach. Wir würden den kaum atemberaubenden Klang jedoch nicht als Erstes im Testbericht erwähnen, hätte LG hierfür nicht eine Optimierung parat. Momentan bekommt derjenige, der den OLED77C37 zum offiziellen Preis kauft, die speziell darauf abgestimmte Soundbar DSC9S im Wert von 1000 Euro im Bundle geschenkt.

Im Lieferumfang befindet sich eine Halterung, die die Bar als TV-Ständer integriert, und sogar an eine Wandmontage wurde gedacht. Soundbar und Woofer ersetzen aber nicht einfach den TV-Sound, sondern ergänzen die Lautsprecher im Zusammenspiel durch die Technik „WOW Orchestra“. Grund genug für uns, das System mit zu ordern und es ausführlich ab Seite 54 vorzustellen.

LG OLED77C37LA im Test: Anschlüsse
Alle Anschlüsse befinden sich seitlich, so dass eine Wandbefestigung flach erfolgt. Das hier gezeigte Internationale Modell besitzt keinen Doppeltuner.
© LG / Montage: connect

Die schleichende Evolution der „C“-Klasse

Erst vor einem halben Jahr hatten wir den Vorgänger 77C2 mit der Serie „CS“ verglichen (hier unser Vergleich), die keine der damals aktuellen Panels besaß. Schon hier gelang es LG, ca. zehn Prozent an maximaler HDR-Brillanz zuzulegen, und der 77C37 legt nun wiederum zehn Prozent drauf.

Mit gut 860 Candela befindet er sich im hohen Bereich aller OLED-TVs, die auf eine Sonderkühlung des Panels verzichten. Dass LG die Technik dennoch „Evo mit Brightness Booster“ nennt, mag etwas verwirren, doch neben dem reinen Panel kommen auch intelligente Algorithmen zur Kontrastoptimierung (auch in HDR) und sehr geschickte Methoden zur Vermeidung von Einbrennen hinzu.

Dabei liefert das große 77-Zoll-Panel natürlich allein durch seine Fläche insgesamt mehr Lichtleistung und beeindruckt deutlich immersiver als ein 65- oder gar nur 55-Zöller. Wem das nicht reicht, der bekommt den C37 auch mit 210-cm-Diagonale (83 Zoll). Varianten in 48 und 42 Zoll eignen sich für kleine Räume oder gar als PC-Monitor.

Wir finden auf der Webseite von LG des Weiteren Modelle mit der Bezeichnung „C38“, die identische technische Daten aufweisen, sowie den C39, der für 100 Euro mehr wohl allein die Kompatibilität zum Funk-Soundsystem WiSA besitzt.

LG OLED77C37LA im Test: Screenshot Betriebssystem
Look und Feel des Betriebssystems WebOS 23 sind vorzüglich modern. Beim Multiview einer Smartphone-Spiegelung kann man mit einigen Handys gar interagieren.
© connect

Das Alpha-Tier unter den Bildverarbeitungen

Seit nunmehr sechs Jahren nennt LG seine selbst entwickelten Prozessoren Alpha“. Dabei steckt die Variante 9 in den Topmodellen, bei den Einsteigern gibt es die abgespeckte Version 7. Die aktuelle Generation des Alpha-9 4K AI soll nun noch mehr künstliche Intelligenz besitzen und nutzt diese unter anderem zur Verbesserung von Bild und Ton sowie der Anpassung an die Raumsituation.

Dabei haben die Algorithmen unserer Ansicht nach tatsächlich dazugelernt, denn Genrewahl und das automatische Auffrischen der Inhalte arbeiten nun so dezent und harmonisch, dass man es tatsächlich manchmal nutzen könnte. Natürlich bevorzugen Qualitätspuristen wie wir den Filmmakermodus, der möglichst wenig manipulativ unterwegs ist, und bei dem schlechte Quellen langweiligerweise auch schlecht aussehen.

Für höchste Ansprüche an die Neutralität von Farben und Brillanzverhältnissen finden Profis im LG immer noch die ISF-Kalibrierungsoption sowie die vollständige Autokalibrierung über die Software Calman, inklusive Lookup-Tabelle. Unser Testmuster kam mit Werkseinstellungen, die wie üblich über jeden Zweifel erhaben waren und nur unsichtbar geringe Abweichungen von der Studionorm aufwiesen.

