77-Zoll-OLED-TV-Duell

LG OLED 77CS9LA vs. LG OLED 77C27LA: Das bringt EVO wirklich

9.12.2022 von Roland Seibt

Wir haben uns zwei Boliden von LG eingeladen, um gezielt die Vorteile der teureren evo-TVs zu ergründen. Der klassische 77CS9 weist nämlich dieselbe Spitzenelektronik auf wie der evo-Bruder 77C27.

ca. 5:50 Min
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LG OLED 77CS9LA vs. LG OLED 77C27LA: Das bringt EVO wirklich
LG OLED 77CS9LA vs. LG OLED 77C27LA: Das bringt EVO wirklich
© CreamLabrador / myboys.me / Francisco Duarte Mendes / shutterstock.com / LG / montage:

Die Preisempfehlungen für die beiden Modelle unterscheiden sich jedoch um satte 500 Euro, für die zum Beispiel ein zusätzlicher 65-Zoll-LCD-TV fürs Kinderzimmer erhältlich wäre. Unterhalb der Testkandidaten führt LG die „B2“-Serie (4500 Euro). Deren 120-Hz-Panel sieht unterm Mikroskop zwar genauso aus wie das des CS9, hat aber nicht den spitzenmäßigen Bildprozessor.

Darf es noch hochwertiger sein, gibt es oberhalb des „C2“ den „G2“ (6000 Euro) im ultraflachen Gallery-Design. Sein Panel ist eine Evolutionsstufe weiter fortgeschritten und hat den „Brightness Booster Max“ zu bieten, eine besondere passive Kühlung des evo-Panels, die noch mehr Helligkeitsreserven verspricht.

In der hier getesteten Serie C2 unterscheidet LG noch weitere Modellvarianten: C27, C28 und C29. Die marginalen Unterschiede liegen weder in Panel noch Bildelektronik und interessieren im Duell gegen den CS9 nicht. Aber wer es bildtechnisch richtig krachen lassen will, den wird interessieren, dass zwar beide Modelle auch mit 42", 48, 55 oder 65 Zoll erhältlich sind, es den C2 überdies aber auch mit atemberaubenden 83 Zoll gibt (7500 Euro, hier unser ausführlicher Test).

LG OLED 77C27LA

LG OLED 77C27LA
LG OLED 77C27LA - evo Panel
© CreamLabrador / myboys.me / Francisco Duarte Mendes / shutterstock.com / LG / montage:

Pro

  • OLED evo Panel
  • exzellente Farbabstimmung
  • DolbyVision IQ und -Atmos
  • Tolle Gamingoptionen
  • moderne Bedienung

Contra

  • kein dts
  • kein HDR10+
  • kein HD+

Fazit

connect HOME Urteil: überragend (91%)

Auspacken und loslegen

Schon beim Auspacken wird der frappierendste Unterschied offensichtlich: das Design. Während der CS9 rundum an die C-Serie von 2021 erinnert, wirkt der CS27 wie eine komplette Neuentwicklung. Der Korpus, der hinter dem OLED-Panel Bildelektronik, Netzteil und Sound beherbergt, ist höher, dafür schmaler und sogar etwas dünner als früher. Alle Anschlüsse führen zur Seite, was eine wandnähere Befestigung ermöglicht. Der Standfuß ist deutlich schlanker, fungiert aber auch nicht mehr als Soundrutsche für die Downfire-Boxen.

Eklatant verschieden war der Aufwand an Muskelkraft, den wir benötigten, um die Geräte auf die Laborwagen zu wuchten. Der 77CS9 bringt stolze 36 kg auf die Waage, während der C27 mit seinen 25 kg ein echtes Leichtgewicht ist. Das liegt nicht allein am großen Klotz im Fuß des CS9. LG gibt an, zur Stabilisierung und Kühlung des Panels jetzt ein modernes Verbundmaterial zu benutzen, sodass das Gerät auch bei Wandbefestigung um 6 kg leichter geworden ist. Natürlich senkt das auch das Transportgewicht und ist somit umweltfreundlicher.

Als Zubehör liefert LG nur beim C27 einen Infrarotbooster mit, natürlich samt passender Klinkenbuchse am Eingangsfeld des TV-Geräts. LG ist prinzipiell sehr gut darin, Fremdgeräte über das Trio aus Magic Remote, Intelligenz des Betriebssystems und Befehlen von HDMI-CEC mitzusteuern.

