OLED Fernseher

LG 65OLEDG2 im Test

12.9.2022 von Roland Seibt

Das Modell „G“ ist das Vorzeigegerät unter LGs OLED-Fernsehern. Es besitzt durch sein „EVO-Panel mit Brightness Booster Max“ die höchste Leuchtkraft und damit das beste Bild. Wir zeigen im Test, was an der zweiten Evolutionsstufe noch alles so faszinierend sein kann.

ca. 5:00 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
2022-OLED-65G29LA-Teaser-lifestyle
Kaum einer hat 65 Zoll große Kunst an der Wand hägen. LG gelingt das Meisterwerk, die gesamte TV-Technik in 2,5 cm Gehäusetiefe zu verstauen.
© LG

Pro

  • schmales Gehäuse
  • kompatibel mit drei Sprachassistenten
  • phantastische Bildqualität
  • individuelle Benutzerführung
  • wegweisendes Bedienkonzept
  • VRR Unterstützung
  • tolle Gamingfunktionen

Contra

  • kein analoger Kopfhöreranschluss
  • dünner Klang

Fazit

Video-Urteil: überragend (933 von 1005 Punkten)


93,0%

Lange Zeit glaubte man, weil alle OLED-Panels vom selben Hersteller, nämlich LG Display, stammen, sei die Bildqualität vom preiswertesten bis teuersten Modell quasi identisch. Vor einigen Generationen kamen dann Geräte auf den Markt mit Panels, die die Hersteller als „Master“ oder „Referenz“ bezeichneten. Man verriet uns, dass die Displays in unterschiedlichen Qualitäten eingekauft werden können und intern noch eine Selektion stattfände.

Am Rande zeigte sich, dass die ultradünnen Bildschirme mit leistungsfähigen Kühlblechen ausgestattet wurden, die kritische lokale Erwärmung wirkungsvoll abführten, sodass man sich traute, die spitzenmäßige Lichtleistung tatsächlich bis zu verdoppeln. Der TV-Hersteller LG Electronics sprang recht spät auf den Zug der gepimpten Panels auf, weil man die Vorgaben der Schwesterfirma, die die Displays baut, peinlich genau einhalten wollte. 2021 wurden die so genannten „EVO-Panels“ eingeführt, die neben einer optimierten Kühlung auch eine verbesserte chemische Zusammensetzung der organischen Leuchtschichten erhalten haben sollen.

Jetzt geht LG mit dem OLED G2 in die nächste Generation und konnte noch mächtig zulegen – gleich in mehreren Belangen. Dabei erscheint die brillantere Bildqualität, die eine um 25% gesteigerte HDR-Spitzenleistung beinhaltet, fast moderat gewählt. Vielmehr hinterlässt die weiterhin marktführende Leuchtkraft von Großflächen einen positiven Eindruck, jetzt ergänzt durch eine viel intelligentere Auffrischung von lokalen Kontrasten. Doch fangen wir von vorn an ...

2022-OLED-65G29LA-2
Das eigentliche OLED-Panel ist nur hauchdünn. LG gönnt dem Display etwas Luft zum Atmen und vor allem für die Kühlung. Nur so können die höchsten Lichtstärken erlaubt werden.
© LG

Verarbeitung

Das „G“ im Produktnamen des LG OLED65G29LA.AEU, wie das deutsche Modell mit vollem Namen heißt, soll „Galerie“ andeuten. Das Gerät hängt konzeptionell an der Wand, und dazu wird auch die ultraflache „Slim Bracket“ mitgeliefert. Sie fügt sich in eine kleine Vertiefung des Gehäuses ein und zieht den Fernseher absolut plan an die Wand. Mit weniger als 2,5 Zentimetern Gesamttiefe gleicht der TV damit tatsächlich einem ultraschlanken Bilderrahmen. Und dabei benötigt er keine Anschlussbox.

