Konzept Pepp-PT

Tracking-Apps: Was machen andere Länder?

Was machen andere Länder?  

Klar ist: Damit das Konzept wirken kann, müssten sich möglichst viele Nutzer freiwillig daran beteiligen und eine entsprechende App installieren. Ein Smartphone ohne solche App würde an der Annäherungs-Erfassung nicht teilnehmen. Deshalb ist auch wichtig, dass alle Teilnehmer eine einheitliche Plattform nutzen.

Doch was würde passieren, wenn keine ausreichende Zahl freiwilliger Nutzer mitmacht? Für diesen Fall kursieren schon erste Forderungen nach einer Verpflichtung zur Teilnahme. Doch selbst in diesem Fall blieben Infizierte weiterhin anonym, und es würden keine Bewegungsprofile erfasst – geschweige denn in einer Cloud gespeichert und für Behörden oder andere Stakeholder zugänglich gemacht

Ein Blick in andere Länder zeigt, dass auch diese Grenzen andernorts längst überschritten wurden. Und damit auch, dass bei sich weiter verschärfender Entwicklung auch hierzulande möglicherweise noch weitere Intensitätsstufen zumindest diskutiert werden könnten.

Slowakei

So greift etwa die staatliche Gesundheitsbehörde der Slowakei auf die Lokalisierungsinformationen aller Mobilfunknutzer zu. Sie hat sich per Gesetz dazu berechtigt, auf dieser Basis Bewegungsprofile zu erstellen und zu verfolgen, wo sich mit dem Coronavirus Infizierte bewegen und mit wem sie sich gegebenenfalls treffen.

Hongkong

Patienten, die in Hongkong in Quarantäne geschickt werden, müssen eine spezielle App auf ihrem Smartphone installieren, die bei den Behörden Alarm schlägt, wenn der Smartphone-Nutzer seine Wohnung verlässt – oder die App deinstalliert beziehungsweise deaktiviert.

China

In China setzen Apps, die von den Internet-Riesen Alibaba und Tencent entwickelt wurden, auf dem in dem fernöstlichen Land ohnehin bereits etablierten "Social Scoring" auf. Mit den Corona-Zusatz-Apps können die Bürger gegenüber Behörden und anderen Institutionen nachweisen, wie hoch ihr persönliches Risiko einer Infektion ist.

Ein QR-Code in den Farben Grün, Gelb oder Rot gibt Auskunft darüber, ob sich die Person an Orten mit hohem Infektionsrisiko aufgehalten hat oder nicht. In mehreren Großstädten Chinas ist das Vorzeigen dieses QR-Codes inzwischen beim Betreten von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Bahnhöfen Pflicht.

Taiwan

Taiwan wiederum greift auf Datenbanken der Krankenkassen und anderer Behörden zu, um einzelnen Personen bei erkanntem Infektionsrisiko eine Warnung per SMS zu schicken. Bei Patienten, die unter Quarantäne gestellt wurden, lokalisieren die Behörden deren Smartphone und überwachen so, ob Betroffene ihr Haus verlassen.

Singapur, Südkorea und Israel

Liberalere Staaten zeigen sich gegenüber ihren Bürgern zurückhaltender: In Singapur, Südkorea und Israel kommen Apps zum Einsatz, deren Funktionsprinzip weitgehend dem nun bei uns vorgestellten Pepp-PT-Konzept entspricht. Allerdings ergänzen sie manche Apps mit zusätzlichen Funktionen.

In Südkorea sind die freiwillig nutzbaren Tracking-Apps an das Portal "Coronaita" angebunden, das bekannte Infektionsherde anzeigt und dabei auch Hotspots identifiziert – also Orte, an denen sich besonders viele Betroffene aufgehalten haben.

Und in Israel scheint sich nach aktuellem Kenntnisstand die offizielle App beim Eingriff in Persönlichkeitsrechte zwar zurückzuhalten – was die dortige Regierung allerdings nicht daran hindert, zusätzlich auch Bewegungsprofile aus Mobilfunkdaten zu erstellen und sogar den Inlandsgeheimdienst für das Aufspüren und Überwachen von Corona-Infizierten einzusetzen. Kritiker weisen darauf hin, dass der Geheimdienst dazu Methoden aus dem Anti-Terrorkampf nutze – ohne vorherige richterliche Genehmigung.

Australien

Da verhält sich die App "Coronavirus Australia" deutlich ziviler. Sie versorgt Einwohner in Down Under mit offiziellen Informationen und Gesundheitsratschlägen der Behörden sowie zeitnah aktualisierten Statusupdates über die Verbreitung des Virus.

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