SVS Subwoofer im Vergleich

SVS SB-1000 Pro und PB-1000 Pro im Test

10.6.2022 von Stefan Schickedanz

Wie immer gibt es die neuen 1000-Pro-Woofer in zwei Ausführungen: Bassreflex und geschlossen. Während letztere für höchste Musikpräzision steht, soll erstere das Heimkino zum Beben bringen. Es gibt aber einen Kompromiss: Stopfen reindrücken! Hier unser Vergleich.

ca. 4:55 Min
Testbericht
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Während es den PB-1000 Pro (links) nur in Folienfurnier gibt, ist der SB-1000 Pro (rechts) auch in hochglänzendem Schwarz und Weiß erhältlich.
Während es den PB-1000 Pro (links) nur in Folienfurnier gibt, ist der SB-1000 Pro (rechts) auch in hochglänzendem Schwarz und Weiß erhältlich.
© SVS / Montage: video

SB-1000 Pro und den PB-1000 Pro auch endlich bequem vom Sessel aus via Bluetooth-Verbindung über Tablet oder Smartphone bedienen. Die für iOS und Android kostenlos angebotene SVS Subwoofer App offeriert ein ganzes Bündel von Möglichkeiten zur Anpassung und Steuerung der beiden Bassmodule bei intuitiver Bedienung.

Viel Veränderung

Weitere Verbesserungen galten den Front-Firing-Treibern, die für höhere Performance in Pegel und Präzision optimiert wurden. Den größten Sprung machte dabei der von zwei frontseitigen Bassreflex-Rohren belüftete PB-1000 Pro.

Der besaß vorher nämlich nur einen 10-Zoll-Tieftöner und bekam jetzt wie der SB- 1000 Pro ebenfalls einen 12-Zöller verpasst. SVS zieht das Konzept mit geschlossenen und offenen Subwoofern wie gehabt auch in der kleinsten Klasse durch.

Damit gehen die Amerikaner ganz gezielt auf die Bedürfnisse von Musik-Fans mit den für Präzision bekannten geschlossenen Gehäusen und für Film-Freaks mit besonderem Donnergrollen dank Bassreflex-Abstimmung ein. Man kann das nicht nur hören, sondern auch in den Messwerten sehen.

SVS SB-1000 Pro

Pro

  • sehr präziser und tiefer Bass aus kompaktem Gehäuse

Contra

  • kann nicht ganz so viel Pegel und Tiefgang wie der PB-1000 Pro

Fazit

video-Urteil: "sehr gut"; video-"Highlight"

Allerdings führen die beiden unterschiedlichen Konzepte noch zu einem Unterschied, der besonders ins Auge sticht: Das ultrakompakte, würfelförmige Gehäuse des SB- 1000 Pro schmiegt sich total eng an seinen 30 Zentimeter durchmessenden Langhub-Tieftöner mit Faser-Verbundmembran an. Die Schallwand steht an den engsten Stellen gerade mal gut einen Finger breit über.

Der PB-1000 Pro ist nicht nur um über 20 cm tiefer, sondern überragt den Power-Mini auch in der Höhe um mehr als 10 Zentimeter. Beides kommt der Bassrelflex-Konstruktion zugute. SVS bohrte nicht einfach zwei Löcher in die Front, um sie mit kurzen Ports auszukleiden.

Die Perfektionisten verlegten zwei stattliche, an überdimensionale Schnorchel erinnernde Pipelines am Boden des MDF-Gehäuses entlang bis zur Rückwand. Dort machen sie einen 90-Grad-Bogen und münden knapp unter der mit Dämmstoff ausgekleideten oberen Gehäusewand. Damit erzielt SVS ein ideales Verhältnis aus Tiefgang und geringer Kompression bei hohen Pegeln.

SVS PB-1000 Pro

Pro

  • extrem tiefer, kontrollierter Bass mit hohem Pegel für kleines Geld

Contra

  • wenig wohnzimmerfreundlich

Fazit

video-Urteil: "sehr gut"; video-"Kauftipp"

Verbesserte Treiber

Die Treiber der ungleichen Zwillinge vertrauen auf identische Zutaten – von den, leichten, aber steifen Membranen aus Verbundfaser-Werkstoff, den 1,5 Zoll-Schwingspulen und sechslagiger hochreiner Kupferdrahtwicklung auf Hochtemperatur-Aluminium Spulenträgern bis zu den starken Doppelmagneten an pulverbeschichteten Stahlblechkörben.