Sämtliche Elektronik, inklusive des extrastarken Netzteils, wurde ins kompakte Design integriert. Wohl dem, der die Zuleitungen zum TV unter Putz verlegen kann. Grundsätzlich ist der Look im Vergleich zum Vorgänger schicker geworden. Der Aluminiumrahmen wirkt nobel, viel mehr als einen dünnen Rahmen um das große farbenfrohe Bild gibt es nicht zu sehen. Eher eine Notlösung stellten letztes Jahr die optionalen Standfüße dar, die man außen einhakte, wenn das Gerät nicht an der Wand hängen sollte. Für den 65G2 wurde uns ein neuer, ebenfalls als Zubehör erhältlicher Zentralfuß geliefert, der nun perfekt zu Design und Konzept passt. Er ist massiv verarbeitet, benötigt eine geringe Standfläche, besitzt eine Kabelführung und schrägt das Panel an, sodass der TV idealerweise auf einem Lowboard steht.

2022-OLED-65G29LA-Rahmen
LG zeigt Kante, und zwar aus edel gebürstetem Metall. Der Rahmen ist wunderhübsch und schlank.
© LG

Bedienung

Neben dem Hauptprozessor wurden auch die HDMI-Chips auf den allerneuesten Stand gebracht. Die vier Eingänge verstehen nicht nur die allerhöchsten Bitraten der Norm 2.1, sondern unterstützen auch die Kompressionsvariante DSC bis 4 × 340 MHz. VRR gibt es von 40 bis 120 Hz, wobei FreeSync genutzt werden kann, das Ganze aber auch für G-Sync zertifiziert ist. Für deutsche Kunden bleibt der Doppeltuner erhalten, damit man Sendungen aufzeichnen kann, während man etwas anderes anschaut. Allein die Integration einer Dekodierung von HD+, die mit etwas erweiterten Aufnahmefunktionen einhergehen kann, wird vermisst. Es heißt aber, man stehe in Verhandlungen.

Ansonsten ist die Integration des TV-Empfangs, also Aufruf, Programmführer, Senderprogrammierung und Sendersortierung wie immer spitzenmäßig geraten. Als IPTV-Bonus gibt es die LG-Channels, eine Vielzahl teils interessanter, internationaler Stationen. Die einzige Hardware, die man vermissen könnte, ist der analoge Kopfhöreranschluss, aber wo am Gerät sollte der sinnvollerweise angebracht werden?

Da ist uns die Unterstützung von Bluetooth LE für Apps ist inklusive Sky hochwertig, es wurden gleich drei Sprachassistenten inklusive Fernfeldmikrofon integriert, der TV soll dazu sogar auf Siri hören. Auch aus dem Heimnetz wird fast alles abgespielt, neben dem DLNA-Netzwerkprotokoll sind das AirPlay und einige Spielarten von AppCast. Die USB-Wiedergabe versteht sich von selbst, auch wenn man kaum an die Buchsen kommt. Beim Spiegeln eines Smartphone-Bildschirms klappt die Steuerung als Bild-im- Bild, und mit einigen Handys sogar bidirektional. Das heißt, man kann das Telefon mit der Magic-Remote sogar bedienen. Auf dem Handy und im TV läuft die ThinQ-Technik, LGs Tor zur smarten Welt des Internets der Dinge.

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Mit LGs smarter Magic-Remote Fernbedienung arbeiten wir äußerst gern. Die Handhabung ist jetzt noch präziser.
© LG

Bild- und Tonqualität

Für anspruchsvolles HDR-Gaming hat LG wirklich perfekte Bedingungen geschaffen. Mit beiden 4K-Konsolen und unserem neuen Referenz-PC hatten wir jede Menge Spaß dabei, alle Voreinstellungen und Optionen auszuprobieren. Mit der Anpassung heller und dunkler Bildanteile und umfassender VRR Unterstützung bleibt hier kein Auge trocken. Der Run auf das Gaming hat wohl auch dem normalen Filmgenuss noch etwas auf die Sprünge geholfen, denn der LG OLED 65G2 zeigte die höchste Farbschärfe, die wir bislang im Ultra-HD-Filmmodus nachmessen konnten.

