Tipps & Tricks

10 Android-Einstellungen für mehr Sicherheit

Die Sicherheits-Einstellungen von Android drängen sich nicht gerade auf, doch es lohnt sich, ein paar Minuten Zeit zu investieren. Danach ist Ihr Handy nämlich gleich viel sicherer.

Smartphone Sicherheit

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Mit diesen Einstellungen wird Ihr Android-Smartphone sicherer.

Android ist nicht nur ein weit verbreitetes Betriebssystem, seine Nutzer kämpfen auch immer wieder mit Sicherheitsproblemen. Immer wieder muss Google gleich mehrere Dutzend oder sogar hunderte gefährliche Apps aus dem Play Store löschen. Um Ihr Handy vor Angriffen zu schützen müssen Sie aber nicht zwangsläufig in einen Virenscanner investieren. Schon in den Android-Einstellungen finden Sie einige Optionen, die für mehr Sicherheit sorgen.

Den Beitrag haben wir unter Android 9 Pie auf einem Google Pixel 3 erstellt. Ältere Android-Versionen bieten vergleichbare Einstellungen, die Bezeichnung kann aber - auch abhängig vom Handy-Hersteller - abweichen.

Google Play Protect

© Screenshot: Tim Kaufmann

Google Play Protect sammelt Sicherheitsfunktionen auf Ihrem Handy.

Tipp 1: Google Play Protect

Google Play Protect ist eine Sammlung von Funktionen, die Ihr Handy vor gefährlichen Apps und gefährlichen Websites schützen sollen und dank denen Sie Ihr Handy aus der Ferne orten, sperren und löschen können. Viele Funktionen sind schon seit langem Teil von Android. Im Jahr 2017 hat Google sie unter dem Namen Google Play Protect zusammengefasst. Das hat den Vorteil, dass Sie ganz leicht kontrollieren können, ob Google Play Protect auf Ihrem Handy aktiv ist. Genau das sollten Sie jetzt tun.

Öffnen Sie die Einstellungen und gehen Sie auf „Sicherheit und Standort“. Unter „Sicherheitsstatus“ sollten Sie dort auf ein aktives Google Play Protect treffen. Eventuelle Warnhinweise, die sich aus einer Systemprüfung durch Google Play Protect ergeben haben könnten, erscheinen hier ebenfalls.

Tippen Sie auf „Google Play Protect“ und dann auf das Zahnradsymbol rechts oben. Anschließend stellen Sie sicher, dass die Optionen „Gerät auf Sicherheitsbedrohungen prüfen“ und „Erkennung schädlicher Apps verbessern“ aktiv sind.

Google Mein Gerät finden

© Screenshot: Tim Kaufmann

Mit "Mein Gerät finden" können Sie Ihr Android-Smartphone orten und aus der Ferne löschen.

Tipp 2: Mein Gerät finden

Ob Sie Ihr Handy nun verlegt oder verloren haben, mit der Funktion „Mein Gerät finden“ lässt es sich in vielen Fällen rasch aufstöbern. Ist das Handy abhanden gekommen, dann besuchen Sie einfach die Website android.com/find, loggen sich dort mit Ihrem Google-Konto ein und lassen sich das Handy auf einer Karte anzeigen. Sie können es klingeln lassen, die Daten sichern und das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzen - alles aus der Ferne.

Android Konto

© Screenshot: Tim Kaufmann

Voraussetzung ist aber ein aktives Google-Konto und eine Internetverbindung.

Eine der Voraussetzungen für „Mein Geräte finden“ ist eine Online-Verbindung für Ihr Handy. Kein WLAN? Kein Mobilfunk? Dann lässt sich das Gerät auch nicht aufstöbern. Eine andere Voraussetzung ist, dass Sie sich auf dem Handy mit Ihrem  Google-Konto angemeldet haben. Stellen Sie das zunächst sicher - unter „Einstellungen \> Konten“ sollte ein entsprechender Eintrag zu finden sein. Anderenfalls fügen Sie Ihr Konto hier hinzu. Anschließend überprüfen Sie, dass „Mein Gerät finden“ aktiv ist. Dazu öffnen Sie die Einstellungen und gehen auf „Sicherheit und Standort“.

Android Sperrbildschirmnachricht

© Screenshot: Tim Kaufmann

Über eine Nachricht auf dem Sperrbildschirm können Sie dem Finder ihres verlorenen Handys sagen, wie er Sie kontaktieren kann.

