Heimkino-Laserbeamer mit motorischer Optik

Sony VPL-XW7000ES im Test

22.11.2022 von Roland Seibt

Heimkinoprojektoren mit nativer Ultra-HD-Auflösung gibt es nur von zwei Herstellern. Einer davon ist Sony, wo sich das Portfolio nun auf Spitzenklasse und High End konzentriert. Der „große“ VPL-XW7000ES liefert eine sagenhafte Lichtleistung. Lesen Sie unseren Test hierzu.

ca. 4:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Sony VPL-XW7000ES im Test
Wer die riesige Strahlkraft im Wohnzimmer einsetzen möchte, kauft das Gerät in Weiß. Für den dunklen Heimkinokeller ist es auch in Schwarz erhältlich.
© Sony

Pro

  • natives Ultra-HD
  • sehr brillanter Laser
  • variable motorische Optik
  • sehr gute Bildverarbeitung mit sauberen Farben
  • 3D

Contra

  • kaum automatische HDR-Anpassung

Fazit

connect-Urteil: sehr gut (571 von 650 Punkten); connect-"Highlight"


88,0%

Als wir uns den kleineren (hier unser Test) der neuen Heimkinobeamer von Sony angeschaut hatten, war unsere Begeisterung groß, wie scharf und farbecht ein Beamerbild für 6000 Euro geworden ist. Für die Verwendung eines Lasers als Lichtquelle war das Gerät sogar noch als vergleichsweise günstig anzusehen.

Die kompaktere, neu konstruierte Lichtmaschine setzt auf drei SXRD-Chips auf, die nun erstmals exakte Ultra-HD-Auflösung bieten, statt wie vorher mit 4096 × 2160 Bildpunkten etwas mehr Breite zu liefern. Die Chips sind nur noch 0,61” groß, weshalb Sony die Geräte etwas kleiner bauen konnte. Sicher hilft es dem Formfaktor auch, dass Laser als Lichtquelle zum Einsatz kommen, die offensichtlich weniger Abwärme als Metalldampflampen produzieren.

Sony VPL-XW7000ES im Test - Screenshot
Der Referenzmodus macht dem Namen alle Ehre. Er ist nur so eingestellt, dass kein Headroom für Weißclipping bleibt. Kontrast auf 97, und es passt.
© connect

Sie liefern ein ultrareines Tiefblau und strahlen Phosphor an, das wiederum die Lichtfrequenzen von Rot und Grün addiert. Je reiner diese drei Grundfarben, umso weniger Wellenlängen von Gelb oder Cyan muss man herausfiltern, respektive sofort in Wärme umwandeln. Dass dies Sony sehr gut gelingt, sahen wir schon beim VPL-XW5000, der bei vergleichsweise hoher Lichtausbeute nicht heiß wurde und schön leise blieb.

Es geht noch besser

Warum rollen wir diese Fakten noch einmal auf, die wir damals bereits erläutert hatten? Ganz einfach: Der große Bruder VPLXW7000 sieht dem damals getesteten VPL-XW5000 nicht nur zum Verwechseln ähnlich, sondern baut größtenteils auch auf identischen Technologien auf. Sony will aber nicht nur den günstigsten nativen UHD-Laserbeamer auf dem Markt anbieten, sondern auch den besten.

Optimale Einstellungen: Sony VPL-XW7000ES

Vollbildansicht
Kategorie Wert
Bildmodus Referenz
Laser SDR:80, HDR:100
Realismus Ein
Motionflow True Cinema
Kontrast 97
Helligkeit 50
Farbe 50
Schärfe 50
Gammakorrektur aus
Farbtemp D65
RGB-Gain 6, -3, 8
RGB-Offset. 1, 0, -4
Aufstellung Mit 2,1-fachem Zoom und großem Lensshift gelingt die Aufhängung überall. Dank Motorik sind auch Cinemascope und Anamorphot Themen.
Gaming 120 fps sind bei Full-HD möglich, die Latenz bei 60Hz liegt bei 29 ms.

Daher steckt im großen 7000er wieder alles drin, was beim Kleinen eingespart wurde, und einige Details sind ebenfalls erweitert und qualitativ hochwertiger umgesetzt worden. Die eigentlichen SXRD-Panels, die die Pixel erzeugen, sind zwar dieselben, doch Güte, Größe und Konzept der optischen Linsen sind dafür entscheidend, das Bild in allen Positionen und Einstellungen scharf und kontraststark auf die Leinwand zu bringen.

So ist neben den Laserdioden der wohl größte Unterschied zwischen den Sonybrüdern das voll motorische Objektiv. Muss man Zoom, Fokus und Lensshift beim 5000er noch rein manuell einstellen, besitzt der 7000er die von den älteren 4K-Beamern gewohnte, luxuriöse Motorik. Per Memory lassen sich dann auch Zooms für diverse Bildformate anfahren oder ein Anamorphot für Cinemascope in den Lichtweg integrieren – Letzterer natürlich extern.