Was bei Diensten wie Netflix und Amazon Prime schon läger zum guten Ton gehört, hat LG jetzt als erster TV-Hersteller für die gesamte Oberfläche eingeführt: Benutzerprofile. Unterschiedliche Zuschauer können sich mit eigenen (kostenlosen) LG-Kontos anmelden und bekommen eine abgestimmte Bedienoberfläche, die auch individuell Gewohnheiten und Rechte lernt. Das beste daran: Für Kinder kann die Nutzungszeit konfiguriert und erfasst werden, ja sogar mit angepasster Tonlautstärke und Blaulichtfilter.

Wo wir gerade beim guten Ton sind, müssen wir erkennen, dass es hier nur marginale Fortschritte im Vergleich zum Vorgänger gegeben hat. Und die liegen darin, dass die Signalverarbeitung weniger brutal versucht, die Physik auszutricksen. Man muss gestehen, dass sich bei moderaten Lautstärken eine ordentliche Harmonie einstellt, und Sprachverständlichkeit wie Präzision hochwertig sind, es sei denn man aktiviert zur Dolby Atmos-Verarbeitung noch den „AI Sound Pro“. Dass wir der Beurteilung des Bildeindrucks nur wenig Platz einräumen, soll diese nicht schmälern.

Der G2 hat insgesamt die brillanteste und phänomenal natürliche Bildgewalt, die heute möglich ist. Mit dem neuen Prozessor „Alpha-9 Gen5 4K AI“ gelingt nicht nur perfekte Farbschärfe in UHD, sondern auch eine äußerst hochwertige Aufbereitung „normaler“ TV-Inhalte. Die Referenzfarben lassen sich auf tiefgreifendste Arten kalibrieren und Quellfehler ausmerzen. Auch eine derart ansprechende Bildverarbeitung ist eine echte Kunst.

Fazit

Der OLED 65G2 begeistert nicht nur durch sein einzigartiges Gallery-Design, sondern besitzt insgesamt noch die beste Bildqualität, die wir bei einem OLED-TV bislang sahen.

Technische Details des LG 65OLEDG2

Messwerte

  • Abmessungen in cm (B × H × T): 145 × 88 × 2,5 cm
  • Bilddiagonale / Gewicht: 164 cm / 28 kg
  • Kontrast ISO / in-Bild / dynamisch: 1282 / 19175 / >1Mio
  • Flächen- / Spitzenweiß / HDR: 165 / 340 / 1004 cd
  • Gamma / Abweichung von BT.1886: 2,46 / 3,4%
  • Farbtemperatur / Abweichung: 6550 K / 0,8%
  • Farbraum HDTV / HDR BT.2100: 100% 75%
  • Ausleuchtung / Farbverteilung: 99% / 98%
  • Latenz Film- / Gamemodus: 72 / 9,4 ms
  • Einschalt- / Umschaltzeit: 4 / 2,4 Sek.
  • Verbrauch Max. / Film / Standby: 202 / 93 / 0,3 W

Anschlüsse

  • Tuner: analog / DVB-T / -C / -S: k.A. / 2 / 2 / 2
  • IP-Tuner / CI-plus: LG Channels / 1
  • HDMI / Komponente / AV-in: 4 / – / –
  • USB (davon 3.0) / Netzwerk / WLAN 3 / 1 / ax
  • Audioausgang: optisch, Bluetooth 5, eARC
  • Besonderheiten: IR-Sender

Ausstattung

High Dynamic Range (HDR): DVIQ, HLG

FPS 2K / 4K / 8K:120 / 120 / –

Farbtemperatur / Farbraum: kalibrierbar

Medienwiedergabe: USB, MiraCast, Airplay

DLNA-Heimnetz: Client, Renderer

Sprachsteuerung / Smartphone-App: ThinQ, G, A / ThinQ

Zubehör: UltraSlim, Wandhalterung, IR-Blaster,

Besonderheiten: Gallery-Design, Dolby Atmos, Fernfeldmikro

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