Kabellose In-Ears

Sennheiser Momentum True Wireless 2 im Test

Die zweite Generation der kabellosen In-Ears von Sennheiser ist mit 299 Euro um 50 Euro teuer geworden. Ist der neue Preis für die Momentum True Wireless 2 gerechtfertigt? Der connect-Test verrät es.

© Hersteller

Die Momentum True Wireless sind für eine UVP 299 Euro erhältlich.

EUR 291,46

Pro

  • herausragender Klang
  • sehr gute Telefonieakustik
  • sehr guter Transparenzmodus
  • sehr gute Verarbeitung und Materialwahl mit stoffbespanntem Case

Contra

  • kabelloses Aufladen wird nicht unterstützt
  • ANC nur im Mittelfeld
  • Akkulaufzeit nur im Mittelfeld

Fazit

Mit der zweiten Generation befreit Sennheiser den Momentum True Wireless von seinen Kinderkrankheiten. Die Steuerung ist präziser, das Pairing stabiler, außerdem sind die Ohrhörer etwas kompakter. Auch die App bietet nun endlich mehr Optionen. Der ganz große Wurf sind die Momentum True Wireless 2 aber nicht geworden. connect-Urteil: gut (406 von 500 Punkten); connect-Siegel: Klangurteil: sehr gut
81,2%

Klanglich bekommt der Käufer die volle Breitseite, der Sound ist wieder absolute Spitzenklasse. Das neutrale Klangbild mit den ausdifferenzierten Höhen sucht seinesgleichen, nur ganz wenige Spitzenmodelle (Apple AirPods Pro, Sony WF-1000 MX3) erreichen dieses Niveau. Die Telefonieakustik schließt hier an, beim Herausfiltern von störenden Hintergrundgeräuschen und bei  der Sprachqualität gehören die Momentum True Wireless 2 nach wie vor zu den Klassenbesten (wenn auch das Niveau der Vorgänger nicht ganz erreicht wird). Entscheidend ist hier aber die exakte Positionierung der In-Ears (und damit der Mikrofone) im Ohr: Das Sennheiser-Logo muss waagerecht ausgerichtet sein, so wie es auch in der Bedienungsanleitung beschrieben ist.

Verbesserungen zur 1. Generation

Einen guten Sound und eine gute Telefonieakustik findet man auch bei der ersten Generation der Momentum True Wireless, wo also liegen die Verbesserungen? Zunächst fällt auf, dass die In-Ears ein paar Millimeter geschrumpft sind. Sie stehen zwar noch vergleichsweise weit heraus, schmiegen sich aber besser der Ohrmuschel an. Und auch wenn ein um jeweils 1 Gramm reduziertes Gewicht vernachlässigbar scheint: Bei einem Gesamtgewicht von 6 Gramm pro Ohrhörer spürt man den Unterschied. 

Für das elegante Design zeigt der Daumen ebenfalls nach oben: Sowohl die Ohrhörer mit den geriffelten Aluminiumplättchen (die als Touch-Bendienfelder fungieren) als auch das Stoffcase überzeugen. Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel, die Ohrhörer sind zudem wieder wasserfest nach IPX4.

Die Bedienung gelingt nun deutlich besser als bei den Momentum True Wireless der ersten Generation, Fingertipper werden präziser erkannt, aber vor allem ist die Bluetooth-Verbindung stabiler. Die Vorgänger ließen uns manchmal verzweifeln, weil sie die Verbindung nicht beendet haben, nachdem man sie zurück ins Case gelegt hat. Auch das Problem, dass sich die Kopfhörer nach ein paar Tagen im Case entladen, tritt nun nicht mehr auf.

Stark: In der App kann man die Steuerung umfassend individualisieren (siehe Screenshots). Hier kann man nun auch die aktive Dämpfung deaktivieren – bei den Vorgängern fehlt diese Option, wer die Umgebung akustisch stärker wahrnehmen wollte, musste den Transparenzmodus aktivieren.

© Hersteller/connect

In der App hat man nun mehr Optionen. Man kann ANC ausschalten und die Steuerung über die Kopfhörer individualisieren.

Während Sennheiser den Transparenzmodus deutlich verbessert hat, gibt es beim ANC kaum Neuerungen: Der Audiospezialist aus der Wedemark bewegt sich damit nur im Mittelfeld. Das liegt daran, dass die Dämpfung in den tiefen Frequenzbereichen sehr schwach ausfällt und auch die mittlere Dämpfung mit 15 db niemanden vom Hocker reißt. Zum Vergleich: Die AirPods Pro schaffen es, 28 db zu neutralisieren.

© connect

Der Frequenzgang ist verzerrungsarm, sehr neutral und ausgewogen, so wie man es von Sennheiser kennt. Ebenfalls ein Plus: Frequenzgang und Verzerrungsverhalten sind mit und ohne ANC identisch.

Eine weitere Schwäche der ersten Generation ist die kurze Akkulaufzeit. Hier schafft es Sennheiser zumindest, ins Mittelfeld vorzustoßen. Die Laufzeit in unserem genormten Testverfahren verbessert sich von 4:25 Stunden auf 4:45 Stunden. Von einem Sony WF-1000 XM3 (6 Stunden) oder den Galaxy Buds+ (9:15 Stunden) ist das zwar noch weit entfernt, aber die genannten Modelle sind dafür schwerer und größer oder können klanglich nicht mithalten. Irgendwo muss man eben immer Kompromisse eingehen.

© connect

Die Geräuschdämpfung in einem Diagramm: passiv (rot), aktiv (blau) und im Transparenzmodus (grün). Gute passive Dämpfung, die Ohrhörer dichten den Gehörgang sauber ab. Die aktive Dämpfung ist nicht sehr ausgeprägt und zudem im Bassbereich schwach. Den Transparenzmodus hat Sennheiser im Vergleich mit dem Vorgänger nochmal verbessert, Stimmen werden dezent verstärkt.

Die wichtigsten Verbesserungen auf einen Blick

  • kleiner und leichter
  • stabilere Bluetooth-Verbindung
  • präzisere Steuerung, mehr Optionen in der App
  • etwas längere Akkulaufzeit
  • ANC kann man deaktivieren

Fazit: Gelungenes Update, aber kein großer Wurf

Mit der zweiten Generation befreit Sennheiser den Momentum True Wireless von seinen Kinderkrankheiten. Die Steuerung ist präziser, das Pairing stabiler, außerdem sind die Ohrhörer etwas kompakter. Auch die App bietet nun endlich mehr Optionen. Der ganz große Wurf sind die Momentum True Wireless 2 aber nicht geworden, dazu sind die Akkulaufzeit nicht lang und das ANC nicht gut genug. Und warum fehlt kabelloses Aufladen? Auch bei den App-Optionen bieten andere Hersteller mehr (Sony). Das Gesamtpaket ist aber trotzdem empfehlenswert, und dafür ist vor allem die herausragende Soundqualität verantwortlich. Die lässt auch über den relativ hohen Preis von 300 Euro hinweg sehen.

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