Und auch die Elektronik mit 56-Bit-genauer digitaler Frequenzweiche und Class-D-Verstärker mit hochbelastbaren MOSFETS von beiden ist identisch.

Auch wenn sich technisch eine Menge getan hat, hält SVS nicht nur die Preise weiterhin auf erschwinglichem Niveau. Einsteigern tragen die beiden Subwoofer auch anders Rechnung: Neben Cinch-Eingängen (und Ausgängen) halten die Amerikaner an den High-Power-Klemmen zum Anschluss von Lautsprecherkabeln fest, um damit die Verwendung in Verbindung mit HiFi-Amps ohne Subwoofer-Ausgänge zu ermöglichen.

Frequenzgang (links): Auch der Bassreflex-Subwoofer ist sehr breitbandig ausgelegt und gutmütig in der Anpassung. Er spielt etwas tiefer als der SB-1000 Pro – bis unter 20 Hz. Klirrverhalten (rechts): Dank der Bassreflex-Konstruktion und größerem Geh
Frequenzgang (links): Auch der Bassreflex-Subwoofer ist sehr breitbandig ausgelegt und gutmütig in der Anpassung. Er spielt etwas tiefer als der SB-1000 Pro – bis unter 20 Hz. Klirrverhalten (rechts): Dank der Bassreflex-Konstruktion und größerem Gehäusevolumen schafft er 110 statt 107 Maximalpegel und komprimiert weniger als der Bruder.
© video

Im Hörtest gab es eine Überraschung, was bei SVS selten vorkommt. Und damit meinen wir nicht das stetige Staunen, was die Subwoofer-Spezialisten, die auch Boxen bauen (nicht umgekehrt, wie sie gerne betonen) eine wirklich beeindruckende Qualität im Verhältnis zur jeweiligen Klasse bieten. Das ist immer schon eingepreist, etwa so wie Insider-Informationen im Aktienkurs, bevor bestimmte Unternehmesnews an die Öffentlichkeit gelangen.

Nein, wir reden von einer echten Überraschung: Zwar bot der SB-1000 Pro jene Präzision und jenes Timing, das perfekt zu dynamischer Musikwiedergabe passt. Und er eignete sich für sich genommen auch prima für Heimkino, sofern keine Pegelorgien mit Filmen wie „The Expendables III“ auf dem Programm stehen.

Doch wenn man dem PB-1000 Pro die beiden Stopfen für die Bassreflexöffnungen einsetzte, dann bot er noch kräftigeren und tieferen Punch bei vergleichbarer Präzision. Wer die Schaumstoff-Pfropfen bei Actionfilmen wieder herausnimmt, der bekommt dann noch als Sahnehäubchen ein Inferno, das durch Mark und Bein geht.

Frequenzgang (links): Noch breitbandigere Auslegung als beim Vorgänger macht die Anpassung an die Lautsprecher leichter. Schafft trotz großem Tiefgang 107 dB. Klirrverhalten (rechts): Ab Pegeln von über 90 dB steigt der Klirr an und der Limiter schüt
Frequenzgang (links): Noch breitbandigere Auslegung als beim Vorgänger macht die Anpassung an die Lautsprecher leichter. Schafft trotz großem Tiefgang 107 dB. Klirrverhalten (rechts): Ab Pegeln von über 90 dB steigt der Klirr an und der Limiter schützt den geschlossenen, kompakten Subwoofer vor Überlastung.
© video

Eine Serie, zwei Varianten?

SVS leistet sich den Luxus mit zweierlei Gehäusen auch bei der kleinsten Baureihe.

Wie üblich gibt es von der 1000-Pro-Serie wieder einen geschlossenen und einen Bassreflex-Subwoofer. Damit möchte SVS typischen Musik- oder Heimkino-Anwendungen Rechnung tragen. Schließlich haben geschlossene Bassmodule gewöhnlich eine höhere Impulspräzision, was beim Musikhören, wo es auf perfektes Timing ankommt, mehr als bei Explosionen und anderen tieffrequenten Spezialeffekten im Heimkino auffällt. Zudem ermöglicht das Konzept des geschlossenen SB-1000 Pro einen kompakten Würfel mit einer Kantenlänge von nur 34,2 Zentimetern.