Sony VPL-XW7000ES im Test - Anschlüsse
Neben zweimal HDMI 2.0 sind Steueroptionen Pflicht. Für 3D-Filme lässt sich ein optionaler Transmitter anschließen
© Sony

Das alles ist eher im High-End- Bereich angesiedelt, wo für die Installation eines Heimkinos schnell mal sechsstellige Summen fällig werden. Da ist der spartanische VPL-XW5000 im Verhältnis zu Boxensystem und Innenarchitekt viel zu günstig, und es spielt keine Rolle, dass für die intelligentere Optik des VW7000 stolze 9000 Euro Aufpreis fällig sind. Hier sind dann auch gleich die größten Leinwände im Einsatz, und da kann der neue Sony tatsächlich voll punkten.

Wie bereits angedeutet, ist die Laserkanone von einem anderen Kaliber als beim kleinen Bruder, und tatsächlich zaubert sie noch einmal satte fünfzig Prozent mehr Lichtleistung hervor. Die von Sony spezifizierten 3200 Lumen ließen sich im Labor locker nachmessen, und zwar nicht wie bei so manchen anderen Herstellern im farblich völlig absurden „Hell“-Modus, sondern bestens kalibriert in studiogerechtem Referenzlook.

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Lieferte der XW5000 mit über 2000 Lumen bereits annähernd so viel Leuchtkraft wie das 25.000 Euro teure Vorjahresmodell VPLVW890, stößt der XW7000 nun in professionelle Dimensionen vor. Dass er dies nicht nur durch eine bessere Optik (Advanced-Crisp-Focus-Objektiv mit asphärischer 70-mm-Linse, Extra-Low-Dispersion- Glas), sondern durch stärkere Laser erzielt, erkennt man am Stromverbrauch.

Anstelle der 258 Watt seines kleinen Bruders zieht er 361 Watt aus der Steckdose, wenn der Laser auf Maximalleistung steht. Logischerweise wird das Gerät dann auch etwas wärmer, doch bei Laserlicht auf 80 wird er kaum dunkler, dafür aber sehr schön leise. Dabei klappt die Lasersteuerung einwandfrei. Sie ist in feinen Schritten einstellbar, und passt sich wahlweise an die Szenenhelligkeit an. So kommt ein nahezu unendlicher on/off-Kontrast zustande, doch uns gefiel das dezentere Dimmen der Einstellung „Begrenzt“ besser. Dunkle Szenen vor allem bei HDR wurden hier nicht zu düster.

Testergebnisse: Sony VPL-XW7000ES

Vollbildansicht
Kategorie Punkte
Bildqualität: 407 von 435 Punkten
Ausstattung: 70 von 100 Punkten
Bedienung: 45 von 55 Punkten
Verarbeitung: 49 von 60 Punkten
Gesamt: 571 von 650 Punkten, sehr gut

Überhaupt ist der empfundene Kontrast immer und überall jedem DLP-Gerät um Längen überlegen, hebt sich aber nicht übermäßig vom viel preiswerteren XW5000 ab. Auch was die Schärfe betrifft, kann der 7000er ihn nicht überflügeln. Die Optik besitzt größere Zoom- und Shiftbereiche, die Randschärfe ist jedoch nicht besser. Unsere Einschätzung könnte jedoch dadurch getrübt sein, dass das brandneue Mustergerät etwas lädiert ankam. Zudem gab es einen Fehler in der Videoverarbeitung einiger HDMI-Formate, die in Farbschatten, also Unschärfe mündete. Das war beim XW5000 nicht der Fall, und Sony sollte das alsbald ausgebügelt haben, damit das Gerät in voller Pracht erstrahlen kann.

Testsiegel connect sehr gut
Testsiegel
© WEKA Media Publishing GmbH

Was die Farben und Bildverarbeitung betrifft, lässt Sony in SDR nichts anbrennen. Alle Messungen liefern hier Referenzwerte, was die Natürlichkeit von Farben angeht, sowie starke Kontraste. Hinzu kommt eine gute Bewegungsglättung plus die fein justierbare Nachschärfung „Reality Creation“. Das Gerät profitiert wieder vom einzigartigen Prozessor „X1 Ultimate for projector“. Allerdings ist der Zugewinn bei HDR-Filmen auch hier wieder nicht perfekt – ein leidiges Thema im gesamten Beamermarkt. Der Sony erzielt im Labor statt der versprochenen Abdeckung des DCI-P3- Farbraums von 95% nur 90%, verkleinert durch ein suboptimales Tiefrot.

Das Tonemapping (Clipping) von HDR lässt sich leicht durch den Kontrastregler und Gamma manuell anpassen, jedoch ist der Mitbewerber JVC deutlich besser darin, das Bild automatisch an Metadaten und tatsächliche Szenenhelligkeiten zu adaptieren. Das soll allerdings nicht heißen, dass das HDR-Bild nicht zu den besten gehört, die wir jemals bei Projektoren gesehen haben. Es besticht durch eine tolle Brillanz bei größtmöglichem Kontrastumfang (Bilddynamik), die für HDR substanziell nötig ist. Außerdem kann der XW7000 auch 3D.

Fazit

Wer ein besonders großes und beeindruckendes Heimkino umsetzen will, wird die gewaltige Lichtstärke dieses Laserbeamers zu schätzen wissen. Er füllt durch seine Motoroptik auch Leinwände im Cinemascopeformat, wo 16:9 schon durch die Raumhöhe begrenzt ist. Für die Lösung solcher Luxusprobleme verlangt Sony auch einen Luxuspreis. Doch selbst für etwas mehr Geld findet man nichts mit ähnlicher Brillanz und Schärfe.

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