Service-App-Test 2020

Service-Apps der Mobilfunk-Discounter: So haben wir getestet & Fazit

So haben wir getestet

Während die Funktionalität und die Handhabung der Service-Apps bei connect getestet wurden, überprüfte unser Partner umlaut deren Sicherheit.

umlaut hat alle Anwendungen in folgenden vier Sicherheitskategorien geprüft: Datenschutz, Verbindungssicherheit und Verschlüsselung, Identitätsdiebstahl sowie Sicherheit des Quellcodes. Die Angriffsszenarien orientierten sich an den Richtlinien zur sicheren Programmierung von Apps des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik und des Open Web Application Security Projects (OWASP).

Viele Tests wurden von umlaut selbst entwickelt, das Testing pro App nahm drei bis vier Tage in Anspruch. Alle Ergebnisse wurden zur Kontrolle von zwei Ingenieuren verifiziert. Aus Sicherheitsgründen haben wir jedoch auf die genaue Beschreibung der einzelnen Schwachstellen verzichtet, um etwaigen kriminellen Handlungen vorzubeugen.

© umlaut

connect und umlaut haben ein Testverfahren für Car-Connectivity-Lösungen entwickelt.

Wie gut die App-Hersteller den Datenschutz umgesetzt haben, war bei unserem Test der wichtigste Aspekt und wurde demnach auch mit den meisten Punkten gewichtet. Geprüft haben wir in dieser Kategorie, ob die Apps personenbezogene Daten wie Login- und Benutzerinformationen ausreichend geschützt im lokalen Speicher der App und im externen Smartphonespeicher ablegen.

Das schließt auch die Identifikationsdaten zwischen Server und App mit ein. Denn wenn die App diese Identifikationsdaten nicht löscht, könnte man den Nutzer anhand dieser Informationen eindeutig ermitteln und auslesen, wann und wie oft er sich eingeloggt hat.

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Verschlüsselung ist essenziell

Wie gut der Datenfluss zwischen App und Server abgesichert ist, war ebenfalls ein Testkriterium. Dabei wurde überprüft, ob die Anwendung mit aktuellen Verschlüsselungsmethoden arbeitet und ob sie den gesamten Datenverkehr ausschließlich gesichert überträgt.

Punktabzug gab es aber auch dann, wenn eine App unnötigerweise Informationen an den Server sendet. Zudem wurde im Test der korrekte Umgang der App mit SSL-Zertifikaten als digitalem Identitätsnachweis untersucht. In der Kategorie „Identitätsdiebstahl“ hat umlaut während des Testings versucht, die eigenen Rechte innerhalb der App auszuweiten.

Wenn es Angreifern in diesem Szenario gelänge, bestimmte Autorisierungsmechanismen der Apps zu umgehen, könnten sie auf Daten anderer Anwender zugreifen. Theoretisch wären dann alle Kunden betroffen, die die entsprechende App verwenden.

Kritisch ist es auch, wenn eine Anwendung keinen Schutz gegen Klonung besitzt. Angreifer könnten dann eine exakte Kopie der Applikation erstellen, alle persönlichen Daten entnehmen und sich als Nutzer ausweisen. Der Quellcode kann ebenfalls Einfallstor für Angriffe sein.

Darum wurde hier kontrolliert, ob die Komponenten von Drittanbietern sicher implementiert wurden und die App wichtige Dateien verschleiert ablegt. Alle getesteten Apps zeigten hierbei Verbesserungspotenzial. Das Sicherheitsniveau aller Apps hat sich gegenüber dem Vorjahr merklich verbessert.

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Fazit

Wer bei Mobilfunkdiscountern wenig Leistung vermutet, liegt völlig falsch: Schon längst setzen die Unternehmen nicht ausschließlich auf Tiefstpreise, auch sind Preisschlachten nicht mehr an der Tagesordnung. Die sogenannten No-Frills-Anbieter haben schnell dazugelernt und fristen schon lang kein Nischendasein mehr:

So orientieren sie sich bei ihren günstigen Tarifen an den wachsenden Kundenbedürfnissen – sie passen das inkludierte Datenbudget stetig an und sind auch für ambitionierte Nutzer eine Alternative. Dass nahezu alle mit LTE unterwegs sind, sorgt für Zukunftssicherheit – 3G ist schließlich ein Auslaufmodell.

Auch beim Kundendienst folgen die Discounter dem Trend der Zeit: So bieten alle Kandidaten für die Vertrags- und Tarifverwaltung eine eigene Service-App. Die ähneln sich: Bei allen steht die schnelle Information über den Datenverbrauch im Fokus.

Manche bieten aber deutlich mehr an Diensten. Bei der Sicherheit gibt es keinen Ausfall. Fast alle schneiden hier mit „gut“ ab – die Telefónica-Marke Blau und Lidl gar mit „sehr gut“. Damit holt sich Blau auch den Gesamtsieg.

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