Smartwatch mit Tizen OS

Samsung Gear S2 im ersten Test

4.9.2015 von Andreas Seeger

Mit der zweiten Generation der Smartwatch-Serie Gear zeigt Samsung nicht nur technisch anspruchsvolle Produkte. Die Koreaner vereinfachen die Bedienung auf den kleinen Smartwatch-Displays entscheidend und zeigen mit ihrem Tizen OS ganz nebenbei, wie altbacken das Google-System Android Wear aussieht.

ca. 2:15 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Samsung Gear S2
Gear S2 (rechts) und S2 classic (links). Beide Modelle sind mit allen Android-Smartphones kompatibel.
© connect

Ein Highlight der Apple Watch ist das Drehrädchen auf der rechten Seite, mit dem man beispielsweise durch Texte scrollen kann, ohne dass der Finger den Bildschirm verdeckt. Bei den neuen Gear-S2-Modellen greift Samsung dieses Konzept auf, benutzt aber eine Lünette, einen drehbaren Ring, der das 1,2 Zoll große OLED-Display (360 x 360 Pixel) einrahmt. Er ist so leichtgängig, dass man nur mit dem Finger über den Rand streichen muss, um durch Menüs zu blättern, Icons anzusteuern und Texte durchzuscrollen. Die Steuerung mit dem smarten Ring ist so intuitiv, dass sie schon bei der ersten Benutzung in Fleisch und Blut übergeht. Zwei Tasten auf der rechten Seite ergänzen die Kombination aus Touchscreen und Drehrad: Eine führt immer auf den Homescreen, die andere ist eine Zurück-Taste.

Samsung Gear S2 Armband
Bei der Gear S2 sorgt ein spezieller Clip-Mechanismus dafür, dass man die Armbänder sehr einfach vom Gehäuse abziehen kann. Der Nachteil: Herkömmliche Uhrenarmbänder passen nicht.
© connect

Besser als Android Wear

Dazu trägt auch das verwendete Betriebssystem bei. Samsung setzt nicht auf Android Wear, sondern auf die Eigenentwicklung Tizen OS, die deutlich besser aussieht als die Google-Alternative. Statt blasser Icons und Benachrichtigungsfelder dominieren kräftige, perfekt auf das OLED abgestimmte Farben und das gesamte System ist bis in den hintersten Winkel an die Steuerung mit dem Drehring angepasst.

Kompakt am Arm

Obwohl der wasserdichte Korpus aus Edelstahl besteht, sind Gear S und Gear S classic sehr leicht (47/42 Gramm) und ein cleveres Design sorgt dafür, dass sie nicht so klotzig am Handgelenk aussehen wie eine Moto 360 oder Huawei Watch. Die Samsung-Modelle sind nur 11,4 Millimeter dünn, die Gear S2 ist mit 42 x 50 Millimeter allerdings etwas größer als die classic-Variante, die mit der wellenförmigen Lünette außerdem stärker am klassischen Uhrendesign orientiert ist. Der glatte Korpus der S2 wirkt dagegen im direkten Vergleich deutlich sportlicher und moderner. Ein weiterer Unterschied: Während bei der classic-Variante jedes Armband passt, weil der Steg Standardbreite hat, sorgt ein spezieller Clip-Mechanismus bei der Gear S2 dafür, dass man nur Samsung-Armbänder anstecken kann.

Samsung Gear S2 Ladestation
Die Gear-Modelle werden drahtlos geladen, eine Ladeschale gehört zum Lieferumfang.
© connect

Standard-Ausstattung

Bei der Ausstattung gibt es dagegen kaum Unterschiede: Beide Modelle haben ein 1,2 Zoll großes Display mit 360 x 360 Pixel Auflösung und werden von einer Dual-Core-CPU befeuert, deren Kerne mit 1,0 GHz getaktet sind. 512 MB RAM und 4 GB interner Speicher sind eingebaut, außerdem ein 9-Achsen-Bewegungssensor, Puls- und Lichtsensor und Barometer. Der Akku fasst 250 mAh und soll zwei bis drei Tage durchhalten, verspricht Samsung. Aufgeladen wird drahtlos über den Qi-Standard, eine kleine Ladeschale, die sich auch gut auf dem Nachttisch macht, gehört zum Lieferumfang.

Fazit: Eine runde Sache

Die Bedienung über den Drehring gefällt uns besser als über die Krone der Apple Watch. Samsung gibt dem Konzept Smartwatch damit ganz neue Impulse und zeigt einmal mehr, dass der Vorwurf des Apple-Kopierers nicht mehr zieht. Die Koreaner kopieren keine Innovationen mehr, sie machen Innovationen.

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