Vergleichstest

Messwerte, Testverfahren und Fazit

© Head Acoustics

Im Zentrum des Geschehens: der sprech- und hörfähige Kunstkopf Head Acoustics HMS II.3.

So Testen wir In-Ear-Kopfhörer

connect konnte auf die Expertise des verlagseigenen Testlab zurückgreifen, das auch Messungen für die Fachmagazine Audio und stereoplay durchführt.

Die Messung der Telefonieakustik erfolgte nach unserem bewährten Smartphone-Testverfahren mit Hilfe eines Kunstkopfs von Head Acoustics. Der spielte auch bei der Ermittlung von Frequenzgang und Klirrgang eine wichtige Rolle: Das jeweils linke Earbud wurde in den künstlichen Gehörgang eingeführt, dabei sorgte eine Lippe aus Gummi für einen dichten Sitz – nur so kann der Frequenzgang im Basskorrekt ermittelt werden. 

Zur Messung musste der Prüfling einen Sinuston mit ansteigender Frequenz wiedergeben, der vom kalibrierten Messmikrofon im Inneren des Kopfs detektiert wurde. Dabei wurde die Lautstärke so eingestellt, dass der zwischen 100 und 4000 Hz gemittelte Pegel 100 dB betrug. Das ist ein relativ lauter, aber in Anbetracht der heutigen Hörgewohnheiten realistischer Wert. 

Der Frequenzgang  zeigt, ob alle Frequenzen gleich laut wiedergegeben werden. Dies ist Voraussetzung für einen ausgewogenen, differenzierten Klang. Der Klirrgraf (untere Kurve) zeigt, ob und wie stark der Kopfhörer verzerrt. Je höher diese Kurve verläuft, desto stärker die Verzerrung. Verzerrungen können zu einem kratzigen, rauen, unsauberen Klang beitragen.

Bei der Messung der Geräuschdämpfung haben wir untersucht, wie stark der Kopfhörer welche Frequenzen dämpft. Ear-Buds ohne aktive Dämpfung (ANC) reduzieren vor allem die mittleren und hohen Frequenzen, die ANC-Schaltung zaubert darüber hinaus tieffrequente Schallanteile mit Gegenschall weg. Jeder Kopfhörer sein eigenes Dämpfungsprofil. Daher geben wir die mittlere Dämpfung aus, das ist ein über alle Frequenzen gemittelter Wert, der aufzeigt, um wie viel Dezibel der Kopfhörer Außenschall neutralisieren kann. Die Transparenzfunktion macht das Gegenteil und mischt die gedämpften Schallanteile zu. Idealerweise hört man damit so, als wenn man keinen Kopfhörer tragen würde.

Für die Messung der Laufzeit mussten alle Probanden dieselbe Playlist aus einer Sammlung gängiger Popmusikstücke der letzten drei Jahrzehnte wiedergeben. Bei Modellen mit ANC und Transparenzmodus, waren diese – soweit möglich – abgeschaltet, da sie sich je nach Umgebungsbedingungen negativ auf die Akulaufzeitauswirken können.

Fazit

Die Unterschiede zwischen den neun Modellen sind größer als gedacht. Dabei kristallisiert sich ein wenig überraschendes Muster heraus: je teurer, desto besser die Qualität. Nicht ohne Grund gehören mit den Galaxy Buds (149 Euro) und den Freebuds 3 (180 Euro) die günstigsten Kopfhörer zu den Schlusslichtern in diesem Vergleich. 

Es gibt aber auch Ausnahmen: Das sind auf der einen Seite die Track Air+ von Libratone, die sich für 200 Euro klar als Preis-Leistungs-Sieger empfehlen; auf der anderen Seite die Beoplay E8 2.0, die das Preisranking anführen, ohne dafür einen adäquaten Mehrwert zu bieten. Apple dagegen überrascht mit einem herausragenden Produkt, das für seine Leistung preislich noch im Rahmen liegt – wobei man hier unbedingt die Spreu (Airpods) vom Weizen (Airpods Pro) trennen muss.

Klar ist aber auch: Wer bei der Klangqualität keine Kompromisse eingehen will, kommt nicht mit einem Preis von unter 250 Euro davon. Denn das klangliche Dreigestirn besteht aus Apple (Airpods Pro), Sennheiser und Sony. Während die Sennheiser, vom Klang abgesehen, eher weniger zu bieten haben, überzeugt bei den Airpods Pro und den WF-1000 XM3 auch das Drumherum: Erstere brillieren beim ANC, letztere bei der Akkulaufzeit und einer insgesamt sehr guten Ausstattung.

Eine weitere Erkenntnis unseres Tests: Fast alle Modelle kommen mit deutlichen Schwächen bei der Telefonieakustik. Wer seinen Gesprächspartner auch an belebten, lauten Plätzen mit einer klaren Stimme beglücken möchte, sollte die Stöpsel zum Telefonieren lieber aus dem Ohr nehmen und direkt zum Smartphone greifen. Das unterdrückt Störgeräusche nämlich deutlich besser.

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