Standlautsprecher Test 2016

B&W 683 S2

25.11.2016 von Malte Ruhnke

ca. 1:25 Min
Vergleich
VG Wort Pixel
  1. Vier Standboxen bis 2.000 Euro im Vergleich
  2. B&W 683 S2
  3. Dynaudio Emit M30
  4. Canton Chrono 519
  5. Epos K3
B&W 683 S2 schwarz und weiß
B&W 683 S2 ist in schwarz und weiß erhältlich.
© B&W

Fazit

stereoplay Testurteil: 74 Punkte; Preis/Leistung: überragend; stereoplay Highlight

Vom Nautilus-Röhrchen bis zum sickenlosen Mitteltöner: Kaum ein Hersteller rührt so intensiv die Werbetrommel, wenn es um den hohen Entwicklungsstand der eigenen Treiber geht. Und in der Tat sind die Entwicklungstiefe und das technische Know-how bei B&W absolut erstaunlich.

Ebenso erstaunlich ist, dass es die Engländer schaffen, gleich vier ihrer hochkomplexen Chassis in einer vollwertigen Drei-Wege-Standbox zu kombinieren und diese dann für leckere 1500 Euro anzubieten. Der Mitteltöner mit Kevlar- Gewebe ist außen mit einem Schaumstoffring statt Sicke gehalten und soll dank des sich ausblendenden äußeren Membranteils einen besonders sauberen, interferenz- und resonanzfreien Stimmbereich bis 4000 Hz wiedergeben.

Fast noch höher ist der Aufwand beim Hochtöner: Die Alu- Membran besteht aus einer ultraleichten Kalotte und einem außen verstärkenden Ring, was besonders die Eigenresonanz mit 40 kHz in den unhörbaren Bereich getrieben hat. Die Kalotte ist so hoch belastbar, dass man ihr eine phasentreue 6-dBWeiche mit nur einem Kondensator spendieren konnte.

B&W 683 S2 Hochtöner
Der Aufbau des Hochtöners ist komplex: Die hauchdünne Kalotte wird durch einen Alu-Ring verstärkt, an dem der Schwingspulenträger befestigt ist. Rückwärtig arbeitet sie auf einer innen bedämpften Nautilus-Röhre.
© B&W

Im Bass- und Grundtonbereich bis 400 Hz arbeiten zwei parallel geschaltete Alu-Konen, deren effektive Membranfläche sogar etwas kleiner ist als die des Mitteltöners. Zusammen mit dem frontseitigen Reflexrohr, dessen verrundete Form in "Flowport"-Manier genoppt ist, sollen die beiden erstaunlichen Tiefgang mobilisieren.

Stark, aber sanft

Was ihnen im Hörtest auch in beeindruckender Weise gelang: Das starke wie präzise Bassfundament stand bei Friedemanns "Saitensprung" wie eine Eins, und dasselbe lässt sich auch von der vorzüglichen Instrumentenabbildung im weit nach hinten gezogenen Raum sagen.

Bei Marla Glens "Cost Of Freedom" blieb die 683S2 auf der sanften Seite und milderte Impulse und Attacke ein wenig, punktete aber mit einer superb transparenten Hochton und einer sehr musikalischen, rhythmisch pointierten und entstressenden Vorstellung. Ein Hauch von Referenzklasse wehte bei Anton Bruckners 8. Sinfonie (Leitung: Simone Young) durch den Hörraum: weite Räume, warme Streicher und die gute Gewissheit, dass man mit dieser Box stundenlang entspannt hören kann.

Fazit

Sanfte und musikalische Box mit dem „Lean back“-Faktor und unglaublich seidiger Transparenz. Lässt zuweilen etwas Aggressivität vermissen, spielt aber groß und langzeittauglich.​

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