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Sounddeck

Sonos PlayBase im Test

Das PlayBase von Sonos ist zwar ein Sounddeck, es macht sich aber auch gut als Streaming-Stereo-Anlage gut, wie der Test zeigt.

Sonos PlayBase

© Sonos

Am Gerät lassen sich Lautstärke und Start/Stop beim Streaming steuern. Obwohl das flache PlayBase nicht so aussieht: Der Soundbar ist mit seinem ausgewogenen, bassstarken Klang (untere Grenzfrequenz 39 Hz) bestens für Musik geeignet. Er macht viel mehr Raum als andere All-in-One-Lösungen und unterm Flatscreen hat er die perfekte Position gegenüber dem Hörplatz bei geringstmöglichem Platzbedarf. 

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EUR 474,00

Pro

  • Stimmen wirkten klar artikuliert und wohltemperiert
  • satter und sauberer Bass
  • gutes Timing und zünftige Dynamik

Contra

  • Einmess-Automatik funktioniert nicht mit Android-App

Fazit

stereoplay-Testurteil: 66 Punkte; Klang: Spitzenklasse (46 Punkte); Preis/Leistung: sehr gut
Gut

Es gibt Mogelpackungen und es gibt Sachen, die brillant sind – nur eben anders, als man aufgrund der Kategorisierung denkt. So lieferte etwa „Shin Godzilla“ (zum Glück) nicht den erwarteten, trashigen Monsterhorror, sondern eine stellenweise brillante Abrechnung mit der japanischen Politik in Zeiten Fukushimas – ein Dialogfilm. In die Rubrik Action-Kino ordnet man gewöhnlich auch das Sounddeck PlayBase ein. Doch weit gefehlt: Es ist der Geheimtipp unter den All-in-One-Streaming-HiFi-Anlagen. Das liegt nicht nur am Klangergebnis, auf das wir wie immer – wenigstens darauf ist Verlass – am Ende des Berichts näher eingehen möchten. 

Wer sich den Soundbar von Sonos näher betrachtet, stellt fest, dass die Amerikaner in ihrem Minimalismus vieles weggelassen haben, das man zum Heimkino üblicherweise haben möchte. Sie sparten sich ebenso HDMI-Anschlüsse wie irgendwelche Audio-Eingänge, die über eine schnöde Toslink-Buchse für eine digitale Lichtleiterverbindung zum Flatscreen hinausgehen. 

Schwerer wiegt allerdings der Verzicht auf einen Decoder, der über Dolby Digital hinaus hochauflösende Formate wie Dolby TrueHD oder gar eines der Ton-Formate aus dem Hause DTS beherrscht. Immerhin lernt das PlayBase die Befehle von Infrarot-TV-Fernbedienungen und regelt dann die Lautstärke auf Knopfdruck. Denn – man ahnt es bereits – Sonos vertraut bei der Steuerung seines Streaming-Lautsprechers ansonsten voll und ganz auf seine bestens bewährte App für Smartphones mit iOS oder Android. 

Testsiegel 10/2017 Stereoplay Highlight

© WEKA Media Publishing GmbH

Testsiegel 10/2017 Stereoplay Highlight

Zwar hat Sonos noch einige besondere Features, um Heimkino-Besitzer zu ködern. Doch lässt sich beim Umstieg vom virtuellen Surround-Sound auf echte Rear-Speaker wie das Sonos Play:1 der Zugewinn an Räumlichkeit mit einigen Surround-Formaten gar nicht auskosten. Immerhin – und das ist auch für den einen oder anderen Musik-Fan von Interesse – kann der Besitzer seinem Sonos-System noch einen drahtlosen Subwoofer namens Sonos SUB hinzufügen. 

Dabei ist das Wireless-Feature als Angebot zu sehen, nicht als Zwang. Schließlich verfügen die Sonos-Komponenten wie das PlayBase neben integriertem WLAN auch über einen Ethernet-Anschluss. Damit nicht genug: Es gibt noch die Möglichkeit, auf eine proprietäre Wireless-Verbindung umzuschalten. 

