Was ist besser?

Apps, Multimedia & Sicherheit

Apps machen ein Smartphone erst smart. Genauso wichtig ist das Angebot an Filmen, Serien, Musik und Spielen. Wer hat das bessere Ökosystem?

Diese Frage lässt sich sehr einfach beantworten: Apple. Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass die Qualität der Apps für iPhone und iPad besser, das Angebot an multimedialen Inhalten größer ist. Vor allem im Tablet-Bereich gibt es für Android-Modelle nicht annähernd so viele an das größere Bildformat angepasste Software. Allerdings bröckelt die Dominanz von Apple gerade.

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Die mit Android 5 eingeführte Designsprache "Material Design" prägt auch den Play Store und zeigt, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Das Angebot von iTunes ist aber weiter einsame Spitze.

Immer mehr App-Entwickler realisieren, dass sie unter Android mittlerweile eine größere Zielgruppe erreichen, und passen ihre Strategien an, indem sie neue Apps und Updates nicht mehr zuerst für iOS entwickeln. Hinzu kommt, dass Google mit Android 5 detaillierte Richtlinien veröffentlicht hat, wie Apps unter Android künftig aussehen sollen. Von Farbcodes über die Anordnung der Schaltflächen bis hin zu Schattenwürfen ist das Software-Design fortan genau definiert.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Android-Apps genauso gut funktionieren und aussehen wie iOS-Apps. Auch bei Spielen läuft es auf eine Patt-Situation hinaus: Apple hat mit iOS 8 die Grafikschnittstelle "Metal" veröffentlicht, die annähernd Konsolenqualität ermöglichen soll; Google hat Ähnliches unter dem Namen "Android Extension Pack" in Lollipop integriert.

Sicherheit

Android ist für viele Experten das Windows der mobilen Welt. Aber mit Lollipop stopft Google viele Lücken und rückt näher an Apple heran.

Dass Schadsoftware vor allem für Android im Umlauf ist, ist vor allem der Verbreitung geschuldet - je mehr Menschen ein System nutzen, desto attraktiver wird es für die Entwickler von Malware. Aber auch die Sicherheitsarchitektur trägt ihren Teil dazu bei: Während Apple jede App prüft, bevor sie in den App Store hochgeladen wird, fehlt eine solche Instanz im Play Store, stattdessen verlagert Google diese Prüfung auf den Nutzer, indem dieser jeder einzelnen App vor der Installation bestimmte Zugriffsrechte gewährt.

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In Android 5 (links) ist die Speicherverschlüsselung endlich per Standard aktiviert. Sowohl Google als auch Apple bieten per App die Möglichkeit, Geräte zu orten. Die iOS-App heißt "Mein iPhone suchen".

An dem Prozedere hat Google mit Lollipop nicht gerüttelt, dafür aber viele andere neue Sicherheitsfunktionen implementiert. An erster Stelle steht die Möglichkeit, Sicherheitslücken nicht als Komplettupdate des Systems, sondern per App-Update (über die System-App "Google Play Dienste") zu stopfen, was die Reaktionszeit minimiert und die Zielgruppe solcher Patches vergrößert. Außerdem wird der interne Speicher standardmäßig verschlüsselt, was persönliche Datenreste beim Wiederverkauf des Smartphones unlesbar macht.

Ebenfalls wichtig: Über den Gerätemanager kann ein gestohlenes Phone nicht nur gelöscht, sondern komplett unbrauchbar gemacht werden, was Dieben den Spaß verdirbt. In iOS sind sowohl die Reaktivierungssperre als auch die Speicherverschlüsselung längst Standard.

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