Smartphone

ZTE Blade V9 im Test

Mit guten acht Stunden Ausdauer und einer überdurchschnittlichen Kamera erfüllt das ZTE Blade V9 dringliche Kundenwünsche – und bleibt dabei erstaunlich günstig. Lesen Sie dazu unseren Test.

ZTE Blade V9

© ZTE

Ein großes Display im knappen Gehäuse ziert die Front des ZTE Blade V9, die ausgereifte Kamera sitzt im glänzenden Backcover.

EUR 169,00

Pro

  • für die Preisklasse sehr gute Kamera
  • erweiterbarer Speicher
  • sehr gute Ausdauer
  • Display im Sonnenlicht überdurchschnittlich gut
  • Dual-SIM möglich
  • Fingerprintsensor
  • 3,5-Millimeter-Kopfhörer-Buchse
  • sehr geringer Preis
  • messtechnisch gut bis sehr gut

Contra

  • WLAN nicht für 5 GHz (a-Standards) geeignet
  • Micro-USB statt USB-C

Fazit

connect-Testurteil: gut (415 von 500 Punkten)
83,0%

Wenn ein Smartphone für 269 Euro zu testen ist, gehen connect-Redakteure wie immer routiniert und gewissenhaft zu Werke – erwarten aber nicht unbedingt Innovationen. Doch manchmal vermag auch ein preiswertes Produkt die mit neuesten Entwicklungen vertrauten Mitarbeiter zu überraschen. 

So wie das mit Android 8 laufende ZTE Blade V9, das einige Eigenschaften mitbringt, die in dieser Liga den Rahmen sprengen. Wobei das nicht in dem Sinne gemeint ist, dass der mit etwa 70.000 Mitarbeitern zu den weltgrößten TK-Konzernen zählende chinesische Hersteller ZTE einfach viel Smartphone fürs Geld bietet. Er liefert vielmehr da, wo es drauf ankommt, Außergewöhnliches. 

Etwa bei der Ausdauer, die in Umfragen als eines der wichtigsten Kriterien für die Gerätewahl genannt wird. Das Blade V9 schafft im anstrengenden connect-Test aus Video-Playback, Websurfen und vielem mehr gut acht Stunden Betriebszeit, bevor der Akku neue Energie braucht. Das ist sehr gut und stößt in einen Bereich vor, in dem auch viele Modelle für mehr als den doppelten Preis zu finden sind. 

Zugegeben, es gibt auch ähnlich preiswerte Smartphones, die bei der Ausdauer mithalten können. Doch denen hat das Blade V9 auf anderem Gebiet einiges voraus. Etwa bei der wichtigsten Schnittstelle zwischen Smartphone und Besitzer, dem Display. Die 5,7 Zoll große Anzeige mit 1080 x 2160 Pixeln erreicht eine mit 440 cd/m2 hohe Helligkeit. Auch der maximale Kontrast von 1:1840 ist stark, zumal er nur wenig vom Betrachtungswinkel abhängt. Am wichtigsten ist aber, dass das ZTE Blade V9 auch im hellen Sonnenlicht besser ablesbar bleibt als viele andere Smartphones. Und das gilt unabhängig von der Preisklasse.

Testsiegel connect gut

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel connect gut

Das Highlight: die Kamera 

Ähnlich herausragend wie das Display präsentiert sich die 16-Megapixel-Kamera. Sie bietet sowohl bei heller als auch bei geringer Beleuchtung sehr hohe Auflösung. Und zwar unabhängig davon, ob sie mit kontraststarken regelmäßigen oder kontrastschwachen unregelmäßigen Strukturen konfrontiert ist. Um auch letzte Details aus den Motiven herauszuarbeiten, schärft sie Kanten etwas deutlicher als üblich nach. Das wird sichtbar, wenn man tiefer in Bilder hineinzoomt. Doch das ist Meckern auf höchstem Niveau, zumal die Kamera auch in Sachen Bildrauschen, Farbtreue und Helligkeitsabweichung weit über ihren Klassenkameraden spielt.

Bei den Messwerten hält sich das ZTE Blade V9 an ein gängiges Erfolgsrezept: Für ein überzeugendes Smartphone müssen alle auf hohem Niveau liegen. So zeigt das V9 in allen Bändern gute Funkeigenschaften, bei GSM sind sie sogar sehr gut. Die wichtige Sprachverständlichkeit bei der Telefonie kann sich mit vielen Spitzengeräten messen. Einzig die Maximallaustärke in Sende- und Empfangsrichtung sowie der Frequenzgang in Empfangsrichtung, der – wie so oft – einen spürbaren Bassabfall zeigt, bieten noch Ansatz zur Optimierung.

Abstriche bei der Ausstattung 

Bei der Ausstattung fehlt für das gehobene Einsatzsegment, für das sich das ZTE Blade V9 prädestiniert, neben WLAN bei 5 GHz vielleicht noch der üppige Flash-Speicher – doch das sind Attribute, die man normalerweise über einen höheren Preis zu bezahlen hat. Flash-Speicher lässt sich per Micro-SD-Slot nachrüsten; wer darauf verzichtet, kann alternativ eine zweite SIM-Karte in den Schacht stecken. 

Anspruchsvolle Kunden hätten sich zudem einen USB-C-Anschluss statt dem älteren Micro-USB-Format gewünscht. Doch auch das ist verschmerzbar, zumal das Blade V9 mit einem qualitativ hochwertigen 3,5-mm-Klinkenausgang für den Kopfhörer verwöhnt. Darauf müssen sogar Besitzer diverser Luxus-Smartphones verzichten. Trägt der Kopfhöreranschluss nun ungewöhnlich auf, wie oft als Argument für sein Weglassen vorgebracht wird? Nicht im Falle des Blade V9, das für seine Displaygröße und immense Ausdauer schlank und leicht ist. 

Die Verarbeitung mit einem beim Testgerät mattschwarzen, stabilen Metallrahmen und der hochglänzenden, blau-schwarz changierenden Rückseite unterstreicht den technisch hohen Anspruch auch optisch. Die Konstruktion ist zudem stabil.

Fazit: Schnäppchenalarm! 

Ein Smartphone mit 415 Punkten im connect-Test ist normalerweise wenigstens 50 Prozent teurer. ZTE macht mit dem Blade V9 ein Angebot, das sich Sparfüchse auf jeden Fall anschauen sollten.

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