LG OLED77C37LA im Test:
Ökonomie ist ein wichtiges Thema, doch man sollte es nicht so weit übertreiben, dass die Bildqualität leidet. Ab Werk bekommt man den LG in HDTV per Bildmodus nicht brillant genug, es sei denn man optimiert das Setup des Energiesparens.
© connect

Bis zu HDTV ist alles perfekt, vollflächig wird mehr Lichtstärke erzielt, als die Norm verlangt, Spitzen mit 350 Candela liefern exzellente Kontraste. Die vorzüglich scharfe und artefaktfreie Signalverarbeitung trägt ihren Teil zur hochwertigen Darstellung bei. Bewegungen sind überaus scharf und je nach Wahl der Glättung ruhig.

Dabei weist das OLED-Panel dieselbe Reflektivität der Vorjahre auf (1,2 %), die die Durchzeichnung nahe Schwarz im hellen Raum im Vergleich zur G-Serie etwas einschränkt. Im abendlichen Filmeinsatz überzeugt der C37 vollends. Gute Ultra-Filme kommen in HDR, wobei der erweiterte DCI-Farbraum bestens abgedeckt wird. Dabei aktiviert sich die Einstellung „Größte Helligkeit“, in der die weißen Booster-Subpixel des Panels zusätzlich zu RGB eingeschaltet werden.

Unsere Messungen ergaben, dass der C37 die dann kritische Luminanz der Vollfarben bis über 400 Nits Weiß-Äquivalent halten kann, was deutlich sattere HDR-Spitzen ergibt als z. B. bei zwei Jahre alten Modellen. Der Nachteil in puncto HDR-Maximalhelligkeit gegenüber dem OLED65G3, der mit fast 1500 Nits knallte, hört sich gewaltig an, äußert sich aber, wie in der HDR-Norm vorgesehen, hauptsächlich in der Durchzeichnung von Spitzlichtern, nicht der gefühlten Gesamthelligkeit.

Wer ein perfektes Bild mit höchster Maximaldynamik möchte, muss eben die 1000 Euro Aufpreis in die Hand nehmen. Erkennt der C37 HDR-Inhalte mit brutal hohen Pegeln in den Filmbits oder Metadaten (was sehr gut gelingt) passt er seine Abbildung ohne Clipping an. Dabei werden allein hellste Bereiche jenseits von Flächen-Normweiß abgeflacht.

LG OLED77C37LA im Test: Screenshot Standby Kunst
Im Standby kann der Fernseher Kunstwerke oder Aktuelles darstellen. Per Fernfeldmikro wird er zur Sprachassistenz herangezogen – mit oder ohne Bild.
© connect

Der 77C37 schneidet nicht um Welten besser ab als sein Vorgänger, aber das Feintuning kann überzeugen. Die verbesserte Bildqualität ist das oberste Ziel bei der Anschaffung, besonders eines so hochwertigen TV-Gerätes wie dieses Groß- OLED. Man darf aber nicht vergessen, dass mehrere Hersteller genau dasselbe Panel verwenden, und dann kommt es auf Anschlüsse, Bedienung und smarte Features an.

Hier ist man mit LG jedoch, wie eingangs erwähnt, auf der sicheren Seite. Die selbst entwickelten Chips bieten HDMI-seitig beispielsweise für alle Buchsen die maximale 2.1-Bandbreite inklusive Kompression. Auch beim Boom des Gamings mit den aktuellen Konsolen und Hightech-PCs war LG ein begeisterter Fan der ersten Stunde. So werden selbstverständlich variable Frameraten akzeptiert, sogar mit Lizenz von G-Sync und FreeSync, und die Latenzen liegen im einstelligen Millisekundenbereich.

Online-Siegel
überragend
Juli 2023

Bei klassischem TV honorieren wir die Beibehaltung des Doppeltuners mit USB-Aufnahme bzw. Timeshift sowie den Einbau von HD+ als Operator-App, also mit allen Luxusfeatures. Hinnehmen muss man dafür etwas langsamere Ladezeiten beim Ein- und Umschalten.

Was Anschlussvielfalt und Kommunikation mit anderen Geräten oder Diensten angeht, gibt sich LG keine Blöße. Die entscheidenden Hardware- und Funkstandards sowie Codecs werden unterstützt, zur Automatisierung älterer Peripherie liegt gar ein Infrarotsender bei.

Von Smart-TV über Cloud-Gaming bis zu Office-Anwendungen ist die Bandbreite der Möglichkeiten von hochwertigen LG-Geräten enorm. Zur Einbindung von Smarthome-Elementen versteht sich ThinQ auch auf Matter. Statt sofort abzuschalten, zeigen die TVs nette Kunstwerke und dienen auf Wunsch per Raummikrofon als Sprachassistent.

Fazit

Die C-Klasse der OLED-TVs bleibt bei LG auf Erfolgskurs. Auch wenn die Innovationen eher evolutionär ausfallen, zeigt die Qualitätskurve schön nach oben.

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