Tipp 3: Sperrbildschirmnachricht

Wenn „Mein Gerät finden“ nicht funktioniert, dann kommt die Sperrbildschirmnachricht ins Spiel. Mit ihrer Hilfe können Sie dem Finder einen Hinweis darauf geben, wie er das Handy zurückbringen kann. Die Nachricht erscheint nämlich auf dem Sperrbildschirm (das war Ihnen jetzt bestimmt schon klar) und zwar auch dann, wenn das Gerät nicht entsperrt ist.

Öffnen Sie die Einstellungen, gehen Sie auf „Sicherheit und Standort“ und tippen Sie dann auf das Zahnrad-Symbol hinter „Displaysperre“ und auf „Sperrbildschirmnachricht“. Geben Sie nun eine Nachricht wie „Handy von Max Mustermann, 0151 - 123456789“ ein. Verwenden Sie eine andere Nummer als die Ihres eigenen Handys - schließlich können Sie darauf nicht zugreifen, wenn das Handy weg ist.

Android Smart Lock eingrenzen

© Screenshot: Tim Kaufmann

Die Funktion "Smart Lock" ist praktisch - aber auch unsicher.

Tipp 4: Smart Lock eingrenzen

Mehr Sicherheit ist gut, aber häufig geht sie auch mit einem gewissen Komfortverlust einher. Dem soll die Android-Funktion „Smart Lock“ entgegenwirken. Sie erleichtert das Entsperren des Smartphones beziehungsweise macht es in einigen Situationen sogar ganz überflüssig. Allerdings sind die einzelnen Optionen nach unserer Einschätzung nicht sicher genug:

Bei aktivierter Trageerkennung bleibt Ihr Handy entsperrt, so lange es bewegt wird, also zum Beispiel beim Marsch durch die Stadt und beim Workout. Allerdings kann die Funktion nicht erkennen, ob Sie es sind, mit dem sich das Smartphone bewegt, oder ein Dieb. Legen Sie es auf einen Tisch, dann dauert es ein paar Minuten, bis Smart Lock das Handy verriegelt. Zu viel Zeit für einen neugierigen Kollegen!

Unter Vertrauenswürdige Orte können Sie Standorte hinterlegen, an denen sich Ihr Handy automatisch entriegelt, zum Beispiel zu Hause. Ganz ähnlich funktioniert Vertrauenswürdige Geräte, dank dem Bluetooth-fähige Geräte wie Laptops und Smartwatches das Android-Handy entsperren. Das Problem: Legen Sie zum Beispiel Ihr Zuhause als vertrauenswürdigen Ort fest, dann gilt die Einstellung auch in der unmittelbaren Nachbarschaft. Auch die Funkreichweite von Bluetooth schafft häufig unerwünscht große Spielräume. Prüfen Sie deshalb in den Sicherheitseinstellungen von Android, ob eine der Funktionen aktiv ist und schalten Sie sie gegebenenfalls ab.

Einzig Voice Match, dank dem Sie Ihr Smartphone per Stimmerkennung entriegeln können, darf eventuell bleiben. Seit Anfang 2019 hat Google die Funktion deutlich beschnitten und damit sicherer gemacht.

Google Zwei-Faktor-Authentifizierung

© Screenshot: Tim Kaufmann

Mit Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Ihr Google-Konto zusätzlich geschützt.

Tipp 5: Zwei-Faktor-Authentifizierung

Viele Android-Funktionen sind an Ihr Google-Konto gekoppelt. Deshalb trägt es zur Sicherheit Ihres Smartphones bei, wenn Sie das Google-Konto bestmöglich absichern. Dazu gehört die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Ist sie aktiv, dann sendet Google bei jedem Anmeldeversuch einen Sicherheitscode an eines Ihrer bereits eingeloggten Geräte. Diesen müssen Sie zusätzlich zu Ihrem Passwort eingeben. So kann sich nicht mehr jeder bei Google anmelden, der Ihre Zugangsdaten erspäht. Ist kein Gerät mehr eingeloggt, dann erhalten Sie den Code per Anruf auf Ihre bei Google hinterlegte Telefonnummer. Wie Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten hat Google für verschiedene Geräte in seiner Online-Hilfe beschrieben.

Android sicheres Surfen

© Screenshot: Tim Kaufmann

Die Funktion "Sicheres Surfen" warnt vor Webseiten, die als gefährlich eingestuft werden.

Tipp 6: Sicheres Surfen

Chrome ist der Standard-Browser von Android. Wenn Sie ihn verwenden, dann sollten Sie überprüfen, ob die Funktion „Safe Browsing“ aktiv ist, die Sie vor gefährlichen Websites schützt.

Öffnen Sie dazu die Einstellungen in Chrome und tippen Sie auf „Datenschutz“. Dann kontrollieren Sie, ob das Häkchen bei „Safe Browsing“ gesetzt ist. Dank „Safe Browsing“ blendet Chrome einen unübersehbaren Warnhinweis ein, wenn Sie eine nach Einschätzung von Google gefährliche Website besuchen oder eine Datei mit einem Schadprogramm herunterladen wollen.

