Was ist besser?

Homescreen & Vernetzung

Was auch immer der Nutzer mit seinem Smartphone oder Tablet tut - es beginnt oder endet auf dem Homescreen. Android und iOS verfolgen hier ganz unterschiedliche Ansätze.

In iOS ist der Homescreen das Inhaltsverzeichnis des Systems, das die Ansteuerung aller Apps und Einstellungen erlaubt. Die Verknüpfungen sind in einem starren Raster angeordnet und haben eine feste Größe, der Nutzer kann lediglich die Reihenfolge verändern und die Verknüpfungen in Ordnern organisieren.

© Archiv/ Weka

Unter iOS (rechts) ist der Homescreen das Inhaltsverzeichnis des Systems, unter Android (links) ist er dagegen das Wohnzimmer, in dem sich der Nutzer mit Widgets und Interaktionsfeldern bequem einrichten kann.

In Android macht bereits die Suchzeile deutlich, die die meisten Geräte im oberen Bereich des Homescreens zeigen, dass Google viel mehr unter diesem Bildschirm versteht. Denn diese Suchzeile kann man beliebig vergrößern und verkleinern, und sie erlaubt direkte Eingaben. Widgets blenden auf Wunsch Echtzeit-Informationen in variabler Größe ein, etwa das Wetter oder neue E-Mails. Unter Android hat der Nutzer also viel größere Freiheiten bei der Anpassung des Homescreens, er kann ihn nicht nur als Inhaltsverzeichnis, sondern auch als Infozentrale und Eingabefeld benutzen.

Verantwortlich für diese Unterschiede ist die Menüstruktur: Android hat den Homescreen und ein Hauptmenü (den "App Drawer"), bei iOS ist der Homescreen das Hauptmenü. Beide Strukturen haben Vor- und Nachteile. Im unteren Bildschirmbereich herrscht übrigens wieder Einigkeit: Eine frei definierbare App-Leiste führt zu den häufig genutzten Programmen.

Vernetzung

Wie sind die Inhalte innerhalb des Systems vernetzt? Wie sind Smartphone und Tablet untereinander vernetzt? Das Teilen von Inhalten wird immer wichtiger, genauso wie die geräteübergreifende Synchronisation.

Stellen Sie sich vor, Sie liegen mit dem Tablet auf dem Sofa und wollen fix ein Foto, das gerade in der Flickr-App geöffnet ist, an einen Bekannten schicken beziehungsweise auf Facebook posten. Geht das ohne Umwege? Mit der zunehmenden Bedeutung mobiler Systeme für unseren Alltag wird auch die Vernetzung von Inhalten innerhalb dieser Systeme wichtiger.

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Unter Android (links) ist es möglich, den Standort in Google Maps mit vielen anderen Apps zu teilen. iOS (rechts) bietet nicht diese Bandbreite, auch wenn die Optionen zum Teilen eines Fotos vielfältig sind.

Android ist hier klar besser, weil der soziale Aspekt, das einfache Teilen, schon bei der Konzeption des Systems einen hohen Stellenwert hatte. Das "Teilen"-Symbol ist überall prominent platziert, und Google hat den Entwicklern früh Schnittstellen zur Verfügung gestellt, die es erlauben, App-Inhalte mit einem Fingertipp an andere Apps weiterzureichen.

Apple hat zwar aufgeholt, bietet aber nicht das gleiche Spektrum an Möglichkeiten. Dafür ist die externe Vernetzung besser gelöst, wenn auch nur innerhalb des Apple-Universums. Ein Set von mit iOS 8 eingeführten Funktionen ("Continuity") erlaubt die nahtlose Vernetzung von iPhone, iPad und Computer: Eine auf dem Mac begonnene E-Mail kann man auf dem iPhone weiterschreiben, die geöffnete Webseite auf dem iPad weiterlesen. Google vernetzt Android ähnlich eng mit Chrome OS, aber das System ist kaum verbreitet.

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