Damit lassen sich durch die ringförmige Verbindung der Komponenten untereinander gegenüber einem zentralen WLAN-Router leichter weite Strecken in großen Wohnungen und Häusern überbrücken. Jede Komponente fungiert also gleichzeitig als Repeater. Nun steht diese inzwischen als „Boost“ bezeichnete Drahtlosverbindung als Alternative für besonders schwere Fälle zur Wahl.

Sonos PlayBase Anschlüsse

© Sonos

Mit nur einer Toslink-Buchse herrscht bei den Audio-Eingängen Purismus in Reinkultur. Neben WLAN gibt es noch eine LAN-Buchse, damit erschöpft sich die Konnektivität. Dennoch sollten die meisten Nutzer damit in der Praxis auskommen, gerade wenn das PlayBase primär zum Musikhören verwendet wird.

Einmess-Automatik TruePlay

Wer die Anfänge von Sonos kennt, erinnert sich daran, dass die normale WLAN-Kompatibilität erst im Zuge von Software-Updates hergestellt wurde. Das spricht für die nachhaltig ausgelegte Hardware-Basis sämtlicher Sonos-Geräte – ein  Plus, das man bei der Entscheidung für ein bestimmtes System immer im Hinterkopf haben  sollte. 

Ein weiteres Feature, das zwar gemeinsam mit dem Lautsprecher Sonos Play:5 präsentiert wurde, aber als kostenloses Update auch den meisten älteren Sonos-Komponenten zugänglich gemacht wurde, ist die Einmess-Automatik TruePlay. Damit kann der Nutzer mit seinem iPhone oder iPad von verschiedenen Hörpositionen aus Messungen durchführen,  die gemittelt zu einem insgesamt stimmigeren, präziseren  und ausgewogeneren Klang führen. 

User der Android-App müssen darauf verzichten, weil es zu viele Endgeräte unterschiedlicher Hersteller gibt. Um verlässliche Resultate zu liefern, muss nämlich für die Messung von jedem Handy ein Profil vorliegen, das Eigenheiten seines Mikrofons kompensiert. TruePlay nutzt nämlich das Freisprech-Mikro der iDevices, um via WLAN die Resultate an den DSP der Sonos-PlayBase zu senden, um dort gezielte  Korrekturen zu speichern.

Sonos TruePlay App

© Sonos

TruePlay ist nicht nur ein nützliches Feature, um seinen Soundbar auf den Hörplatz einzumessen. Die smarte Umsetzung mit Mikrofon des iDevice und der tollen Benutzerführung in der App sind der Maßstab, wenn es um Bedienung und Setup im Drahtlos-Zeitalter geht. Obendrein dient das per kostenlosem Update für ältere Sonos-Geräte nachgelieferte TruePlay als Beispiel für das zukunftsichere Konzept.

Hörtest: Bässer geht‘s nicht 

Dieser Equalizer lässt sich in der App auch deaktivieren. Standardmäßig aktiviert war bei der PlayBase wie immer bei Sonos nach der Einrichtung obendrein die dynamische Loudness-Korrektur. Die arbeitet sehr gut und führte im Fall des Sounddecks dazu, dass die Kinnlade noch etwas tiefer herunterfiel: Wo zaubert dieser 5,8 cm flache Einteiler nur seinen satten, dabei sogar recht sauberen Bass her? 

Neben einem gefalteten Basshorn mit einem 13-cm- Flachmembran-Subwoofer liegt der Grund für den satten, sauberen Klang in der aktiven Ansteuerung aller 12 Treiber. Nicht nur die unteren Oktaven kamen verblüffend differenziert, auch die Mitten ließen in dieser Hinsicht nichts zu wünschen übrig. Stimmen wirkten klar artikuliert und wohltemperiert, die Höhen frisch, aber niemals aufdringlich. Dazu kamen ein gutes Timing und zünftige Dynamik.

Fazit

Allein diese Tugenden empfehlen die PlayBase außer für Filmanwendungen auch zum Musikhören. Was den Soundbar besonders als Alternative zu anderen Einteilern dazu prädestiniert, ist seine hohe und breite Abbildung. Die Klänge lösten sich bestens vom Lautsprecher, der als Fernseh-Untersetzer weniger Platz wegnimmt als gewöhnliche Stereoboxen.

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