SVS leistet sich den Luxus mit zweierlei Gehäusen auch bei der kleinsten Baureihe.
SVS leistet sich den Luxus mit zweierlei Gehäusen auch bei der kleinsten Baureihe.
© SVS / Montage: video

Der PB-1000 Pro nimmt viel mehr Raum ein und sieht mit seinen beiden frontseitigen Bassreflexports auch um einiges martialischer aus. Bei der Modellpflege bekam er wie der SB-1000 Pro auch den neuen 12-Zöller, der auf langen Hub ausgelegt ist. Damit lässt er es im Kino kräftig krachen. Allerdings zeigte sich: Wenn man die mitgelieferten Schaumstoff-Stopfen einsetzt, steht er dem SB-1000 Pro in Kick und Präzision kaum nach und legt von der Intensität im Punch noch mal eine ganze Schippe drauf.

Neue Elektronik

Mit der 1000-Pro-Serie stellt SVS die letzten Subwoofer auf App- Steuerung via Bluetooth um. Und die Leistung steigt etwas.

Der SB-1000 Pro und der PB-1000 Pro verfügen über die neuen STA-325D-Sledge- Amps mit 325 Watt Dauerleistung respektive über 820 Watt Impulsleistung. Das macht bei der Sinus-Leistung einen Unterschied von 25 Watt. Weit mehr als diese kleine Leistungsspitze wiegt das modernere Bedienkonzept, denn die neuen Elektronik-Module haben eine Bluetooth-Schnittstelle. Mit der können die beiden Subwoofer Verbindung zu einem Smartphone oder Tablet aufbauen.

Hier das Tastenfeld auf der Rückseite mit dem visuellen LED-Feedback.
Hier das Tastenfeld auf der Rückseite mit dem visuellen LED-Feedback.
© SVS / Montage: video

Damit kann der Benutzer bequem und schnell vom Sofa aus das Setup ausführen und während des Betriebs auch schnell mal den Pegel anpassen oder unterschiedliche Presets für Heimkino oder Musik abrufen. Nun sind zudem gezielte Korrekturen über Equalizer und Hochpassfilter zur Begrenzung der unteren Grenzfrequenz möglich. Das Tastenfeld auf der Rückseite mit dem visuellen LED-Feedback wird man in der Regel also gar nicht benötigen.

SVS App

Mit dem Pro-Upgrade kommen jetzt die 1000er in den Genuss einer App.

Die anderen Baureihen des Hauses SVS hatten es schon längst. Mit der 1000-Pro-Serie kommen auch die kleinsten Subwoofer im Programm in den Genuss der sehr gut umgesetzten SVS App für iOS und Android. Die ermöglicht die Verbindung zwischen Smartphone oder Tablet mit dem Subwoofer bequem über Bluetooth.

Damit entfällt nicht nur das lästige Aufstehen und Bücken vor der Rückseite, wenn man etwas einstellen wollte. Man bekommt vom Hörplatz aus auch Zugriff auf viel mehr, viel präzisere Möglichkeiten.

Statt hinter den Subwoofern am Regler zu drehen, kann man den Pegel bequem vom Sitzplatz anpassen (links). Das Hochpassfilter mit variabler Übergangsfrequenz dient der Raumanpassung (rechts).
Statt hinter den Subwoofern am Regler zu drehen, kann man den Pegel bequem vom Sitzplatz anpassen (links). Das Hochpassfilter mit variabler Übergangsfrequenz dient der Raumanpassung (rechts).
© video

Dazu zählen ein parametrischer Equalizer zur gezielten Anpassung an Raummoden. Man kann aber auch ein Hochpass-Filter aktivieren und so den Tiefgang der beiden Subwoofer beschneiden, um den Raum nicht mit zu viel tieffrequenter Energie zu überfordern. Und man kann drei Benutzer- Einstellungen für verschiedene Szenarien speichern.

Klar, dass sich damit auch vom Hörplatz präzise die Übergangsfrequenz des Tiefpass-Filter oder der Wiedergabepegel nach Gehör einstellen lassen. Dergleichen hätte man früher idealerweise zu zweit erledigen oder hin- und herrennen müssen. Dazu kommt eine gute Benutzerführung der App.

Fazit

Der PB-1000 Pro ist für alle Belange der bessere Kauf, auch wenn er selbst mit Folienfurnier 100 Euro mehr kostet als der SB-1000 Pro mit edlem Glanzlack. Aber das Geld ist aus rein klanglicher Sicht bestens angelegt – sofern man bereit ist, hin und wieder zu knien und Hand anzulegen.

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