Die Krönung des Ganzen besteht darin, sogar infrarote Fernbedienungsbefehle auszusenden, die dann externe Settopboxen oder Player steuern, wenn diese ihre Befehle nicht über HDMI akzeptieren. Dazu dient der IR-Booster, den man dann vor das zu steuernde Gerät legt oder klebt. Diese Lösung wird zwar immer seltener benötigt, aber besitzt der C2 sie eben – der CS dagegen nicht.

Optimale Einstellungen: LG OLED 77CS9LA & LG OLED 77C27LA

Vollbildansicht
Einstellung Wert
Bildmodus Filmmaker
OLED 100
Lichtsensor min.44, DVIQ
Kontrast 92
Helligkeit 55
Schärfe 10
Farbe 50
Gamma BT.1886
Farbtemperatur warm 50
RGB-Gain 0, 0, 0
RGB-Offset 0, 0, 0
Empfohlener Sehabstand:
TV: 4,7 m
DVD: 4,1 m
HD: 2,7 m
UHD: 1,4 m
Gaming LGs OLED-TVs sind als absolute Tipps für Gamer sogar G-Sync-zertifiziert, bieten geringste Latenzen und jede Menge Extras

Obwohl sich die Layouts der Elektronikchassis der Probanden deutlich voneinander unterscheiden, sind ihre Hauptfunktionen fast identisch. Die vier HDMI-Buchsen bieten die volle moderne Bandbreite, auch für Gaming: Es gibt dreimal USB mit Aufnahmeoption und natürlich den passenden Vierwege-Doppeltuner. Einbußen dadurch, dass der CS den WLAN-Zugang mit Wi-Fi 5 spezifiziert, während der C2 WiFi 6 empfängt, konnten wir in den Tests nicht wahrnehmen.

Auf den ersten Blick wirken auch die „magischen“ Fernbedienungen, wie LG sie nennt, identisch. Sie reagieren auf Bewegungen und lassen einen Mauszeiger über den Bildschirm huschen, mit dem sich Steueraktionen nach etwas Eingewöhnung im Menü viel schneller ausführen lassen als mit der klassischen Pfeilnavigation.

Die gibt es auch noch, und zwar ergänzt um ein Scroll-/Drückrad in der Mitte, das unter anderem das Zappen zwischen Sendern oder das Aufrollen langer Senderlisten schöner im Griff hat. Und als Krönung darf heutzutage ein Mikrofon für Ansagen an Sprachassistenten natürlich nicht fehlen. LG stellt sogar drei Helferlein zur Auswahl und reagiert zudem auf Kommandos aus der Apple-Welt.

LG OLED 77CS9LA vs. LG OLED 77C27LA: Fernbedienungen
LGs Fernbedienungen sind die interaktivsten ihrer Art: Sie steuern einen Mauszeiger, verstehen Spracheingaben und besitzen ein Scrollrad. Nur die des C29 (links) startet die ThinQ-App mittels NFC.
© connect HOME

Wer die Abbildungen der Fernbedienungen genau ansieht, wird einen kleinen Unterschied erkennen: Beim Handsender des C2 ist ein NFC-Logo aufgedruckt. Hält man ein Handy daran, wird LGs Smartphone-App ThinQ gestartet, und der TV ist bereit zur Kommunikation: Er nimmt zum Beispiel Fotos entgegen oder zeigt den gespiegelten Screen an.

Und bei der Erstinstallation wird der TV auf Anhieb auf dem Handy gefunden und der Nutzer gefragt, ob die Installation starten soll. Beim CS muss man dazu einen QR-Code vom Panel abscannen. Von da ab verhalten sich die TV-Geräte völlig gleich. Nach der Installation hatten sich auch beide auf die identische Firmware 3.20.95 upgedatet.

Dass LG die Integration aller wichtigen Smart-TV-Funktionen inklusive dem Internet der Dinge sehr ernst nimmt, die intelligenteste, weil bidirektionale Bildschirmspiegelung von Smartphones anbietet und natürlich Inhalte aus dem Heimnetz und von USB-Medien wunderbar verarbeitet, haben wir schon oft gewürdigt.

Auch hier bieten logischerweise beide Geräte dasselbe. Dabei fällt mittlerweile fast negativ auf, dass die integrierte Entschlüsselung von HD+ noch fehlt, die nun fast alle anderen Top-10-Marken unterstützen.

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Ist Gaming mit dem LG OLED 77CS9LA und dem LG OLED 77C27LA möglich?