Android App-Berechtigungen

© Screenshot: Tim Kaufmann

Die Zugriffsberechtigungen von Apps können Sie auch nachträglich ändern.

Tipp 7: App-Berechtigungen

Erteilen Sie Apps Zugriffsberechtigungen für den Standort, die Kamera, Fotos und andere Daten auch „einfach so“? Viele Android-Nutzer gucken nicht so genau hin, wenn eine App Berechtigungen anfordert. Dabei sollten sie eigentlich zumindest überprüfen, ob der Zusammenhang zu den App-Funktionen gegeben ist. Warum sollte zum Beispiel die Facebook-App Zugriff auf die Telefonanrufe haben? Glücklicherweise können Sie bereits erteilte App-Berechtigungen in Android​​ sehr leicht korrigieren.

Öffnen Sie dazu die Einstellungen und gehen Sie auf „Apps und Benachrichtigungen“. Dann gehen Sie die Apps der Reihe nach durch. Werfen Sie jeweils einen Blick auf den Abschnitt „Berechtigungen“ und passen Sie die Rechte gegebenenfalls an. Dabei kann es nicht schaden, wenn Sie zu streng sind. Bei Bedarf wird eine App die ihr fehlenden Rechte wieder einholen wollen. Dann können Sie immer noch überlegen, ob Sie die Rechte wieder erteilen wollen.

Android Bildschirmfixierung

© Screenshot: Tim Kaufmann

Bevor Sie Ihr Handy aus der Hand geben, sollten Sie den Bildschirm fixieren.

Tipp 8: Bildschirmfixierung

Mit der Bildschirmfixierung​ können Sie die Nutzung Ihres Handys auf eine einzelne App beschränken. Zum Verlassen ist die Eingabe eines Codes oder Ihres Fingerabdrucks notwendig. Das kann hilfreich sein, wenn Sie Ihr Smartphone einem Freund oder dem Nachwuchs in die Hände geben wollen.

Aktiviert wird die Bildschirmfixierung in den Android-Sicherheitseinstellungen, wo sie sich unter „Erweitert“ versteckt. Anschließend können Sie Apps über die App-Übersicht fixieren. In Android 9 Pie tippen Sie dazu in der Übersicht auf das App-Icon und gehen anschließend auf „Fixieren“. In älteren Android-Versionen starten Sie ebenfalls mit der App-Übersicht. Dort erscheint ein Stecknadel-Symbol auf jeder App, das Sie antippen, um die jeweilige App zu fixieren.

Android Sperrbildschirm

© Screenshot: Tim Kaufmann

Prüfen Sie, welche Inhalte auf dem Sperrbildschirm angezeigt werden.

Tipp 9: Sperrbildschirm

Ab Werk zeigt Android viele Infos auf dem Sperrbildschirm an, d.h. bei verriegeltem Gerät. Dazu können möglicherweise auch vertrauliche Nachrichten gehören. Um das zu verhindern öffnen Sie die Sicherheitseinstellungen und gehen auf „Einstellungen für den Sperrbildschirm“. Unter „Auf dem Sperrbildschirm“ können Sie den Umfang der Informationen festlegen.

Android Sperren aktivieren

© Screenshot: Tim Kaufmann

Im Sperren-Modus kann man das Smartphone nicht mehr per Fingerabdruck oder Smart Lock entsperren.

Tipp 10: Sperren aktivieren

Ab Android 9 Pie bietet Googles Betriebssystem die neue Funktion „Sperren“. Sie verriegelt das Handy so, dass Sie es nur noch per PIN, Passwort oder Muster entsperren können. Entsperren per Fingerabdruck oder „Smart Lock“ ist im Sperren-Modus nicht mehr möglich. So verhindert Sperren unter anderem, dass ein möglicherweise unter Gewaltanwendung auf den Sensor gepresster Finger das Handy entsperrt. Zusätzlich erscheinen keine Nachrichten-Inhalte mehr auf dem Sperrbildschirm. Auch per Neustart des Smartphones lässt sich Sperren nicht umgehen.

Sperren müssen Sie als Funktion freischalten, bevor Sie es verwenden können. Aktivieren Sie dazu in den Einstellungen unter „Sicherheit und Standort \> Einstellungen für Sperrbildschirm“ die Option „Option zum Sperren anzeigen“. Dann können Sie Sperren aktivieren, indem Sie die Ein-Aus-Taste Ihres Handys gedrückt halten. Es erscheint ein kleines Menü, in dem Sie auf „Sperren“ tippen.

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