EnBW, Maingau, Shell & Co.

7 E-Mobilitäts-Apps im Vergleichstest: EWE, E.ON, Innogy/DKV & Shell

30.3.2021 von Hannes Rügheimer

ca. 4:55 Min
Vergleich
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  1. 7 E-Mobilitäts-Apps im Vergleichstest
  2. 7 E-Mobilitäts-Apps im Vergleichstest: EWE, E.ON, Innogy/DKV & Shell
  3. 7 E-Mobilitäts-Apps im Vergleichstest: Maingau, Plugsurfing & EnBW
  4. 7 E-Mobilitäts-Apps im Vergleichstest: So testen wir, Ergebnisse & Fazit

EWE Punktladung

Die EWE-App bietet Basisnutzen auch ohne Ladekarte des Energieversorgers. In puncto Sicherheit liegt sie im guten Mittelfeld.

Die EWE-App „Punktladung“ versteht sich in erster Linie als Begleitwerkzeug zu einer „Mobility Card“ der Energieversorgung Weser-Ems. Allerdings lässt sich zumindest die Ladestationssuche auch ohne Anmeldung nutzen. Preise werden jedoch erst nach Registrierung der Ladekarte angezeigt. Die kostet zumindest nur einmalig 9,90 Euro und keine laufende Monatsgebühr.

Zur Suche von Ladepunkten stehen alle relevanten Filterfunktionen zur Verfügung, nur Gratis-Ladeangebote kennt die App nicht. Eine private Wallbox lässt sich über sie hingegen mit verwalten.

EWE Punktladung App-Screenshot
Eingeschränkt: Alle wichtigen Filterfunktionen sind vorhanden, doch zu Gratis-Ladesäulen mag die EWE-App ihre Nutzer nicht führen.
© Screenshots / Montage: connect

Autark navigieren kann die App nicht, dafür übergibt sie bei Bedarf den Standort einer ausgewählten Ladestation an Google Maps oder Apple Maps. Im Vergleich zu den meisten anderen E-Mobilität-Apps zeigt sie allerdings nur wenige Ladesäulen an – eben die, die mit dem EWE-Tarif und bei Partnern des Anbieters nutzbar sind.

Im Praxistest sind wir zudem über eine Hürde gestolpert, von der auch andere Nutzer im Google Play Store berichten: Statt weitere Details zum Ladepunkt abzurufen, starteten wir versehentlich einen Ladevorgang – ohne dass ein E-Auto an der Säule angesteckt gewesen wäre. Dieses „virtuelle“ Laden ließ sich trotz mehrerer Versuche nicht mehr stoppen. Es scheint keine Kosten zu verursachen – doch automatisch beendet wurde es erst nach 24 Stunden, und in dieser Zeit lässt sich kein weiterer Ladevorgang starten.

Etwas unübersichtlich sind die AGB und Datenschutzrichtlinien, die allesamt in einem einzigen langen Juristentext stecken. Im Sicherheitstest von umlaut schnitt die EWE-App alles in allem ordentlich ab, auch wenn es in manchen Details noch Raum für Verbesserungen gibt. Insgesamt liegen die Ergebnisse in allen von den Sicherheitsexperten geprüften Kategorien im guten Mittelfeld unseres Vergleichs.

connect-Urteil: befriedigend (695 von 1000 Punkten)

E.ON Drive

Sinnvoll nutzbar ist die App nur in Verbindung mit dem gleichnamigen Ladetarif von E.ON. Die Sicherheitsprüfung zeigt ein gutes Ergebnis.

Die „Drive“-App des Energieversorgers E.ON ist fest mit dem Ladetarif „E.ON Drive“ verknüpft und setzt daher den Abschluss eines Vertrags mit einer Grundgebühr von 4,95 Euro/Monat voraus. Die laufenden Ladekosten, die je nach Ladepunkt nach kWh oder per Einmalgebühr („Session Fee“) berechnet werden, kommen noch dazu. Wem dieses Angebot nicht mehr zusagt, der kann monatlich kündigen.

Eine Nutzung der App ohne Anmeldung bei E.ON ist jedoch wenig sinnvoll, zumal dann auch keine Preise zu den Ladepunkten angezeigt werden. Die App führt den Nutzer zu mit diesem Tarif nutzbaren Ladepunkten und dient auch zum Freischalten der Säulen. Eine Navigationsfunktion ist nicht enthalten, der Standort eines ausgewählten Ladepunkts lässt sich aber an Google Maps beziehungsweise Apple Maps übergeben.

E.ON Drive App-Screenshot
Praxisgerecht: In den Filterfunktionen von E.ON Drive lassen sich alle wichtigen Kriterien einstellen. Nur eine Suche nach Gratis-Ladepunkten gibt es nicht.
© Screenshots / Montage: connect

Die Suche nach Ladepunkten umfasst alle notwendigen Filterfunktionen, eine Suche nach kostenlosen Ladepunkten wird jedoch nicht angeboten. Dafür kann die App aber auch eine von E.ON bezogene heimische Wallbox mit verwalten. In unseren Tests gab es im Praxiseinsatz keine Auffälligkeiten.

Nutzer im Google Play Store berichten zwar über Abweichungen der Verbrauchsanzeige in der App von der späteren Abrechnung – auf der Rechnung stand in solchen Fällen dann aber der vereinbarte, günstigere Preis.