Dafür kann LG beim Gaming voll punkten. Der Hersteller lässt nichts aus, sondern sich die Modelle gar von NVIDIA für G-Sync lizensieren. Freesync und überhaupt variable Bildraten über HDMI sind mit 40 bis 120 fps möglich, die maximale Datenrate von 48 Gbit/s liegt über denen, die Konsolen anliefern. Zudem ist die Kompression DSC implementiert, was kaum ein TV von sich behaupten kann. Und bei Latenzen von unter 6 ms am oberen Bildrand kann man fast gar nicht mehr von Wiedergabeverzögerung sprechen.

LG OLED 77CS9LA

LG OLED 77CS9LA
LG OLED 77CS9LA
© CreamLabrador / myboys.me / Francisco Duarte Mendes / shutterstock.com / LG / montage:

Pro

  • exzellente Farbabstimmung
  • DolbyVision IQ und -Atmos
  • tolle Gamingoptionen
  • moderne Bedienung

Contra

  • kein dts
  • kein HDR10+
  • kein HD+

Fazit

connect HOME Urteil: überragend (90%)

Was ist der Unterschied zwischen dem LG OLED 77CS9LA und dem LG OLED 77C27LA

Doch nun zum entscheidenden Unterschied zwischen den Kandidaten: dem evo-Panel. Auf den Mikroskopaufnahmen war schon zu sehen, dass die Subpixelstruktur eine andere ist. Der höhere Füllfaktor („schwarze“ Trennbereiche zwischen den Farbflächen) der evo-Technik ist sichbar; ob sie dafür verantwortlich zeichnet, dass Raumlicht mit 1,27 statt mit 1,17 Prozent reflektiert wird, kann man nicht genau sagen.

Theoretisch sollte jeder Bildpunkt etwas lichtstärker sein können, da die Subpixelfläche im Verhältnis größer ist. Das macht aber nicht die 10 Prozent Brillanzgewinn aus, die LG in den Raum gestellt hat. Der Rest soll wohl dank verbesserter Rezepturen der OLED-Chemie erzielt werden.

Kurzum: Wir haben so ausführlich nachgemessen, wie wir das nur tun können – noch intensiver als üblich – und stufen den diesbezüglichen Vorteil des evo-Panels als rein akademisch ein. Bei allerfeinsten HDR-Spitzlichtern waren beide Geräte mit 860 Nits schön brillant, in allen anderen Messungen hatte der C2 tatsächlich einige wenige Prozentpunkte Vorsprung, verbrauchte aber im selben Maß mehr Strom.

Also hätte LG den CS durchaus auf identische Werte bringen können, da alle Panels einen großen Headroom haben, der wegen der Einbrenngefahr nicht genutzt werden darf. Wir wollen einfach mal glauben, dass die evolvierte OLED-Technik die Haltbarkeit verbessert. Unsere Belastungstests zeigten immerhin, dass sich beide Panels selbst unter härtesten Bedingungen deutlich weniger aufheizen, als das noch vor wenigen Jahren üblich war.

Etwas überraschend verlief übrigens die Messung des horizontalen Blickwinkels. OLED-Displays weisen eine minimale Verschiebung von Farbspektren auf, die sich bei seitlicher Betrachtung als Farbfehler zeigen können. Hier zeigte das evo-Panel eine etwas bessere Parallelität von hellen und dunklen Inhalten als Konkurrenzprodukte. Aber siehe da: Das Display des CS legt ein genauso sauberes Verhalten an den Tag.

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Dass LG genau weiß, wie man OLED-Panels auf Farbnatürlichkeit in Referenzqualität trimmt, ist bekannt. Und wieder ist das bei beiden Geräten dieses Tests sehr beeindruckend gelungen. LG nimmt den „Filmmaker“-Modus sehr ernst und setzt ihn meisterlich um. Ohne weitere Kalibration wirken beide Geräte in HDTV wie Studiomonitore. Allerdings lagen die Vorgaben für die Einstellung des Schwarzwerts (Helligkeit) ab Werk falsch. Wir mussten 55 statt 50 wählen, schon war alles gut.

Solch ein Einstellungsdetail wird in Foren gern als „Black Crush“ oder böses Absumpfen denunziert, lässt sich aber superleicht korrigieren.

Fazit

Wenn es um die Bildqualität geht, ist der OLED77CS9 ein Kauftipp, denn hier liefert er Spitzenergebnisse, die mit denen von evo-Panels vergleichbar sind.

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