WLAN-Router

TP-Link Archer VR900v v2 im Praxistest

23.5.2017 von Hannes Rügheimer

TP-Link hat seinen wichtigen Voice- und WLAN-Router Archer VR900v komplett überarbeitet. Version 2 tritt mit neuem Look, stärkerer Hardware und einer Reihe neuer Funktionen zum Test an.

ca. 2:30 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
TP-Link VR900v
TP-Link VR900v
© TP-Link

Pro

  • leistungsstarke Hardware
  • schnelles Dualband- WLAN (11n + 11ac)
  • geeignet für Vectoring und All-IP
  • 4x Gigabit-Ethernet
  • 2 x USB 3.0 mit Print- und Medienserver
  • DECT
  • großer interner Flash- Speicher
  • starke Firewall- und Routing-Funktionen

Contra

  • bislang nur eine Sprachbox
  • keine Fax-Unterstützung oder AB-Weiterleitung per E-Mail
  • Blacklist (Kinderschutz) nur über manuelle Eingabe

Fazit

connect Praxistest: Ausstattung: 5 Sterne, Handhabung: 4 Sterne


Hervorragend

Auf dem Router-Weltmarkt ist der chinesische Hersteller TP-Link längst Nummer eins, hierzulande liegt er jedoch hinter den von der Telekom und anderen Netzbetreibern gebrandeten Routern und dem auch im Nachrüstgeschäft starken Anbieter AVM. Doch TP-Link gibt mächtig Gas und hat sein Sortiment in letzter Zeit deutlich ausgebaut. Nun stellt der Hersteller eine stark überarbeitete Version seines DSL- und Voice-Routers Archer VR900v vor.​

Gelungene Weiterentwicklung 

Das neue Modell, das sich vom Vorgänger durch den Namenszusatz v2 unterscheidet, hat sich schon äußerlich deutlich verändert: Statt der weißen und aufrecht stehenden Version 1 schließt sich Version 2 dem Look seiner Geschwistermodelle an und tritt in einem schwarzen, flachen Gehäuse auf. Dank Ösen auf der Unterseite und klappbarer Antennen ist auf Wunsch aber auch eine Wandmontage möglich.​

Wichtiger als der Look ist freilich das komplett überarbeitete und modernisierte Innenleben des Archer VR900v v2. Zu seinen Vorzügen zählen ein neuer, leistungsstarker Prozessor und mehr interner Speicher. Der Nutzer profitiert davon in mehrerer Hinsicht: So bietet der Newcomer besseren Datendurchsatz in Lastsituationen​ - etwa bei Streaming und gleichzeitigem Download oder Gaming. Auch die Datenraten im WLAN haben sich verbessert, was der höheren Performance sowie Software-Fortschritten etwa beim Beamforming zu verdanken ist. Außerdem stehen jetzt 512 MB Flash-Speicher bereit, sodass etwa der Anrufbeantworter nun keinen externen USB-Stick mehr braucht. Wird der Speicher allein für den Rufsammler genutzt, fasst er stolze 540 Minuten. Und hatte der Vorgänger noch je einen USB-3- und USB-2-Port, arbeiten nun​ beide Buchsen nach dem schnelleren USB-3-Standard. Clever ist die Möglichkeit, den Router über eine „TP-Link Tether“-App eine Mobilfunkverbindung nutzen zu lassen.​

TP-Link VR900v Anschlüsse
Mit zwei Phone-Buchsen, einer DSL-Buchse sowie vier Gigabit-Ethernet-Ports auf der Rückseite, zwei USB-3- Buchsen sowie Tastern für Power, DECT und WLAN auf der linken Geräteseite und zwei zu den rückseitigen Telefonbuchsen parallel geschalteten TAE-Buchsen auf der rechten Seite bietet der TP-Link Archer VR900v v2 jede Menge Anschlüsse. Hinzu kommen drei drehbare WLAN-Antennen.
© TP-Link

Geblieben sind die Ausstattungsmerkmale, mit denen schon der Vorgänger glänzte: etwa das DSL-Modem für ADSL, ADSL2, VDSL2 und VDSL2+ inklusive Vectoring, WLAN mit bis zu 600 Mbit/s im Modus 11n auf 2,4 GHz und gleichzeitig bis zu 1300 Mbit/s im Modus 11ac auf 5 GHz sowie vier Gigabit-LAN-Buchsen. Im WLAN lässt sich ein Gastnetz mit einschränkbaren Zugriffsrechten einrichten. Auch ein Kinderschutz mit Zeitkontingenten und Black- oder Whitelist ist vorhanden. Zum Telefonieren stehen zwei analoge Telefonbuchsen und eine integrierte DECT-Basis bereit. An Letzterer kann man bis zu sechs Mobilteile nach CAT-iq- oder dem einfacheren DECT-Standard anschließen, was den Archer VR900v v2 für die Zusammenarbeit mit IP-Schnurlostelefonen etwa von Gigaset oder der Telekom prädestiniert. Außerdem lassen sich über die App „tp-Phone“ Android- und iOS-Smartphones als zusätzliche Nebenstellen anmelden. Nach wie vor vermisst haben wir eine ISDN-Buchse.

Verbesserte Bedienoberfläche 

Zum Einrichten und Bedienen dieser Funktionsvielfalt hat TP-Link auch die Benutzeroberfläche modernisiert. Gut gefallen haben uns zudem die beiliegenden, gedruckten Kurzanleitungen zur Schnellkonfiguration und zur Bedienung der Telefoniefunktionen. Eine weitere wichtige Neuerung ist die „TP-Link-Cloud“, die heute bereits Software-Updates verteilt und mit einer künftigen Firmware auch Fernzugriffe unterstützen soll. Für die Zukunft ebenfalls geplant sind mehrere, getrennte Anrufbeantworterboxen, Faxweiterleitung per E-Mail sowie der Import und Export von Telefonbüchern.​

IT-Profis, die an TP-Link-Routern die Feinjustage von Firewall- und Freigabefunktionen, VPN und IP-Routing schätzen, finden all dies nach wie vor im „Erweitert“- Bereich der Bedienoberfläche.​

Abstand zum Marktführer schrumpft 

Insgesamt ist deutlich zu merken, dass TP-Link viel Arbeit sowohl in die Hardware als auch in die Bedienoberfläche, Apps und Clouddienst investiert. Manches ist beim Erzrivalen AVM immer noch etwas einfacher oder liebevoller gelöst, dafür bietet TP-Link mehr Optionen bei den reinen Router-Funktionen. Und der Abstand schrumpft mit jedem Update.​

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