In der Sicherheitsbewertung von umlaut schneidet E.ON Drive als zweitbeste App hinter der von Plugsurfing ab. Trotz kleinerer Schwächen sehr gut ist der Schutz der persönlichen Daten des Nutzers. Die Verbindungssicherheit liegt trotz leichten Verbesserungspotenzials auf dem Niveau der Mitbewerber. Auch der Schutz gegen Identitätsdiebstahl und Rechteausweitung ließe sich noch in Details verbessern, ebenso wie die Absicherung des App-Quellcodes.

connect-Urteil: befriedigend (708 von 1000 Punkten)

Car-Connect: Porsche Taycan

Modernste E-Mobilität

Porsche Taycan im Car-Connectivity-Test

75,8%

Der erste vollelektrische Porsche hört auf den Namen Taycan. Im connect-Test musste der Stromer zeigen, was er in puncto Vernetzung zu bieten hat.

Innogy/DKV eCharge+

Die Innogy-App informiert auch Kunden des Flottenmanagers DKV sowie andere E-Auto-Fahrer. Bei der Sicherheit ist sie guter Durchschnitt.

Der Energieversorger Innogy und der Flottenmanagement-Dienstleister DKV haben mit „Charge4Europe“ ein Joint Venture gegründet, in das Innogy unter anderem seine Lade-App einbringt. Neben Innogy- und DKV- beziehungsweise Charge4Europe-Kunden steht die App aber auch jedem anderen E-Auto-Fahrer zur Verfügung.

Die Freischaltung von Ladepunkten und die Abrechnung von Strombetankungen setzen allerdings einen Autostrom-Vertrag bei Innogy voraus. Dieses Konstrukt führt auch dazu, dass vergleichsweise wenige Ladepunkte angezeigt werden. Im Gegenzug unterstützt die App jedoch auch die Verwaltung einer Innogy-„Heim-eBox“.

Innogy/DKV eCharge+ App-Screenshot
Reduziert: Allzu viele Ladepunkte kennt die Innogy-App nicht, die sonst übliche Listenansicht gefundener Säulen fehlt. Sonst sind die Funktionen aber komplett.
© Screenshots / Montage: connect

Vom etwas knappen Ladepunktangebot abgesehen, funktioniert das Filtern gut, auch kostenlose Ladepunkte lassen sich aufspüren. Ungewöhnlich ist allerdings, dass eine Listenanzeige von Ladepunkten in der Nähe fehlt. Die Funktion „Navi starten“ übergibt den Standort eines ausgewählten Ladepunkts allerdings „nur“ an Google Maps beziehungsweise Apple Maps.

Sofern ein Innogy-Ladetarif hinterlegt ist, der sich via Kreditkarte oder PayPal abrechnen lässt, zeigt die App exakt an, wie sich die Ladekosten zusammensetzen. Auch mehrere Fahrzeuge lassen sich verwalten. Für E-Auto-Fahrer eher amüsant ist die Möglichkeit, auch nach Schiffsladestationen zu suchen. Noch schräger, aber für E-Fans vielleicht interessant: Die App verrät auch die Stromzählerstände mancher öffentlichen Ladepunkte.

Bei der Innogy-App fanden die Sicherheitsexperten von umlaut zwar ebenfalls nichts Gravierendes, aber doch eine Reihe von Ansatzpunkten zur weiteren Härtung der App-Sicherheit. Bei praktisch allen Prüfpunkten liegen die Ergebnisse im Mittelfeld beziehungsweise auf dem Niveau der anderen getesteten Apps.

connect-Urteil: gut (753 von 1000 Punkten)

Shell Recharge

Die von NewMotion übernommene Expertise zeigt sich in praxisgerechten Details. Auch die Sicherheit kann insgesamt überzeugen.

Nach der Übernahme des Ladenkarten-Anbieters NewMotion sind dessen RFID-Karten und -Chips sowie seine App im Angebot und der neuen Marke Shell Recharge aufgegangen. Informationen über die in sehr hoher Zahl verfügbaren Ladepunkte bietet die App auch ohne Anmeldung.

Wer den von Shell angebotenen Ladetarif nutzen will, kann die dafür erforderliche RFID-Ladekarte oder -Schlüsselanhänger nach Anmeldung zum einmaligen Preis von 10 Euro bestellen. Als Bezahloption lässt sich jedoch nur ein Bankkonto (SEPA-Einzug) hinterlegen. Auch Kunden dieses Anbieters monieren die vor einiger Zeit erhöhten Preise – was aber für unsere App-Bewertung kein Testkriterium ist.

Shell Recharge App-Screenshot
Insgesamt überzeugend: Filterfunktionen und andere Details sind praxisgerecht – am sinnvollsten ist die App mit Shell-Ladekarte oder -RFID-Chip.
© Screenshots / Montage: connect

Die von NewMotion eingekaufte Expertise zeigt sich in nützlichen Details. So lässt sich bei der Preisabschätzung vor dem Laden auch einstellen, von welchem Batteriefüllstand („State of Charge“) bis zu welchem voraussichtlich geladen werden soll – zum Beispiel von 10 auf 80 %. Auf dieser Basis überschlägt die App dann sowohl Ladedauer als auch voraussichtlichen Preis.

Filterfunktionen, Echtzeitinfos und die Verwaltung mehrerer E-Autos sind alle komplett vorhanden. Zum Navigieren übergibt die App an Google Maps, Apple Maps oder die Navi-App von Here. Sehr gut ist auch die Berichtsfunktion zum Melden von Ladesäulenstörungen.

In der Praxis traten aber zwei Probleme auf: In Ladeparks mit mehreren Ladepunkten bleibt die App eine exakte Identifikation des gewählten Anschlusses schuldig. Und bisweilen ließ sich das Laden nicht sauber über die App beenden.

In den von umlaut durchgeführten Sicherheitstests landet die Shell-App auf einem der oberen Plätze. Für die Maßnahmen gegen Identitätsdiebstahl erzielt sie gemeinsam mit Plugsurfing die höchste Punktzahl, bei der Absicherung des Quellcodes bleibt noch etwas Luft nach oben.

connect-Urteil: gut (762 von 1000 Punkten)

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