Testbericht

Nokia 6110 Navigator

Nokia gibt den Weg vor: Mit dem HSDPA-Slider 6110 Navigator bringen die Finnen ein weiteres Navigations-Handy. connect klärt, wie es Routenführung und Telefonalltag meistert.

Inhalt
  1. Nokia 6110 Navigator
  2. Das 6110 als Navi
  3. Datenblatt

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Nokia 6110 Navigator

Pünktlich zu Beginn der Urlaubssaison geht Nokia in Sachen Handy-Navigation in die Offensive. Neben dem N95 und dem brandneuen Communicator E90 haben die Finnen mit dem 6110 Navigator für 469 Euro bereits das dritte Modell im Portfolio, das mit einem integrierten GPS-Empfänger und installierter Navigations-Software aufwartet. Kein Wunder, schließlich boomt Navigation im Allgemeinen und Handy-Navigation im Besonderen wie kein anderer Markt.

Gute Verarbeitung, aber kleinere Bedientücken

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Nicht optimal: Die Zahlentasten sind haptisch nicht zu unterscheiden und lassen sich kaum blind bedienen.

Da kommt das 6110 also gerade recht. Wobei dem UMTS/HSDPA-Slider die Herzen nicht auf Anhieb zufliegen dürften: Groß, 128 Gramm schwer, nüchternes Design - ein Blender ist das 6110 mit Sicherheit nicht. In der Hand liegt das Schiebehandy trotz oder gerade wegen der stattlichen Maße aber ausgesprochen gut. Überhaupt vermittelt das Naviphone einen sehr robusten Eindruck. Das Kunststoffgehäuse ist stabil, der Slider läuft zuverlässig ohne Spiel, der Mini-USB-Anschluss sowie der Speicherkartenslot sind durch große Hartplastikabdeckungen gut geschützt und die Tastatur bietet einen recht hohen mechanischen Widerstand sowie deutliche Druckpunkte beim Betätigen. Allerdings sind die Tasten zum Annehmen und Beenden von Anrufen zu klein - sie teilen sich jeweils eine schmale Doppelwippe mit einem Softkey, sodass man schon genau zielen muss, um die gewünschte Funktion zu erwischen. Auch die auf einer Ebene angeordneten Zahlentasten sind nicht das Gelbe vom Ei, denn sie lassen sich haptisch nicht unterscheiden und so kaum blind bedienen. Lob verdienen dagegen die separate Taste, die die Navigation startet, und der vom Nutzer frei belegbare Drücker an der Geräteseite, der auf den schönen Namen "Eigene Taste" hört. Auch das 2,2 Zoll große Display kann mit heller und brillanter Darstellung sowie einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln überzeugen. Die Menüführung des Serie-60-Modells gestaltet sich einfach und meist logisch. Zudem klappte beim 6110 auch das schnelle Zappen durch die einzelnen Menüpunkte größtenteils ohne die bekannten Gedenksekunden, die andere Serie-60-Geräte gerne einlegen.

Pralle Ausstattung mit praktischen Features

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Top: Die Navigationsanzeigen (hier 2-D) sind gelungen und können auch in der Praxis überzeugen.

Auch neben der Navigation, die wir auf der Folgeseite gesondert beleuchten, hat das 6110 reichlich Features zu bieten: Videotelefonie und E-Mail-Client sorgen für zeitgemäße Kommunikation, der HTML-Browser bringt Webseiten aufs Display, die per UMTS- oder gar HSDPA auch schnell geladen sind. Wer die Finger nicht von der Arbeit lassen will, kann unterwegs Office- und PDF-Dokumente studieren. Praktisch im Auto: SMS- oder E-Mail-Nachrichten liest das 6110 auf Wunsch vor. Die Synchronisation mit Kontakten und Mails aus Outlook erfolgt bequem mit der mitgelieferten Software und dem Mini-USB-Datenkabel. Für Entspannung sorgen das UKW-Radio und Spiele. Der Musicplayer spielt MP3-, AAC- und WMA-Dateien ab. Allerdings ist für Songs auf der mitgelieferten 512 MB MicroSD-Speicherkarte kaum Platz, denn hier schlummern schon die Kartendaten des Navigators. Für Fotos ist eine auf der Rückseite eingesetzte 2-Megapixel-Kamera zuständig, die beim Aufschieben der Metallabdeckung automatisch aktiviert wird.

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Fotogen: Die Hauptkamera löst mit 2 Megapixeln auf, ein Fotolicht sorgt bei Bedarf für Erhellung. Bei Nichtgebrauch wird die Linse von einem Metallschieber geschützt.

Auch in Sachen Connectivity geht das 6110 in die Vollen: So funkt der Quadband-Slider in jedem Handynetz der westlichen Welt. Für den schnellen Download von Daten sorgen EDGE im GSM- und HSDPA mit 3,6 MBit/s im UMTS-Netz - nur ein WLAN-Modul wird mancher Business-User vermissen. Der Kurzstreckenfunk Bluetooth sorgt dagegen für die bequeme Verbindung zu nützlichem Zubehör: Hier unterstützt das Nokia sowohl das SIM-Access- (für entsprechende Freisprechanlagen) wie auch das Stereo-Audio-Profil und ist somit auf der Höhe der Zeit.

Starker Auftritt im Messlabor

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Praktisch: Der Speicherkartenslot sitzt gut zugänglich an der Geräteseite, ebenso die frei belegbare "Eigene Taste". Auf der Rückseite sind die Stereo-Speaker zu sehen.

So weit, so gut. Bleibt die Kardinalfrage: Wie gut schlug sich das 6110 bei den Messungen im ISO-zertifizierten und akkreditierten connect-Messlabor? Erfreulich gut: Mit einer Standby-Zeit von rund zwölf Tagen im D- und E-Netz sowie über sechs Tagen im UMTS-Netz muss sich Nokia beileibe nicht verstecken. Auch die Gesprächszeit in den GSM-Netzen liegt mit circa fünf Stunden auf gutem Niveau. Nur die Gesprächszeit im UMTS-Netz fällt mit unter zwei Stunden schwach aus. Dafür konnte der Proband bei den Messungen für die Betriebszeit mit eingeschaltetem Display punkten, die speziell für den Navigationseinsatz wichtig sind: elf Stunden und 39 Minuten sind eine hervorragende Leistung. Ebenso wichtig für ein Mobiltelefon: Weder bei der Sende- und Empfangsqualität noch bei den Akustikmessungen gab sich das Nokia eine Blöße. Mit dem Background empfiehlt sich das 6110 Navigator nicht nur als starkes Allround- und Navigations-Handy, sondern zieht auch in die Top Ten der Bestenliste ein.

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